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Genug von Sick?!

Von Kerstin Starke
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Der inzwischen berühmte Sprachpfleger, mehrfache Buchautor und „Zwiebelfisch“-Kolumnist bei Spiegel online, Bastian Sick, hat landauf, landab nicht nur die Massen auf den (deutschen) Sprachgeschmack gebracht und für volle Vortragshallen gesorgt, er ruft auch „echte Sprachwissenschaftler“ auf den Plan. Wie den Berliner André Meinunger, der für sein Buch „Sick of Sick? (Genug von Sick?) – Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den ,Zwiebelfisch’ “ die Schriften Sicks akribisch untersucht hat und darin tatsächlich etliche Kritikpunkte und sogar Fehler ausfindig macht. Zwar kann er sich dem Vorwurf der Besserwisserei, mit dem er mehr als einmal den „Amateur in Sachen Sprachwissenschaft“ Bastian Sick belegt, als wissenschaftlich argumentierender Autor selbst nicht ganz entziehen; Meinungers Ausführungen, dass einige von Sicks Behauptungen zur Grammatik ungenau oder gar falsch seien, und seine Korrekturen dürften jedoch manchen aus dem Herzen sprechen. Nicht wenige sind inzwischen davon genervt, wie Sprach-Superstar Sick mittlerweile schon fast aus jedem falsch gesetzten Komma eine Fortsetzung von „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ macht. André Meinunger, der sich dabei einer, der sickschen betont ähnlichen, lockeren Sprache bedient, stellt sich in seinem Buch (Kulturverlag Kadmos, 176 Seiten, broschiert, 12,80 Euro) ausdrücklich den „Sprachnormierern“ entgegen, zu denen er Sick und etwa die Duden-Redaktion zählt. Sie zwängten Sprache, so moniert er, in unnötig enge Regeln und versähen Formulierungen selbstherrlich mit Etiketten wie „gut“, „schlecht“ oder „Standard“. Der „tolerante Versteher“ Meinunger indes wirbt ausdrücklich für einen sensibleren Umgang mit der Sprache, denn „sie selbst ist es, die sich ihre eigenen Gesetze geschaffen hat und deren Einhaltung ohne jegliches sprachpflegerische Zutun vor dem Verfall und Aussterben bewahrt“.

    
    

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