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Freie Wähler wollen Hebammen unterstützen

Die Geburtshelfer sorgen sich wegen der Pläne des GKV-Spitzenverbands. Die FWS wenden sich daher an Ministerin Melanie Huml.



Selb - Die Freien Wähler Selb (FWS) machen sich für die Belange der Hebammen stark. In einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Melanie Huml weisen sie auf die Pläne des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hin, die Vergütung der Beleghebammen zu ändern. Damit würde künftig eine freiberufliche Tätigkeit von Hebammen unmöglich. Es sei zu erwarten, dass sich zahlreiche Kliniken von den freiberuflichen Hebammen trennen werden, schreiben die FWS. Davon betroffen seien vor allem kleinere geburtshilfliche Abteilungen. "Die Arbeit der Hebammen sowie der Erhalt der Geburtenstationen in der Region, zum Beispiel in Marktredwitz und Hof sind enorm wichtig", erklärte Stephan Rummel, stellvertretender Vorsitzender der FWS.

Dem Brief vorausgegangen war ein Informationsabend mit Johanna Jankowski von "Hebammen im Fichtelgebirge". Das Hebammen-Team betreue in Selb und Umgebung vor und nach der Geburt rund 100 Familien im Jahr. Etwa die Hälfte der Selber Babys komme im Klinikum Fichtelgebirge, Haus Marktredwitz zur Welt, etwa 40 Prozent im Sana Klinikum in Hof. Der Rest verteile sich auf die Häuser in Bayreuth, Weiden, Plauen und Naila, erklärte die Referentin. Auf Nachfrage von Adolf Lindner erklärte Johanna Jankowski, dass in der Geburtshilfe tätige, freiberufliche Hebammen 6800 Euro Haftpflichtversicherung zahlen müssten. Die immense Summe komme insbesondere dadurch zustande, weil die Hebammen bis zu 30 Jahre nach der Entbindung in Regress genommen werden könnten. "Für die meisten freiberuflichen Hebammen ist das ein KO-Kriterium, in der Geburtshilfe zu arbeiten", sagte Jankowski. Für eine Geburt im Krankenhaus, inklusive acht Stunden Betreuung vor und drei Stunden nach der Entbindung erhalte eine Hebamme 270 Euro. "Schon allein die Versicherungssumme lässt erkennen, dass es hier keine Kostendeckung geben kann", verdeutlichte die Hebamme. 2002 hätten die jährlichen Versicherungskosten noch unter 500 Euro gelegen, für eine Entbindung habe es damals knapp 180 Euro gegeben. Genügend engagierte und gut ausgebildete Hebammen stünden in Selb und im gesamten Landkreis ausreichend zur Verfügung, sagte Johanna Jankowski. "Hebamme wird man nicht, um reich zu werden, sondern weil der Beruf einfach toll ist und die Arbeit mit den jungen Müttern und Babys viel Spaß und Erfüllung bringt." Sorgen bereite den Selber Hebammen aber, dass das lange Zeit bewährte System in den vergangenen Jahren für Beleghebammen zunehmend unwirtschaftlich geworden sei. Das liege insbesondere an der geringen Grundvergütung und den überproportional stark angestiegenen beruflich bedingten Kosten. Die Hebammenverbände hätten deshalb eine Erhöhung der Vergütung in den Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen gefordert. Diese Forderung nimmt der GKV-Spitzenverband, die zentrale Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland, zum Anlass, Neuregelungen im Vertrag zu verankern.

Viele der von der GKV angedachten Neuerungen gingen an der Arbeitsrealität der Hebammen vorbei, teilen die FWS mit.

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13. 04. 2017
09:30 Uhr

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13. 04. 2017
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