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Rost, Beton und ein Schrei um Hilfe

  • Jörg Sander Couch- und Esstische aus Beton sind die Spezialität des Selber Bildhauers Jörg Sander, der auch Skulpturen aus dem ungewöhnlichen Material fertigt.
    Andrea Herdegen
Bild von

Selb - Ein schwarzes Bild ist es geworden. Mit Zeichen, Symbolen und Strichmännchen, die ihre Arme flehend in die Höhe recken und nach Hilfe schreien. Das großformatige Werk ist gewachsen und gewachsen, eine Schicht hat sich über die andere gelegt. „Es sind drei oder vier Bilder drunter, die auch schon interessant gewesen wären.“ Doch Harald Beierl malt so lange weiter, bis das Werk irgendwann zu ihm spricht: „Ich bin fertig.“ Das ungewöhnliche Gemälde heißt „Afrika“ und zieht bei der 11. Selber Kunstnacht die Blicke der Besucher im Atelier in der alten Massenmühle auf sich. Gemütlich dürfen es sich die Interessierten bei Beierl auf dem grünen Sofa machen und sich mit Kaffee oder kalten Getränken bewirten lassen. Bald entstehen  zwanglose Gespräche, in denen der Kunstschaffende seine Motive definiert.

Ein Stockwerk weiter oben geht es nicht ganz so bequem zu, denn hier sind die Einrichtungsgegenstände aus Beton. Jörg Sander hat seine Couch- und Esstische sowie einige seiner Skulpturen in der großen Werkstatt überschaubar verteilt. Betonmöbel – möglichst in geometrischen Formen - sind seine Spezialität, seit er vor drei Jahren eine Couchtischserie entwickelt hat. Bei der Kunstnacht ist der aus Freiburg stammende Bildhauer längst ein alter Bekannter, er freut sich stets aufs Neue über die zahlreichen Interessierten, die in sein Atelier strömen.  

    
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11. Selber Kunstnacht
Selb
02.04.2011
    


Etwas verdutzt reagieren die Besucher beim Betrachten eines Werkes von Helga Puchta im Porzellanikon. Das Bild sieht aus, als wäre es aus verrostetem Metall gefertigt – obwohl es nur aus Leinwand und Farbe besteht, die in dicken Schichten übereinander liegt. „Berühren verboten“, steht auf einem kleinen Schild. „Das mussten wir anbringen, weil jeder das Bild anfassen wollte und viele sogar daran herumgekratzt haben“, schmunzelt die Frau aus Südbayern, die seit fünf Jahren in Selb wohnt. Neben ihrer Tätigkeit als Maskenbildnerin am Theater besuchte sie in München eine Malschule. Inzwischen haben ihr ihre Werke bereits einen Kunstpreis eingebracht.

Freundschaftliche Beziehungen haben den Künstler Silvio Chionne aus dem walisischen Zug nach Selb gelockt. Im Rosenthal-Casino stellt er bei Sandra und Sebastian Körber seine aufrüttelnden Gemälde aus, in denen er schwierige Lebenssituationen wie den Verlust eines ungeborenen Kindes thematisiert. Rosenthal und Selb waren für ihn schon immer mit etwas Besonderem, Festlichem verbunden, schon weil „das gute Porzellan“ nur ganz selten aus dem Schrank geholt wurde. „Für mich ist es eine große Ehre, nun hier bei Rosenthal ausstellen zu dürfen.“

    
    

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