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Hitziger Wandel

Klimawandel - war da was? Viele Menschen, auch in Deutschland, scheinen sich mit der rapiden Erwärmung der Erde abgefunden zu haben.



Klimawandel - war da was? Viele Menschen, auch in Deutschland, scheinen sich mit der rapiden Erwärmung der Erde abgefunden zu haben. Oder glauben, der Klimawandel finde vielleicht in ferner Zukunft statt - wenn überhaupt: Schließlich lassen auch hierzulande immer wieder ungewöhnliche Kälteperioden die Menschen bibbern, so wie in den vergangenen April- und Maiwochen. Doch solche kurzzeitigen Ereignisse könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Erde derzeit in einem atemberaubenden Tempo aufheizt. Die Messdaten der Meteorologen jedenfalls sprechen eine klare Sprache: In den vergangenen drei Jahren jagte ein Hitzerekord den nächsten.

 

Als hauptverantwortlich für die rasante Erwärmung galt das Wetterphänomen El Niño. Es brachte vielen Ländern viel zu hohe Temperaturen, aber auch lang anhaltende Dürreperioden und sintflutartige Niederschläge. Doch obwohl El Niño abgeklungen ist, verharren die Temperaturen vielerorts auf ungewöhnlich hohem Niveau. Zwar erwarten die Meteorologen in diesem Jahr keinen neuen weltweiten Temperaturrekord, aber es bleibt deutlich zu warm. Davon künden auch neue Rekord-Eisschmelzen in den Polgebieten.

Da hilft es auch nicht weiter, wenn - wie derzeit in den USA unter der Trump-Administration - der Klimawandel und seine vom Menschen zu verantwortenden Ursachen politisch für nicht existent erklärt werden. Die physikalischen Grundlagen, hervorgerufen durch steigende Konzentrationen an Treibhausgasen in der Atmosphäre, werden deshalb noch lange nicht außer Kraft gesetzt. Und die Konzentration des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid ist 2016 weiter gestiegen. Daran hat auch Deutschland seinen Anteil, weil hierzulande im vergangenen Jahr 0,7 Prozent mehr CO2 in die Luft gepustet wurde. Besonders große Probleme bereitet hier der Verkehrssektor. Immerhin ist der CO2-Ausstoß in der EU 2016 geringfügig um 0,4 Prozent gesunken.

 

Erfreulich ist zudem, dass nach der Einschätzung von Umweltschützern weltweit konstruktiv an der Umsetzung des 2015 vereinbarten Pariser Klimaabkommens gearbeitet wird. Auch hierzulande kommt beispielsweise die Wende zu umweltverträglicheren Energien voran - wenngleich nur mühsam. Solche Erfolge sind dringend erforderlich, um den Klimawandel zu bremsen - und so die Folgen der damit verbundenen extremen Wetterereignisse wie auch des steigenden Meeresspiegels abzumildern. All das trifft nicht irgendwelche fernen Regionen, sondern auch Deutschland. Das nach verheerenden Regenfällen im vergangenen Jahr überschwemmte Braunsbach in der Hohenlohe ist ebenso ein mahnendes Beispiel wie die schlimmen Folgen der Spätfröste in diesem Jahr - die deshalb so gravierend waren, weil sich die Natur wegen des ungewöhnlich warmen Frühjahrs schon sehr weit entwickelt hatte.

 

Die Bemühungen, den Ausstoß an Treibhausgasen weiter zu senken, müssen allerdings noch weitaus stärker als bisher um Maßnahmen ergänzt werden, die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Das reicht vom politischen Willen, mit der zunehmenden Zahl von Klimaflüchtlingen umzugehen bis hin zu kommunalen Bauvorhaben, um Sintfluten besser Herr zu werden. All das aber dürfte künftig noch weit mehr Geld kosten, als Regierungen und Gemeindeverwaltungen bisher veranschlagt haben. Gleichwohl gibt es keine wirkliche Alternative: Die erforderlichen Anpassungsstrategien nur halbherzig anzugehen oder gar die Hände in den Schoß zu legen, würde die Bewältigung der Folgen des Klimawandels nur noch viel schmerzhafter und teurer machen, als sie es ohnehin schon sind.

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Klaus Zintz
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Veröffentlicht am:
18. 05. 2017
12:57 Uhr

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Klaus Zintz

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18. 05. 2017
12:57 Uhr



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