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Er hat es spielend drauf

Der Stadt- und Dekanatskantor von Hof erhält einen Preis für seine Verdienste um die hiesige Kirchenmusik. Das Arbeitsfeld von Georg Stanek ist genauso umfang- wie abwechslungsreich.

Von Kerstin Starke
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Hof - Seit gut zehn Jahren ist Georg Stanek als Stadt- und Dekanatskantor für die Kirchenmusik in Hof im Allgemeinen sowie an St. Michaelis und der Hospitalkirche im Besonderen verantwortlich. Darüber hinaus ist er ein exzellenter Musiker, vor allem an der Orgel; das können die Besucher der Konzerte der Hofer Symphoniker bestätigen, bei denen er als Solist in Erscheinung getreten ist. Für seine Verdienste um die Kirchenmusik in Hof wird der 40-Jährige am Sonntag bei einem Festkonzert in St. Michaelis mit dem Hauptpreis der Münchner Stiftung Bücher-Dieckmeyer ausgezeichnet.

Er sei "ein Musik-Enthusiast von Kind auf" gewesen, sagte Georg Stanek einmal. Seine Vorbilder dafür fand er zu Hause in Ostheim vor der Rhön in der Familie: Die Mutter spielte Geige, die Großmutter Cello. Er selbst begann als Achtjähriger mit Violine, zwei Jahre später kamen Violoncello und Klavier dazu, die Orgel folgte, als er sechzehn war; da spielte er bereits regelmäßig in einem Spielkreis für Alte Musik, wo er sich die Blasinstrumente, eines nach dem anderen, aneignete - spielend, sozusagen.

Der Berufswunsch Musiker war da folgerichtig; nach dem Abitur musste er sich nur entscheiden, ob Kapellmeister oder Kirchenmusiker. "Ein Freund erzählte mir vom Studium in Bayreuth, und ich ging dorthin", erinnert sich der sympathische Kantor. An der Fachakademie - heute Hochschule - für evangelische Kirchenmusik studierte er als Hauptinstrument Orgel, dazu Klavier und Cello. "Mit dem Cello bin ich damals häufig solistisch und mit Orchestern, darunter dem Bezirksjugendsymphonieorchester, aufgetreten", berichtet er. "Nicht zuletzt, um neben der Kirchenmusik auch andere Richtungen nicht zu vernachlässigen. Dabei konnte ich ein großes Repertoire sammeln, und davon profitiere ich heute, wenn ich die Werke mit den Hofer Symphonikern aufführe."

Die Pflege und Aufführung großer Oratorien der Kirchenmusik ist eine der Aufgaben, der Stanek als Chorleiter und Dirigent mit der etwa neunzig Sänger umfassenden St. Michaeliskantorei, den Symphonikern und Gesangssolisten zweimal im Jahr nachkommt; dazu kommen die Einsätze des Chores bei den großen Kirchenfesten und A-cappella-Konzerte. Gleichzeitig leitet er den viel beschäftigten CVJM-Posaunenchor, dessen zwanzig Mitglieder rund ums Jahre fünf Gemeinden der Stadt Hof musikalisch betreuen, ihrerseits drei große Konzerte geben und dazu bei rund fünfzig Einsätzen spielen.

Das Hauptaugenmerk seiner umfangreichen Dienstpflichten liegt auf dem Orgelspiel. Stanek: "Als Kantor an St. Michaelis begleite ich die Gottesdienste zweier Gemeinden - von Michaelis und der Hospitalkirche - auf der Orgel, bis zu vier am Wochenende; dazu kommen Taufen und Hochzeiten." Ein Dekanatskantor hat außerdem die Fachaufsicht über sämtliche Orgeln aller 26 Gemeinden und wird informiert, wenn Störungen auftreten oder Reparaturen notwendig werden. Er ist zuständig für alle nebenamtlichen Organisten und Chorleiter, beruft jährliche Treffen ein und bietet Weiterbildungen an. Selbst unterrichtet er sieben Orgelschüler, die sich auf die D-Prüfung für nebenamtliche Organisten vorbereiten, von denen, wie er betont, immer noch mehr gebraucht werden.

Dazu kommt, was Stanek bescheiden "Büroarbeit" nennt: Jahresprogramme für die Kirchenmusik entwerfen, Kontakte zu Gast-Künstlern aufnehmen, Konzerte koordinieren, Plakate gestalten und vieles mehr. "Und selber üben will ich ja auch noch."

Die Früchte dieses Übens lässt Stanek regelmäßig hören. Musikalische Zugpferde sind längst die Markt- und Adventsandachten, die er von Pfingsten bis Erntedank und vor Weihnachten jeweils samstagsvormittags anbietet und zu denen er auch Gast-Organisten einlädt. Marktbesucher und Passanten schätzen die kurzen, besinnlichen Pausen vom Einkauf ebenso wie die Liebhaber abwechslungsreicher Orgelmusik.

Neben all diesen meist wöchentlich wiederkehrenden Pflichten erwarb sich Georg Stanek in der jüngsten Vergangenheit große Verdienste um die wertvolle Heidenreich-Orgel in St. Michaelis: Er bewältigte die Mammutaufgabe ihrer umfassenden Renovierung. Er prüfte die notwendigen Reparaturmaßnahmen, nachdem er grundlegende technische Mängel festgestellt hatte, stellte mögliche Lösungswege für eine technische und klangliche Optimierung fest und beaufsichtigte die von Mai 2006 bis Januar 2007 dauernden Arbeiten. Am 4. Februar 2007 war Georg Stanek derjenige, der die "neue Heidenreich-Orgel" als erster im Gottesdienst wieder zum Klingen brachte.

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Preisverleihung am Sonntag ab 19 Uhr im Rahmen eines Festkonzertes in der St. Michaeliskirche Hof; Eintritt frei.

Am 8. Juli ist Georg Stanek erneut als Solist mit den Hofer Symphonikern zu hören: Auf der Heidenreich-Orgel spielt er die Symphonie Nr. 3 c-Moll von Camille Saint-Saëns.

Werkstatt


Prägt seit über zehn Jahren die Kirchenmusik in Hof: Stadt- und Dekanatskantor Georg Stanek in der St. Michaeliskirche vor der Heidenreich-Orgel. Foto: Uwe Spörl


Die Stiftung Bücher-Dieckmeyer

    
    

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