zuletzt bearbeitet: 14.03.2010 19:41 Uhr
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Kultnacht
Sie sei fast schon eine Kultnacht, sagte Schirmherr Bernd Würstl zu Beginn der zehnten Kunstnacht Selb, doch das fast hätte er getrost weglassen dürfen.
Sie sei fast schon eine Kultnacht, sagte Schirmherr Bernd Würstl zu Beginn der zehnten Kunstnacht Selb, doch das fast hätte er getrost weglassen dürfen. Die durchwegs sehr gut belegten Parkplätze am Porzellanikon, am Factory In, in der Innenstadt sowie die gut besuchten Ausstellungs- und Veranstaltungsräume und nicht zuletzt die bestens gelaunten zahlreichen Besucher überall zeigten, dass die Nacht der Kunst in Selb auch im zehnten Jahr eine gelungene Sache war. Diese Anerkennung haben sich die Organisatoren und Veranstalter mehr als verdient, denn aus kleinen Anfängen haben sie mit reichlich Engagement, Fantasie, Freude und Durchhaltevermögen ein kulturelles Ereignis gemacht, bei dem sich viele Interessen, vor allem aber viele Künstler wiederfinden. Kunstschaffende, die einerseits durchaus versierte Aussteller, Darsteller und Musiker sind und in Selb vielleicht gerade die außergewöhnlichen Schauplätze schätzen, an denen sie ihre Arbeiten präsentieren können; Kunstschaffende andererseits aber auch, die - vielleicht zum ersten Mal - den Mut aufgebracht haben, ihre bislang im stillen Kämmerlein gehüteten Bilder, Skulpturen oder Fotografien einem neutralen Publikum zu zeigen. Ein Schritt, den viele nicht zuletzt deswegen wagten, weil sie sich darauf verlassen können, dass die Kunstnacht und ihre Besucher jedem eine Chance, ein Forum bietet. Die Zuschauer und -hörer wiederum, die von Haus zu Haus zu Fuß oder mit dem Bus pendeln, können sich darauf verlassen, dass Langeweile an diesem Abend ein Fremdwort ist - ob in Schalter- oder Fabrikhallen, edlen Ausstellungsräumen oder sogar in Tiefgaragen: So spannend wie die Kunst selbst sind die Orte, an denen sie in dieser Nacht präsentiert wird. Das wissen auch die, die das Ereignis aus Überzeugung finanziell unterstützen und es damit erst möglich machen. An diesem Abend ist "Öffnungszeiten" nur ein Wort auf einem Schild, und alle Beteiligten freuen sich schon heute auf die Ausgabe 2011. Und noch einmal lag Schirmherr Würstl richtig: Es ist eine Nacht der Quer- und der Positivdenker. In diesem Sinn ist diese Nacht von Selb auf jeden Fall eines: Kult.
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