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Im Glanz romantischer Leichtigkeit

St. Michaeliskantorei | Einstimmung aufs Fest mit Frühwerken eines Wunderknaben.
Von Kerstin Starke
  • Das Solistenquintett mit (von links) Thomas Gropper, Rainer Geissdörfer, Zene Kruzikaite, Judith Schnabel und Monika Hügel vor Chor und Hofer Symphonikern.
    Ernst Sammer
Bild von

Hof – Es waren Werke des Wunderknaben Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 bis 1847), mit denen die St. Michaeliskantorei ihr Publikum am Samstag in der sehr gut besuchten St. Michaeliskirche auf das Weihnachtsfest einstimmte. Gemeinsam mit den Hofer Symphonikern, dem Oberstufenchor des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums (Leitung Johannes Müller) und fünf Gesangssolisten unter dem Dirigat von Dekanatskantor Georg Stanek bescherten die Künstler den hingerissen lauschenden Zuhörern ein festliches, rundum gelungenes Konzert.

Mendelssohn Bartholdy war erst 13 Jahre alt, als er 1822 – neben zwei Opern, etlichen Streichersinfonien, einem Klavierkonzert, einem Violinkonzert und diverser Orgelmusik – auch erste Orchesterwerke komponierte, etwa das Magnificat und das noch ausgereifter wirkende Gloria.

Schon bei Ersterem wurde eines deutlich: Eine der größten Stärken der Kantorei und des Solisten-Ensembles an diesem Abend ist ihre Homogenität. Der etwa 60 Sänger starke Oratorienchor glänzt durchwegs durch gute Intonation, wache Aufmerksamkeit, sicheren Umgang mit der Partitur, lebhafte Dynamik und geradlinige Harmonik. Dem stehen die Solisten nicht nach: die Sopranistinnen Monika Hügel (mit schlanker, schöner Stimme) und Judith Schnabel (weich im Ausdruck), Zene Kruzikaite (mit behutsam-harmonischem Alt), Rainer Geissdörfer (mit angenehmem, nie sich aufdrängendem Tenor) und Thomas Gropper (ein eher baritonaler Bass, den man gerne noch etwas deutlicher gehört hätte). Ihre Vorträge, ob im Duett, Terzett, Quartett oder Quintett zeichnen sich nicht nur durch befreites, unprätentiöses Auftreten aus, sondern eben auch durch wohltuende Ausgewogenheit.

Ein Eindruck, der nicht zuletzt erreicht wird, weil die Symphoniker unter Georg Staneks rhythmisch exakter Leitung den Sängern stets eine zuverlässige Grundlage bieten – teils in solider Continuo-Funktion, dann wieder durch virtuose, aber nie übertrieben herausgestellte Ornamente wie etwa der Streicher und Holzbläser; in der abschließenden Kantate endlich darf sich das Orchester zum strahlenden Verkündigungsinstrument entfalten.

Der gute Eindruck des Chores verstärkt sich noch, als sich beim Gloria die jungen Stimmen des gymnasialen Oberstufenchores zu den Kantorei-Sängern gesellen. Die zahlenmäßige Ergänzung bedeutet eine weitere klangliche Verbesserung: Der schwingende Jubel, der vor allem im ersten Satz vorherrscht, klingt nun noch gewaltiger und bewahrt sich dennoch seine Leichtigkeit.

Als großer Bewunderer Bachs bearbeitete Mendelssohn auch zahlreiche seiner Werke, darunter 1831 „Vom Himmel hoch“. Nur variiert der Komponist in seiner Kantate das einfache Weihnachtslied; er befreit es von seiner Schlichtheit und erhebt es zum jubelnden, sich fast überschlagenden Lobgesang, dem lediglich die Solo-Arien eine ruhige, lyrische Note besteuern dürfen.

Mit diesem Konzert romantischer Musik erleben die Zuhörer in der Michaeliskirche vielleicht das Glanzvollste, das die vorweihnachtlichen Musikveranstaltungen in Hof heuer zu bieten hatten.

Am 24. Oktober führt die St. Michaeliskantorei Mendelssohns „Paulus“ auf.

    
    

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