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Der tägliche Sprint

Aus Südafrika stammt der Solo-Hornist der Hofer Symphoniker, Alan Korck. Er berichtet von einem ganz gewöhnlichen Tag als Profi-Musiker; nicht selten endet der erst weit nach Mitternacht.

Von Christine Wild
  • fpku_korck_4sp_040910 Alan Korck ist Solo-Hornist der Symphoniker, Mitglied im "Atrium Quintett", und er unterrichtet an der Musikschule sowie am Jean-Paul- und am Schiller-Gymnasium in Hof. Foto: C. W.
     
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Hof - Viele Orchestermusiker haben ihren Traumberuf gefunden. Für zwei bis vier Stunden begeistern Sie das Publikum und ernten für ihre musikalischen Höchstleistungen Applaus. Doch ist der Vorhang gefallen, endet ein meist sehr langer Arbeitstag, denn der Weg zu einer gelungenen Aufführung ist weit und anstrengend.

Alan Korck ist Solo-Hornist bei den Hofer Symphonikern. Er beginnt seinen Tag um etwa 8.15 Uhr, nachdem er die Kinder in den Kindergarten gebracht hat, mit Üben und Einspielen im Theater. "Konzentrationsaufbauzeit" betitelt er die etwa eineinhalb Stunden, bevor die Orchesterprobe zwischen 9.30 Uhr und 10 Uhr beginnt. "Ein Leistungssportler beginnt früh um 10 Uhr auch nicht gleich mit einem 100-Meter-Sprint ohne sich aufzuwärmen", sagt schmunzelnd, auch für einen Musiker seien eine körperliche und eine mentale Aufwärmphase nötig.

Die Orchesterprobe endet zwischen zwölf und eins. Direkt im Anschluss eilt Alan Korck dreimal pro Woche zum Unterricht ans Jean-Paul- oder Schiller-Gymnasium oder an die Musikschule. Das "Hofer Modell" der Symphoniker funktioniert ja bekanntlich als direkte Symbiose aus Orchester und Musikschule. Daher schöpfen viele Orchestermusiker die sechs Unterrichtsstunden, die arbeitsvertraglich geregelt sind, weitgehend aus. Der Hornist aus Kapstadt betreut momentan neun Schüler. Der jüngste ist erst acht Jahre alt, wobei es sich hier um eine Besonderheit handelt; normalerweise beginnen die Kinder etwa im Alter von zwölf Jahren mit einem Blechblasinstrument.

Fünfzig - fünfzig

Wenn der Unterricht beendet ist, holt Alan Korck seine Kinder vom Kindergarten ab und bringt sie zur Tagesmutter, denn auch seine Frau arbeitet den ganzen Tag. Für die meisten Angestellten in anderen Branchen nähert sich nun der Feierabend, nicht so für den sympathischen Orchestermusiker. Zwischen 17 und 18 Uhr geht es schon weiter mit der nächsten Probe beziehungsweise einer Vorstellung oder einem Konzert. Fünfzig Prozent ihrer Dienste leisten die Symphoniker im Theater ab, die anderen fünfzig Prozent in Form von Konzerten, die teils in und um Hof, teilweise aber auch überregional, beispielsweise in Regensburg oder Frankfurt/Main stattfinden. Nicht selten endet so ein Tag erst nach Mitternacht.

Eine Besonderheit bei den Hofer Symphonikern ist, dass es keinen festen Chefdirigenten gibt. Zwar arbeiten manchmal der musikalische Oberleiter des Theaters Hof Arn Goerke oder ein Kapellmeister im Rahmen einer Neuproduktion einige Wochen lang mit dem Orchester, doch grundsätzlich müssen sich die Musiker oft auf einen neuen Leiter einstellen. Davon profitiert das Orchester aber auf jeden Fall, ist Korck überzeugt.

Eine weitere Sparte, die die Musiker der Hofer Symphoniker abdecken, ist die kammermusikalische Arbeit in kleinen Ensembles. Alan Korck ist Mitglied im "Atrium Quintett". Die Arbeit in diesen kleinen Gruppen beschreibt der Hornist als sehr intensiv und lohnend, denn das konzentrierte Miteinander einiger Orchestermitglieder spiegle sich letzten Endes auch im Gesamtklang des Orchesters wieder.

Doch sind Üben und Vorbereitung nur die halbe Miete. Als Musiker muss man immer einen großen Teil seiner Persönlichkeit in die tägliche Arbeit einfließen lassen, und so kann es durchaus passieren, dass die Tagesform schwankt. Alan Korck erinnert sich an eine Probe, während der sein Keller zu Hause unter Wasser stand: "Das geht gar nicht. Das kann man nicht verbergen."

Für Hof entschieden

Mit seiner Arbeit in Hof ist er sehr zufrieden. Sein Weg hat ihn von Kapstadt über Bloemfontein nach Dresden, Bautzen und Freiberg/Sachsen geführt, bis er 2002 hier ankam. Für Hof hat er sich entschieden, weil er das Hofer Modell, also die Verknüpfung von Orchester und Musikschule, völlig integriert in die Kulturlandschaft der Stadt, als sehr zukunftsträchtig ansieht. Auch die daraus resultierende Möglichkeit der Musikschule, alle Orchesterinstrumente als Unterrichtsfächer und dadurch absolut spezialisierten Unterricht anzubieten, begeistert ihn. Und ganz am Rand erwähnt er auch die wunderschöne Hofer Theaterkantine mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Irgendwann hat schließlich auch ein Orchestermusiker mal Pause.



    
    

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