zuletzt bearbeitet: 22.08.2011 06:05 Uhr
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Die "Revolution" startet in Hof
Der Rockstar und UN-Bot-schafter Rolf Stahlhofen stellt in der Stadt der "Wasserfans" seine neue Stiftung "Water is right" vor. Der Sänger kämpft weltweit für sauberes und bezahlbares Trinkwasser.
Hof - Die Ausgangslage ist klar - und erschütternd: "Eine Milliarde Menschen haben zurzeit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser", sagt Stephan Heuser. "Und diese dramatische Lage herrscht trotz der Tatsache, dass jedes Jahr 500 Milliarden US-Dollar für die Gewinnung und Aufbereitung von Wasser ausgegeben werden - das reicht nicht!"
Stephan Heuser ist Geschäftsführer der Lavaris GmbH, einer Tochterfirma des weltweit tätigen Hofer Wasserspezialisten Söll. Lavaris baut Anlagen zur Aufbereitung und Pflege von Wasser. Die Firma ist damit Teil des "Glücks", von dem der Star der Pressekonferenz im Hofer Rathaus schwärmt. "Wir haben glücklicherweise Menschen getroffen, die wie wir denken und die die Mittel haben, die Wassernot weltweit zu lösen", freut sich Rolf Stahlhofen.
Zehn Jahre in den Charts
Der drahtige junge Mann mit der Kappe auf dem Kopf ist deutschlandweit bekannt geworden als Mitgründer der innovativen Deutsch-Rock-Band "Söhne Mannheims" (um Xavier Naidoo). Von 1993 bis 2003 war er als Sänger in der Band Dauergast in den Hitparaden. Seit der Flutkatastrophe in Mitteldeutschland, in der Oder-Neiße-Region, geht er eigene Wege - auf der Weltbühne.
"Ich habe eine Mission und eine Vision", sagt Stahlhofen. "Ich möchte erreichen, dass für die Menschen in aller Welt ausreichend sauberes Wasser zur Verfügung steht - zu bezahlbaren Preisen." Seit Jahren setzt sich Stahlhofen für dieses Ziel ein. Er organisiert Benefiz-Konzerte und gibt den Erlös jeweils an Flutopfer in der ganzen Welt weiter. Als der junge Mann, der 2010 von der UN-Organisation "Un-Habitat" zum Wasserbotschafter ernannt wurde, im Hofer Rathaus sitzt, ist das eine Art Höhepunkt in seiner Laufbahn als Wasserpionier: Stahlhofen stellt in Hof seine Stiftung "Water is right" vor. In der Stadt, die - wie es Bürgermeister Eberhard Siller zum Ausdruck bringt - eine unvergleichliche Kompetenz in Sachen Wasser besitzt, in der es ein Wasserkompetenznetzwerk aus führenden Unternehmen, Behörden und der Hochschule gibt.
Bei dem Treffen spricht Stahlhofen an der Seite des UN-Vertreters André Dzikus von einer "Revolution". Der UN-Wasserbotschafter spielt damit auf eine Entwicklung der Firma Lavaris an, die eine innovative und erfolgversprechende Antwort auf die "überholte" herkömmliche Technik der Wasseraufbereitung sei. "Wasser ist ein Menschenrecht", sagt Stahlhofen, "aber dieses Thema muss dezentral behandelt werden." Söll-Geschäftsführer Thomas Willuweit fügt hinzu: "Die Wasseraufbereitung gehört nicht in Konzernhände, das funktioniert nicht. Leider stellen sich die Banken weltweit hier immer noch quer und finanzieren nur groß angelegte Projekte nach dem Motto: Hier habt ihr ein paar Millionen, ihr werdet's schon richten."
Die "Revolution", von der Stahlhofen spricht, sind zwei Geräte aus der Lavaris-Produktion: eine "Water Box", eine kompakte Wasseraufbereitungsanlage, die sich hervorragend für den Einsatz in Katastrophengebieten und Entwicklungsregionen eignet, und ein "Water Scout", ein handliches Messgerät, mit dem sich Giftstoffe im Wasser bestimmen lassen.
Einzigartige Anlagen
"Beide Entwicklungen sind einzigartig und treffen genau den Bedarf der Menschen in den Entwicklungsregionen", unterstreicht Rolf Stahlhofen. Stepfan Heuser ergänzt: "Mit der Water Box, die 100 Kilogramm wiegt und weniger als 20 000 Euro kostet, können Sie täglich 25 000 Liter Trinkwasser herstellen und damit 10 000 Menschen versorgen."
Auf die Frage von Journalisten, wie er zum Thema "Wasser" gekommen sei, antwortet Stahlhofen: "Ich bin in Nigeria, Algerien und Saudi-Arabien aufgewachsen, weil mein Vater als Bauarbeiter auf Montage war. Da hat man mir immer auf die Finger geklopft, wenn ich ein paar Tropfen Wasser verschüttet habe. Als ich mal einem Mann in Äthiopien erzählte, dass wir in Deutschland Trinkwasser in die Toiletten kippen, da hat der Mann drei Minuten lang kein Wort mehr herausgebracht."
Der Popstar, geboren in Nabburg, hat die Erfahrung gemacht, "dass man mit Musik viel erreichen kann". Nach dem Konzert, das er im März dieses Jahres beim "Welt-Wasser-Tag" in Kapstadt gegeben hat, seien 46 Wasseraufbereitungsanlagen gespendet worden. Die Bands und Künstler, die er über seine Stiftung zu Benefiz-Veranstaltungen gemäß seines Wasser-Songs "Water is life" (Wasser ist Leben) gewinnen will, geben "ein Zehntel für die gute Sache ab". Im nächsten Jahr startet er zu einer Welttournee unter dem Motto "Water for millions" .
"Wasser ist nicht knapp", gibt Stahlhofen zu bedenken. "Aber den Menschen in den Entwicklungsländern fehlt der Zugang zur entsprechenden Technik. Dabei wollen wir ihnen helfen." Siegesbewusst sagt Rolf Stahlhofen im Kreise der Hofer "Wasserfans": "Ich bin sicher, wir können etwas verändern!"
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