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Magische Bildwelten

Graffiti | Das Galeriehaus Weinelt in Hof zeigt Arbeiten verschiedener Künstler. Sie entwickeln die Street-Art vielfältig weiter.
Von Lisbeth Kaupenjohann
  • fpmhz_graffiti_060510 Bernd Geipel, der die Ausstellung präsentiert, hat sich intensiv mit Graffiti beschäftigt. Er stellt Arbeiten von "Sdkaröe" und "asieone" in den Mittelpunkt, flankiert von Bildern aus seiner privaten Sammlung - unter anderem von "Loomit", einem der bekanntesten deutschen Graffiti-Künstler. Er wird im Herbst im Galeriehaus ausstellen. Foto: lk
     
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Hof - Was sind Graffiti? Für die einen Kunst, für die anderen Schmiererei. Allerdings hebt sich Erstere von Letzterer erheblich ab. Viele Sprayer haben sich in Richtung Kunst weiterentwickelt, Künstler nutzen die Stilmittel der Graffiti. Selbst wohlsorgende Stadtväter haben gelernt, zu differenzieren: In Ingolstadt findet am 12. und 13. Juni "La grande Schmierage 2" statt - nach dem großen Erfolg der erste Graffiti-Schau.

Werner Weinelt wird im Herbst in seinem Hofer Galeriehaus Werke des deutschen Headliners "Loomit" zeigen. Derzeit hängt bereits eines von dessen Bildern in einer Ausstellung, die den beiden Graffiti-Künstlern "Sdkaröe" und "asieone" gewidmet ist. Beide stammen aus dem Raum Nürnberg/Erlangen. Präsentiert wird die Schau von Bernd Geipel, der vor Jahren mit der Ausstellung "Menetekel" schon einmal selbst im Galeriehaus präsent war. Geipel, der zeitweise in Tauperlitz bei Hof lebt, hat sich mit dem Thema Graffiti intensiv beschäftigt und gute Kontakte zur Szene.

Für ihn erfüllen "Sdkaröe" und "asieone" wichtige Kriterien, die Graffiti ausmachen, auch wenn sie zur Kunst mutierten. Vor allem: Schriftzüge sind - stark verfremdet - erkennbar. Bei "asieone", der auf Bali lebt, ballen sie sich zu blumigen Gebilden zusammen, zu Dschungelgewächsen, die sich einpassen ins tigerstreifige Ambiente. Oder sie werden zu luftiger Architektur, zwischen der sich surrealistisch rote Fische oder Vögel tummeln. Ganz anders "Sdkaröe". Bei ihm muss man schon genau hinsehen, will man Buchstaben ausmachen. Seine Bilder erinnern an technische Konstruktionen, an Rhythmus, Choreografie.

Längst greifen Graffiti-Künstler auch zu Zeichenstift und Pinsel. "asieone" zum Beispiel malt in Öl, "weil es auf Bali keine guten Sprayfarben gibt", wie Geipel sagt. Trotzdem mutet das Ganze an, als sei es gesprayt. "Sdkaröe" arbeitet mit Schablonentechnik und Pinsel. Ein großformatiges Bild zeigt schwarze Buchstabenreihen auf weißem Untergrund, durchwoben von farbigen Ringen, die dem technisch anmutenden Untergrund traumhafte Leichtigkeit verleihen.

Auch die anderen Exponate sind sehenswert. Neben "Loomits" schwebendem Wesen im All ist da das raupenähnliche "Big Bubble S" des ebenfalls weltweit agierenden "Seak". Anonyme Künstler stellen sich mit knallbunten Buchstabengebilden und Motiven auf Holzplanken vor.

Bis zum Juni

    
    

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