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Augen auf beim Puddingkauf

Wie sie Plastikmüll vermeiden können, lernen die Mitarbeiter der Behinderten-Werkstatt mit der ökologischen Bildungsstätte in Hohenberg. Sie kochen süße Desserts selbst und müssen so keine Becher entsorgen.



Schokopudding kochen die Mitarbeiter der Behinderten-Werkstatt selbst. Damit vermeiden sie Plastikmüll. Foto: pr.
Schokopudding kochen die Mitarbeiter der Behinderten-Werkstatt selbst. Damit vermeiden sie Plastikmüll. Foto: pr.  

Hohenberg/Marktredwitz - Wie sich Plastikmüll vermeiden lässt, haben Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Marktredwitz erfahren. Zusammen mit der Hohenberger Umweltstation Öbi fand in ihren Räumen im Rahmen des Projektes "Besser leben ohne Plastik" eine einwöchige Fortbildung statt. Mit Naturpädagogin Susanne Bosch und Bärbel Ludwig von der Öbi erlebte die Gruppe von Heike Werner eine spannende und informative Woche rund ums Thema Plastik. Das berichtet die Öbi in einer Pressemitteilung.

Zu Beginn der Fortbildung schauten sich die Teilnehmer einen Film über den Plastikkonsum und dessen Auswirkungen an. Danach überlegten sich die Mitarbeiter, wo im Alltag überall Plastik vorkommt. Das fängt bereits nach dem Aufstehen im Bad an: Zahnbürste, Zahnpasta Tube, Duschgel - alles Plastik. Das geht in der Küche so weiter, und selbst in der Kleidung sind Kunstfasern und Kunststoffe verarbeitet. "Wir leben im Plastikzeitalter. Plastik ist ein praktischer Stoff, wenn da nicht die vielen negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit wären", sagte Projektleiterin Susanne Bosch.

Ziel des Projektes ist es, den Teilnehmern Alternativen im Alltag aufzuzeigen, um so den eigenen Plastikkonsum zu reduzieren. Der meiste Plastikmüll fällt beim Einkauf von Lebensmitteln an. Eine gemeinsame Aktion war deshalb der Besuch eines Lebensmittelgeschäftes. In Kleingruppen gingen die Teilnehmer auf die Suche nach unverpackten Lebensmitteln und Lebensmitteln, die nicht in Plastik verpackt sind. Ein gutes Beispiel um aufzuzeigen, wie man beim Einkaufen Plastikmüll sparen kann, ist Pudding. Die Schulungsteilnehmer besorgten sich also die Zutaten für einen Schokopudding, den sie später in der Behindertenwerkstatt zubereiteten. Im Gegensatz zum Fertigprodukt, von dem ein ganzer Müllberg übrigblieb, entsteht beim Selbstkochen so gut wie kein Müll: Die Milch gibt es direkt beim Bauern oder in der Pfandflasche, das Puddingpulver und den Zucker in einer Papiertüte.

Anhand von Anschauungsobjekten wie Brotzeitdosen und Getränkeflaschen und beim Alternativen-Memory zeigten die Referenten aus verschiedenen Lebensbereichen wie Haushalt und Freizeit jeweils ein Beispiel mit und ohne Plastik auf und verdeutlichten so den Teilnehmern, dass jeder Einzelne im Alltag seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Um Plastik bei der Körperpflege zu vermeiden, stellten die Mitarbeiter selbst Zahnpulver her, das anstelle der Zahnpasta aus der Plastiktube zum Putzen verwendet werden kann.

Da es aber doch nicht ganz ohne Plastik geht, sind das Sammeln des Wertstoffes und dessen Recycling wichtig. Bei der Firma Purus in Arzberg fanden die Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt heraus, wie das Recycling funktioniert und was aus gebrauchtem Plastik wieder entstehen kann. Thorsten Zillmann veranschaulichte bei einer Werksführung den Weg der Plastikverpackung bis zum Endprodukt, einem Rasengitter.

Die Auswirkungen des Plastikkonsums auf Umwelt, Tiere und Mensch erörterten die Teilnehmer am Beispiel der Meeresverschmutzung durch Plastik. So verfangen sich beispielsweise Vögel und Schildkröten in Plastikabfall oder fressen diesen und verenden qualvoll. Aber auch Mikroplastik also kleine Abriebteilchen, wie sie in Duschgel vorkommen oder die beim Waschen von Kleidung ins Abwasser gelangen, belasten die Meere. Durch die Anreicherung in der Nahrungskette landet dieses Plastik letztlich wieder auf dem Teller und in unserem Körper. Die Teilnehmer wuschen das Mikroplastik aus einem Duschpeeling und betrachteten die kleinen Plastikkörnchen unter dem Mikroskop. In Anlehnung an das Thema Meeresverschmutzung bastelten sie Meeresschildkröten aus Tetrapacks und Plastikflaschen .

Das Projekt der staatlich anerkannten und mit dem Qualitätssiegel "Umweltbildung.Bayern" ausgezeichneten Umweltstation wird von Bayerischen Umweltministerium gefördert. Es ist geplant, "Besser leben ohne Plastik" auch im nächsten Jahr in Schulen und weiteren Einrichtungen im Landkreis fortzuführen. Hierzu ist aber finanzielle Unterstützung notwendig. Unterstützer und Interessierte können sich gerne bei der Öbi unter 09233 716055 oder via E-Mail an Susanne.Bosch@oekoburg.de melden.

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17. 05. 2017
19:03 Uhr

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