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Selb

Industrie trifft Wissenschaft in Selb

Die "Dispersion Days" sind gestartet. Staatsminister a.D. Erwin Huber begrüßt Teilnehmer aus 23 Staaten. Die freuen sich auf perfekt organisierte Vortragstage.



Begeistert vom Europäischen Zentrum für Dispersionstechnologien (von links) Staatsminister a. D. Erwin Huber, Dr. Hanns-Peter Ohl, Geschäftsführer der Netzsch-Gruppe, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, CSU-Kreistags-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kreil, Prof. Dr. Martin Bastian und Dr. Felipe Wolff-Fabris, Leiter des EZD.
Begeistert vom Europäischen Zentrum für Dispersionstechnologien (von links) Staatsminister a. D. Erwin Huber, Dr. Hanns-Peter Ohl, Geschäftsführer der Netzsch-Gruppe, CSU-Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, CSU-Kreistags-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Kreil, Prof. Dr. Martin Bastian und Dr. Felipe Wolff-Fabris, Leiter des EZD.   » zu den Bildern

Selb - Erwin Huber ist ein Bayer wie er im Buch steht: kantig, klare Worte, CSUler. Natürlich spricht er am liebsten bayerisch. Jetzt aber steht er in Selb bei den "Dispersion Days" der vor knapp 200 Fach- und Führungskräften aus aller Welt. Verständigen können sie sich nur auf Englisch. Also hält der Staatsminister a. D. seine Begrüßungsrede in dieser Weltsprache. Er macht das mit viel Wortwitz und er nimmt dabei seine Aussprache auch mal selbst auf die Schippe.

Das kommt bestens an bei den Menschen aus 23 Staaten. Erwin Huber schafft es, seine Begeisterung über Bayern und dessen wirtschaftlicher Entwicklung auf die Gäste zu übertragen. Sein Heimatland charakterisiert er als erfolgreich, dynamisch, innovativ und an Technologie orientiert. Eben dieses Bild sollen die Teilnehmer vom Symposium mit nach Hause nehmen.

Von der emotionalen Seite her ist der Begrüßungsabend also schon mal ein Erfolg für die Veranstalter. Und der angestrebte Austausch zwischen den Experten hat bereits begonnen, zunächst in inoffiziellen Gesprächen. Bei zahlreichen Vorträgen wird er noch fortgesetzt. Dabei geht es um Anwendungen von Dispersionen, die dem Menschen jeden Tag begegnen, aber nur selten als solche bewusst werden. Beispiele sind Kosmetika, Tinten, Farben und Lacke, Klebstoffe, Keramik, Öle und Schmierstoffe, aber auch Pharmazeutika. Sogar für die Herstellung von Schokolade sind Dispersionen wichtig. Das Wort meint eine homogene Verbindung fester und flüssiger Stoffe.

Als Vertreter des Veranstalters hieß Dimitrios Makrakis, Geschäftsführer der Netzsch-Feinmahltechnik, alle Teilnehmer und Referenten willkommen. Für sein Unternehmen sei es wichtig, sich mit dem Symposium nicht nur als Geschäftspartner zu präsentieren, sondern auch die wissenschaftlichen Kontakte und den fachlichen Austausch zu fördern. Am Standort Selb könne nicht nur die führende Rolle von Netzsch im Geschäftsbereich Mahlen und Dispergieren präsentiert werden. Hier wolle man auch Emotionen für die Stadt, für Oberfranken und für ganz Bayern wecken.

Auch Stefanie Reinhold, die die Tagung seit Monaten mit ihren Mitarbeitern organisiert hat, will die Teilnehmer dazu bringen, sich mehr und kompakter miteinander zu beschäftigen. Dafür gibt es bei jedem Vortrag einen eigenen Zeitpuffer. Aber auch der Willkommensabend und der Bayerische Abend sollen den Wissenschaftlern sowie den Fach- und Führungskräften Gelegenheit zum Austausch bieten. Alex Lauke ist für den technischen Teil der Organisation zuständig. Er sieht eine wunderbare Chance für Netzsch, von Kunden und Lieferanten Rückmeldungen zu bekommen, vor allem aber Ideen für die Weiterentwicklung.

Die Teilnehmer sehen das Symposium durchweg positiv. Das Programm, die Organisation, der Begrüßungsabend und die Begegnung mit Kollegen seien ein wunderbarer Beginn für die Vortragstage, so der Tenor. Die Gäste zeigten sich jetzt gespannt auf die Vorträge, in denen sie sich mit wissenschaftlichen und technischen Neuerungen auseinandersetzen würden.

Bereits vor der Eröffnung des Symposiums besuchte Erwin Huber auf Einladung des CSU-Landtagsabgeordneten Martin Schöffel das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD), das seinen Sitz in Selb hat. Ziel war es, ihm als Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses im bayerischen Landtag einen Überblick über das bisher Geleistete zu geben. So verschaffte er sich bei einem Rundgang einen Eindruck von der Arbeit in den Laboratorien für Partikeltechnologie, Dispergierverfahren und Analytik. Einen Bericht zur Bedeutung des EZD gab Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian, Leiter des Kunststoffzentrums in Würzburg. Er wies darauf hin, dass wirtschaftsnahe Aktivitäten im Vordergrund stünden, die für verschiedene Branchen in der Region wichtig sind.

Die Gründung des EZD im Jahr 2014 hat die bayerische Staatsregierung mit 5,2 Millionen Euro gefördert, für das Gebäude und die technische Ausstattung. "Dieses Geld war und ist gut angelegt", sagte Dr. Felipe Wolff-Fabris, der Leiter des EZD. Das Forschungsinstituts sei außerordentlich gut ausgelastet, indem es sehr eng mit der Industrie zusammenarbeitet. Kleine und mittlere Unternehmen aus der Region können auf teure Laboratorien und wissenschaftliches Know how verzichten und auf Dienstleistungen der EZD zurückgreifen. Dieser Dienstleistung sei ein Erfolgsmodell. Deshalb und weil es intensiver an Grundlagen forschen will, müsse das EZD erweitert werden.

Es sei notwendig, ein Dispergier-Technikum und einen Bereich Applikationsverfahren aufzubauen, um die Innovationsfähigkeit des Instituts zu gewährleisten. Um diese Investition zu stemmen, sei eine Förderung durch das Bayerische Wirtschaftsministerium notwendig. Erwin Huber zeigte sich beeindruckt von den bisherigen Leistungen: "Machts weiter so!" Der neue Förderantrag müsse zwar gründlich geprüft werden, aber natürlich sollten Innovationen im ländlichen Raum gefördert werden. Mit einem Seitenhieb auf US-Präsident Donald Trump schloss das ehemalige Mitglied der bayerischen Staatsregierung seine Ausführungen: "Unsere bayerische Philosophie ist: Wir bauen Windmühlen, keine Mauern."

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Peter Pirner
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Veröffentlicht am:
16. 05. 2017
18:06 Uhr

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Autor

Peter Pirner

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2017
18:06 Uhr



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