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Naila

Pop-Musik in einer Orgel-Interpretation

Kantorin Dorothea Dreessen interpretiert klassische, geistliche und moderne Musik auf der Hey-Strebel-Orgel. Die Besucher sind begeistert.



Impressionen und Improvisationen an der Hey-Strebel-Orgel der Bad Stebener Lutherkirche: Kantorin Dorothea Dreessen aus Segeberg. Foto: Reinhold Singer
Impressionen und Improvisationen an der Hey-Strebel-Orgel der Bad Stebener Lutherkirche: Kantorin Dorothea Dreessen aus Segeberg. Foto: Reinhold Singer  

Bad Steben - Auch die zweite Veranstaltung im Rahmen der Konzertreihe "Orgelsommer im Frankenwald" war ein voller Erfolg. An der Hey-Strebel-Orgel in der Bad Stebener Lutherkirche hatte dieses Mal Dorothea Dreessen Platz genommen, um das größte und wohl auch vielseitigste Instrument der Musikgeschichte zu präsentieren und dabei die Vielseitigkeit der Orgel tonmalerisch darzustellen.

Weitere Konzerttermine

Dienstag, 8. August, 19.30 Uhr, Stadtkirche Naila, "Orgelsommerabend" mit Frits Heil, Amstelveen, Niederlande.

Dienstag, 15. August, 19.30 Uhr, Lutherkirche Bad Steben, "Hoch soll'n sie leben" mit Kantorin Dorothea Dreessen, Bad Segeberg.


Letzteres beinhaltet eben mehr als Kirchenmusik, die untrennbar mit genialen Tonschöpfern wie Bach oder Händel verbunden ist. So lautete denn auch das Programm der Kantorin aus Bad Segeberg im Untertitel "Lauter Ohrwürmer" und die hatte sie sorgfältig in Abstimmung und Repertoire gewählt.

Der erste Teil galt der klassischen Kirchenmusik mit - und das war keine Überraschung - Johann Sebastian Bach an zentraler Stelle. Sein Thema ist eben geborene Empfindung, die er in seinem Präludium und Fuge in d-Moll, F-Dur und g-Moll eindrucksvoll variiert, was die Interpretin in ihrem fein akzentuierten Spiel bestens umzusetzen vermochte. Mit Dreessens komponierter Hommage an Bachs-C-Dur (9/8) gab es gar eine Uraufführung in der Lutherkirche.

Schwungvoll begonnen hatte der Konzertabend mit dem Marche Nuptiale von Paul Wachs (1851 bis 1915) und dem verspielt-romantischen Marcietta, der Fanfare von Theodore Dubois (1877 bis 1924), einem Ohrwurm der französischen Orgelschule, die virtuos in den Klangschattierungen von Dreessen interpretiert und improvisiert wurde. Oft gehört, aber selten von einer Orgel, spielte die Organistin das zauberhaft meditative Andante von Wolfgang Amadeus Mozart und das Adagio cantabile von Ludwig van Beethoven.

Akzente in ihrer klaren und überzeugenden Registrierkunst setzte die 42-jährige Interpretin mit Choralbearbeitungen vom Kirchenlied "Wer nur den lieben Gott lässt walten" von Christof Heinrich Rinck (1770 bis 1846), Norbert Wolfgang Gade (1817 bis 1870) und Johann Georg Walter (1684 bis 1748) und Bach aus dem "Orgelbüchlein".

Eine Lesung aus "Der kleine Prinz" von Pfarrer Theo Herzer leitete zum zweiten Teil über, der ausschließlich Welthits unserer Zeit bot, die sonst in Orgel-Interpretationen kaum zu hören sind. Schon der Reformator Martin Luther immerhin war überzeugt: "Die Musik ist die beste Gottesgabe, der beste Trost für einen verstörten Menschen, auch wenn er nur ein wenig zu singen vermag." Singen mussten die Besucher zwar nicht, aber bei "My Way" von Francois/Revaux oder dem Vangelis-Ohrwurm "Conquest of Paradise" und Hammond/Battis "One Moment in Time" summten einige mit. Nicht minder gefühlig - und in der Orgel-Interpretation sehr klangintensiv - kamen die Filmmusik "My Heart will go on" aus dem Film "Titanic" von Horner/Jenniger oder die Songs "Thank you for the Musik" und "Time to say good bye" daher. Die begeisterten Zuhörer erklatschten sich Zugaben.

Autor

Reinhold Singer
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Veröffentlicht am:
06. 08. 2017
21:33 Uhr

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Reinhold Singer

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Veröffentlicht am:
06. 08. 2017
21:33 Uhr



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