zuletzt bearbeitet: 25.01.2012 06:03 Uhr
Text
Text
Vor Gericht: Lehrerin soll Kinder geschlagen haben
Die Grundschullehrerin Ute G. soll Kinder geschlagen haben mit der Hand, mit Zeigestock und Lineal. Wegen Körperverletzung im Amt in fünf Fällen saß sie am Montag vor dem Richter.
Plauen - Mit versteinerter Miene verfolgt die 58-jährige Pädagogin, was ihr Staatsanwalt und Eltern "ihrer" früheren Kinder zur Last legen. Alle Vorwürfe weist sie durch ihren Anwalt zurück. Geschlagen habe sie noch nie. Ansonsten schweigt die Frau. Schläge auf Kinderhände und den Popo mit der Faust, mit Lineal und Zeigestock beziehen sich auf jene fünf Vorfälle und Kinder - sie sollen passiert sein zwischen August und November 2010 an der Grundschule im vogtländischen Theuma. Die Eltern hatten Anklage erhoben. Drei von ihnen treten als Nebenkläger auf.
Vorfall 1: Weil Laura (Namen aller Kinder geändert) unaufmerksam war und sich zum Hintermann umdrehte, soll die Lehrerin ihr mit der Faust auf die Hand geschlagen und sie angeschrien haben. Laura verspürte Schmerzen in den Fingern.
Vorfall 2: Hans stand an der Tafel und sollte mit dem Zeigestock auf einen Buchstaben zeigen. Weil er einen Fehler gemacht hatte, soll ihm die Klassenlehrerin mit dem Stock auf den Po geschlagen haben.
Vorfall 3: Julia wurde aufgefordert, ihren Füller wegzulegen. Weil sie das nicht gleich tat, soll sie von Ute G. mit dem Zeigestock auf die Hand geschlagen worden sein.
Vorfall 4: Julias Zwillingsbruder Markus bekam ein Zettelchen von einem Mitschüler zugesteckt - er las ihn und war unaufmerksam. Dafür soll es mit einem hölzernen Lineal etwas auf die Hand gegeben haben.
Vorfall 5: Frank war unaufmerksam, was die Pädagogin mit einem Schlag mit der flachen Hand auf des Schülers Finger quittiert haben soll.
Drei Eltern werden am Montag in den Zeugenstand gerufen. Sie bestätigen, was ihre Kinder schon Wochen zuvor der Richterin zu Protokoll gaben. Die richterliche Befragung der Zweitklässler wurde per Video aufgezeichnet und wird zur öffentlichen Auftaktverhandlung gezeigt. Alle fünf befragten Kinder - sowie drei weitere aus Ute G. früherer Klasse - besuchen mittlerweile Schulen in Plauen und Oelsnitz, wo es ihnen auf jeden Fall besser gefalle, als zuvor in Theuma. Im Unterschied zu Theuma seien die Lehrer in Plauen nicht so streng, auch würde da nicht gehauen und so herumgeschrien - sagen die Kinder. "Die hat mir auf die Hand gehauen", sagt Frank - und auch Hans erzählt von Schlägen mit dem Zeigestock, auch von bösen Reden, wie "Du hast ja einen Vogel!". "Frau G. hat uns geschlagen, weil wir nicht gehört haben", gibt Laura an. Und Judith meint rückblickend auf die anderthalb Jahre Schulzeit in Theuma: "Es war nicht so richtig schön." Sie habe immer Angst gehabt, dass die Klassenlehrerin sie wieder anschreie, mit dem Zeigestock auf die Finger haue oder mit der Hand den Kopf zurück drehe. "Die schreit ziemlich oft", sagt auch Markus. Nach seiner Meinung habe die Lehrerin ganz oft mit der Hand, seltener mit dem Lineal, zugeschlagen - ungefähr zwei Mal in der Woche.
Alle befragten Kinder gaben an, dass die Lehrerin ihnen verbot, zu Hause davon zu erzählen. Sonst, so habe Ute G. gedroht, müssten die Eltern ein Strafgeld zahlen. Seit 35 Jahren ist Ute G. aus Theuma Grundschullehrerin. Seit den Vorwürfen sei sie im Krankenstand, teilt sie am Rande der Verhandlung mit. Heiko Schuster, Anwalt der Angeklagten, reicht zwei Anträge ein. Ersterer, der die Vernehmung weiterer drei Kinder vorsieht, wird von Richterin Andrea Hörr abgelehnt. Zweiterem - der Vernehmung der Eltern dieser Kinder - wird stattgegeben, weshalb die Verhandlung unterbrochen und erst am 6. Februar, 9 Uhr, fortgesetzt wird. Dann soll auch Urteilsspruch sein. Dieser könne von Geldstrafe bis zu Freiheitsstrafe - ausgesetzt auf Bewährung - lauten. Mit einem Berufsverbot sei aber, wegen der nicht zu schwerwiegenden Vorfälle, nicht zu rechnen, so Richter Christian Fink.
Diesen Artikel
|
|||||
»Alle 29 Kommentare anzeigen Die neuesten Kommentare
lächerlichvon claumed am 17.01.2012 10:36bin absolut kein fan davon aber ich finde das ist auf jede nix gegen diesen lehrer der seine 14 jährige schülerin missbraucht hat ohne bestraft zu werden. in unserer stadt dürfte der nicht mehr frei leben. |
(0)
|
undvon art11abs1_menschenrechte am 13.01.2012 00:18Und ja, man muss das Ende abwarten. In Rage hat mich der Beitrag gebracht, es der "Prügeltussi" zeigen zu wollen. Der nicht von IHNEN kam. Ich hatte mit Ihnen eher eine offene Diskussion um Möglichkeiten und Perspekten gesehen, keine dümmliche Schlammschlacht. Sollte ich den Eindruck erweckt haben, entschuldige ich mich. |
(0)
|
![]() |
So,von Bergziege![]()
(55) am 15.01.2012 14:48hab ich das auch nicht aufgefasst.; Also kein Grund sich zu entschuldigen. Trotzdem möcht ich hier für keine Seite Partei ergreifen, weil ich die Richtigkeit der Aussagen nicht beurteilen kann. Aber ein Richter ist in D unabhängig, denn er wird nich gewählt,sondern ernannt. Und das irgendwie für seine ganze Dienstzeit. Was gut ist und trotzdem manchmal Probleme birgt.s. Richter "Gnadenlos". Er entscheidet am Ende, egal was gefordert wird. Und kann höchstens beim Schöffengericht von diesen überstimmt werden. Das weiß ich aber nur aus einem Bericht. Bitte korrigieren wenn falsch. Also spielen die Forderungen von außen für ihn keine Rolle. |
(0)
|
(1)
|
Die Justiz wird hier wieder mal versagen...von unbekannt am 11.01.2012 23:49Sieht einfach danach aus als wußte die sich nicht anders zu helfen. Gibt viel zu viele hilflose Lehrer.. warum habt ihr euch den Beruf gewählt wenn ihr euch vor 30 aggresiven Jugendlichen einscheisst? Kids riechen eure Unsicherheit schon bevor ihr was davon merkt.. und das nutzten Sie aus. Denke sowas lernen Pädagogen.. ? |
(0)
|
»Übersicht Länderspiegel
Neue Hoffnung für Wahlkreise
Verfassungsrichter geben dem Bund auf, den Anteil Minderjähriger zu beachten. Dies stärkt Regionen mit einer überdurchschnittlichen alten Bevölkerung. »mehr
Vertrieben aus der Heimat
Im Jahr 1952 beginnt ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte. Die DDR bereitet die Zwangsumsiedlung vieler Menschen aus... »mehr
Der Mord an einem Rentner in Weiden ist aufgeklärt...
Weiden - Drei Wochen nach dem gewaltsamen Tod eines 66-jährigen Mannes in Weiden in der Oberpfalz ist der Fall aufgeklär... »mehr
(9)
Sauberkeit ist das A und O
Oberfränkische Bäcker reagieren mit Gelassenheit auf den Skandal bei Müller-Brot. Mangelnde Hygiene sei in kleinen Betri... »mehr
Das könnte Sie auch interessieren
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Magazine
Umfrage




















































