zuletzt bearbeitet: 04.08.2011 06:03 Uhr
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Münchberg lockt Fachkräfte
Die Textilberufsschule bekommt neue Ausstattung für Seiler und Metallbauer sowie eine neue EDV-Anlage. Die Investitionen über 200 000 Euro machen die Einrichtung bundesweit beliebt bei Experten.
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Die Maschine, mit der es möglich ist, eckige Seile zu knüpfen, gibt es nur drei Mal auf der Welt. Fachlehrer Stefan Günther (rechts) erklärt deren Funktionsweise, welche die Ehrengäste (von links) Kreiskämmerer Dietmar Scholz, Rolf Härtl vom Bundesverband des deutschen Seiler-, Segel- und Netzmacherhandwerks, Xaver Aschenbrenner vom Verband der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie, Schulleiterin Monika Nestvogel, Landrat Bernd Hering und Bürgermeister Thomas Fein interessiert aufnehmen. Foto: Engel
Münchberg - Für die Textilberufsschule Münchberg war mitten im Sommer Weihnachten: Zur "Bescherung" konnten Schulleiterin Monika Nestvogel und ihr Stellvertreter Dieter Rücker zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Sie waren praktisch die Nikoläuse, denn nur durch ihre Unterstützung war es möglich, dass die Schule mit neuen Maschinen für Seiler und Metallarbeiter ausgestattet werden konnte.
Der Startschuss sei schon 2009 gefallen, führte die Schulleiterin aus, als man von der Regierung von Oberfranken die Mitteilung bekam, dass die Ausstattung förderfähig sei. "Das hat Jubel ausgelöst!" Sofort hätte man sich gemeinsam mit der Kreiskämmerei an das komplizierte Ausschreibungsverfahren gemacht. Und die Arbeit sei sehr gut gemacht worden: Die Vorkalkulation von über 198 000 Euro sei nur um 2205 Euro überschritten worden. "Wir haben gut kalkuliert und sehr gut verhandelt", sagte Nestvogel, die dafür besonders den Herren Scholz und Singer von der Kreiskämmerei dankte. Sie hätte sich schon fast nicht getraut, darum zu bitten, auch die veraltete EDV-Anlage auszutauschen. Auch diese Bitte sei erfüllt worden, wofür nochmals fast 22 000 Euro durch den Kreis investiert werden mussten. Zwei Räume, für Metallarbeit und für Seiler, wurden total neu eingerichtet.
Landrat Bernd Hering hatte seinem Grußwort ein Zitat aus der Münchberg-Helmbrechtser-Tageszeitung vom Juli 2005 vorangesetzt, darin hieß es: "Ab dem Schuljahr 2005/06 gibt es eine neue Blockbeschulung an der Textilberufsschule Münchberg: eine für den Beruf des Seilers. Das Berufsbildungszentrum hat damit einen ganz dicken Fisch an Land gezogen." Für das BBZ hätte die neue Bundes-Blockbeschulung eine große Aufwertung bedeutet; sie vervollständigte das einmalige textile Ausbildungszentrum. "Genau das ist das BBZ, mit seinen tragenden Säulen der Textilberufsschule. Einmalig in der textilberuflichen Ausbildungslandschaft", sagte Hering.
Hervorragender Ruf
Die Textilberufsschule hätte einen hervorragenden Ruf als leistungsfähiges und zukunftsorientiertes Ausbildungszentrum. Drei Gründe sieht der Landrat dafür ausschlaggebend. Die hohe fachliche und soziale Kompetenz der Schulleitung und des Lehrerkollegiums, die heimischen Betriebe, die mit dieser Schule an einem Strang ziehen, und einen Schulaufwandsträger, der konstruktiv jene Mittel zur Verfügung stellt, die es braucht, um die Schulqualität sicher zu stellen. Im Grunde sei die Neuausstattung eine Erstausstattung, die es bisher noch nicht gegeben hätte.
Beim Rundgang konnten die Ehrengäste die Neuerungen in Augenschein nehmen, die vom Landkreis, aber auch zusätzlich von textilen Firmen und Maschinenbauern zur Verfügung gestellt wurden. Besonderes Interesse erweckte bei den Seilern eine Fertigungsmaschine, mit der eckige Seile geknüpft werden können. "Aus ganz Deutschland schicken Betriebe, die sich für diese Maschine interessieren, ihre Mitarbeiter nach Münchberg, um diese hier einarbeiten zu lassen", verrät stellvertretender Schulleiter Dieter Rücker.
Etwa 520 Schüler aus ganz Deutschland werden in der Textilberufsschule Münchberg blockbeschult. 140 in der 3. Klasse, 160 in der 2. und 220 in der ersten Klasse. Für das kommende Schuljahr liegen bereits etwa 200 Anmeldungen vor, damit steigt die Schülerzahl auf etwa 580.
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