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Eine Mischung aus Kreativität und Effizienz

Der Automobilzulieferer Valeo in Bad Rodach gehört zu einem fran- zösischen Konzern. Am Standort im Landkreis Coburg arbeiten auch französische Fachkräfte.

Von Iris Kroon-Lottes
  • Sie sind zurzeit bei Valeo in Bad Rodach im Volontariat International en Entreprise (VIE): Valeo-Betriebsratsvorsitzender Axel Dorscht mit Yves Steffanus, Thomas Tuméo, Frédéric Arantes und Alice Isch-Wall.
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Bad Rodach - Im Besprechungszimmer bei Valeo herrscht ein Sprachengemisch: Fränkische Fragen treffen auf französische Antworten, Erklärungen auf Deutsch haben einen charmanten französischen Akzent. Und das, obwohl die allgemeine Konzernsprache bei Valeo eigentlich Englisch ist, wie Personalchef Narcisse Benissan-Messan erklärt. Doch Alice, Thomas, Yves und Frédéric nutzen die Gelegenheit und offenbaren im Gespräch mit Personalleiter und Europa-Betriebsrat erstaunlich gute Deutsch-Kenntnisse.

Die vier Franzosen nehmen derzeit an dem internationalen Freiwilligenprogramm VIE (Volontariat International en Entreprise) teil, das junge Leute aus Frankreich im Alter von 18 bis 28 Jahren in Unternehmen im Ausland absolvieren können. In Bad Rodach arbeiten seit 1995 zwischen zehn und 15 VIEs pro Jahr. Sie lernen auf diese Weise deutsche Unternehmenskultur kennen. Für Europa-Betriebsrat Axel Dorscht eine Bereicherung für die gesamte Belegschaft. Und ein wichtiger Faktor, um deutsch-französische Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten besser auszuloten. "Schließlich gehört Valeo in Bad Rodach zu einem global tätigen französischen Konzern, der weltweit einer der größten Zulieferer der Automobilindustrie ist. "Wir pflegen eine internationale Unternehmensphilosophie. Da ist es auch für mich wichtig, über die Grenzen des regionalen Standortes hinaus zu schauen", erklärt Dorscht.

Einige VIEs wurden nach ihrem Volontariat übernommen und sind in der Region sesshaft geworden. Fränkisch-französische Freundschaften sind daraus entstanden. "Ich habe sogar einmal eine Verlobung eines englisch-französischen Paars im Büro miterlebt", erzählt der Europa-Betriebsrat schmunzelnd. Die betriebliche Zusammenarbeit mit französischen Kollegen sei für ihn und auch für das Unternehmen ein wichtiger kultureller Austausch, erklärt der bekennende Europafan Dorscht.

Doch wo liegen die Unterschiede in der deutsch-französischen Arbeitsweise? Stimmen bestehende Vorurteile, dass Deutsche eher effizienter, Franzosen dafür kreativer tätig sind? "Ich glaube, da ist etwas dran", sagt Frédéric Arantes, der bereits seit 18 Monaten als VIE in Bad Rodach arbeitet. "Mir gefällt es, wie hier Arbeiten umgesetzt werden, effizient und ohne Umwege. In Frankreich wird viel mehr über ein bestehendes Problem diskutiert." Alice Isch-Wall kam über ein Erasmus-Austauschprogramm nach Bayreuth, um dort Betriebswirtschaftslehre zu studieren.

Jetzt arbeitet sie als VIE in der Personalabteilung beim Automobilzulieferer Valeo. Ihr haben am Anfang besonders die Arbeitszeiten zu schaffen gemacht. "In Frankreich beginnen wir erst gegen 9 Uhr und haben dafür eine längere Mittagspause, in der wir uns gerne mit anderen Kollegen treffen. Dafür arbeiten wir abends länger und kommen erst später nach Hause", sagt sie. Dadurch würden sich Franzosen besser untereinander austauschen und vernetzen. Freundschaften unter den Mitarbeitern könnten leichter entstehen, was für sie wichtig sei.

    
    

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