zuletzt bearbeitet: 27.04.2011 16:14 Uhr
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Gedenkkonzert mit Höranleitung
HOF – Des einen Leid kann zu des anderen Freud’ werden – und hätte sich der Percussionist, der am Sonntag in der Hofer St. Michaeliskirche auftreten sollte, nicht an der Brotschneidmaschine geschnitten, wäre den rund 70 Besuchern das Orgelkonzert zum 300. Todestag Dietrich Buxtehudes entgangen – gespielt von Georg Stanek (Bild), der spontan einsprang.
Dass der Stadt- und Dekanatskantor oft Informationen zu den Werken gibt, ist nichts Neues, aber diesmal darf sich die Zuhörerschaft über Höranleitungen freuen. Nach einem biografischen Abriss geht Stanek nämlich auf den Aufbau der ausgewählten Werke ein.
Im Allgemeinen und Speziellen erläutert er kurz, dass es verschiedene Arten der Choralbearbeitung gibt, von denen er jeweils eine ausgewählt hat. Er ordnet die Werke, die auf dem Programmzettel aufgeführt sind, den einzelnen Gattungen zu und erklärt mit wenigen Worten ihren Aufbau. Dadurch werden gerade die zum Teil weniger bekannten Choralbearbeitungen dem Publikum ein ganzes Stück näher gebracht.
Zwischen den meist feierlich-getragenen Bearbeitungen, die aber auch viele Verzierungen und verspielte Teile offeneren Charakters enthalten, hört man es von der Empore her immer wieder krachen und ächzen; dann nämlich, wenn der Organist erneut die Registrierung der frisch renovierten Heidenreich-Orgel verändert, was sein Spiel noch zusätzlich belebt.
Andere Register in seiner Spielweise darf er bei den Präludien und Fugen, sowie der Passacaglia in d-Moll ziehen, die er ebenfalls für das spontan angesetzte Gedenkkonzert ausgewählt hat. In größeren musikalischen Gesten und wesentlich dramatischer agiert Stanek hier, vor allem in den Einleitungen und den toccatenhaften Enden, während er den Fugen so klare Linien verleiht, dass die einzelnen Stimmen auch ohne Höranleitungen problemlos mitverfolgt werden können.
Fazit: Eine kurzweilige Buxtehude-Lehrstunde, eingebettet in makellosen musikalischen Genuss – und dem Percussionisten natürlich eine gute Besserung.
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