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Himmlische Harmonie

Die Geschichte ist uralt und jedesmal neu: In Hof begeistert die St. Michaeliskantorei mit Bachs Weihnachtsoratorium.

Von Christine Wild
  • fpku_kantorei_131210 Georg Stanek leitete die Kantorei und Mitglieder der Hofer Symphoniker in St. Michaelis. Foto: Ernst Sammer
     
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Hof - Was die St. Michaeliskantorei, vier Solisten, Mitglieder der Hofer Symphoniker und Hermann Bohrer am Orgelpositiv unter der Leitung von Stadt- und Dekanatskantor Georg Stanek am Samstagabend zu berichten hatten, ist bestens bekannt - und trotzdem lauscht man jedes Jahr wieder gespannt und gerührt, wenn es um die Ankunft des Gottessohns geht; besonders dann, wenn die Geschichte in Form der Kantaten eins bis drei aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach erzählt wird. Die Hofer Aufführung in der bestens besuchten St. Michaeliskirche beschwor am Samstag wahre Beifallsstürme herauf.

In vollem Festklang setzt die Kantorei mit "Jauchzet, frohlocket" ein und sorgt so sofort für die feierliche Stimmung, die der Weihnachtsgeschichte angemessen ist. Überhaupt ist schnell zu bemerken, dass Georg Stanek den Chor exzellent vorbereitet hat auf das fesselnde Konzertereignis: Klar und deutlich artikulieren die Sängerinnen und Sänger die Texte, und ihre Aufführung geht über die technische Bewältigung der Partitur weit hinaus: Sie gestalten, scheinen zu fühlen, wovon sie singen. Als "Seinen lieben Engeln gleich" beschreiben die Soprane das Jesuskind - und tun es mit ebensolchem Klang. Im Choral "Wie soll ich dich empfangen?" auf die leidvolle Melodie von "O Haupt voll Blut und Wunden" lässt Bach den Chor schon mit der Geburt Christi auf dessen Martertod vorausblicken - von der St. Michaeliskantorei so anrührend interpretiert, dass es dem Zuhörer beinahe Tränen in die Augen treibt.

Umschmeichelt

Die Rahmenhandlung von der Ankunft des Heilands in Form von Texten aus dem Lukasevangelium trägt Udo Scheuerpflug als Evangelist vor. Während er in diesen Passagen besonderen Wert auf klare Artikulation legt und die großen Tonsprünge, die Bach ihm zugedacht hat, problemlos ausgleicht, begeistert er besonders mit der höchst virtuosen Arie "Frohe Hirten, eilt" aus dem zweiten Teil, umschmeichelt von einem kantablen Flötensolo. Und die Hirten eilen, nachdem sie in der Sinfonia, die den zweiten Teil einleitet, einige Orientierungsschwierigkeiten in den Streicherstimmen überwunden haben und anmutig den Engeln aus den Reihen der Holzbläser auf dem Feld begegnet sind. Zum Glück finden die Symphoniker schließlich zueinander und bieten dem Chor und den Solisten einen feierlichen musikalischen Rahmen, der ebenfalls geprägt ist von starken Emotionen.

Die charakterisieren auch den Vortrag des Bassisten Werner Kraus - doch verbindet er sie, besonders in seiner Arie "Großer Herr, o starker König", mit beeindruckender Kraft. In größtmöglicher Harmonie widmet er sich in der dritten Kantate, gemeinsam mit dem glockenklaren Sopran von Daniela Haase im Duett "Herr, dein Mitleid", der stillen Betrachtung des Messias. Und der bewegt Brigitte Schweizer als Gottesmutter mit weit schwingendem Alt tief in der Arie "Schließe, mein Herz, dies selige Wunder", vom süßen Klang der Solo-Violine begleitet.

Ebenfalls tief bewegt applaudiert das große Publikum nach dem Schlusschor "Herrscher des Himmels", der mit Pauken und Trompeten noch einmal die Ankunft des Erlösers preist und eine längst bekannte, manchmal vergessene Zuversicht erneuert.

    
    

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