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„Mittelmaß zwischen Profi- und Kinderfußball finden’’

DFB | Jugendreferent Christian Schönig über die richtige Philosophie im Jugendfußball, die fünfte Mini-EM und die Fußballschule

Zum ersten Mal entsandte der Deutsche-Fußball-Bund einen Spielbeobachter zur Mini-EM der Deutsch-Tschechischen Fußballschule. Jugendreferent Christian Schönig schilderte seine Eindrücke, die Unterschiede des west- und osteuropäischen Fußballs und seine Aufgabengebiete.

Von Sören Göpel
  • fpsp_Schönig 2sp Christian Schönig
     
  • fpsp_Endspiel 3sp Im Endspiel zwischen der Deutsch Tschechischen Fußballschule und Roter Stern Belgrad wurde um jeden Ball gekämpft. Hier bedrängen Jannik Ultsch und Mario Lieslik einen Belgrader Angreifer.
     
Bild von

Zum ersten Mal entsandte der Deutsche-Fußball-Bund einen Spielbeobachter zur Mini-EM der Deutsch-Tschechischen Fußballschule. Jugendreferent Christian Schönig schilderte seine Eindrücke, die Unterschiede des west- und osteuropäischen Fußballs und seine Aufgabengebiete.

Welche Aufgabe haben sie als DFB-Referent bei der Mini-EM?

Ich schau nicht speziell auf Spieler, sondern schaue mir die Spielphilosopie und Spielweisen der Mannschaften an. Natürlich steht auch die Deutsch-Tschechische-Fußballschule im Fokus.

Welche Philosophiebei der Förderung von Kindern und Jugendlichen verfolgen sie?

Die gleiche wie die DTFS. Nämlich heimatnahes, qualitativ gutes Training in vertrauter Umgebung. Im frühen Alter Kinder von der Familie zu ‚trennen‘, halte ich für falsch. Ich bin neben meiner Tätigkeit als DFB-Mitarbeiter auch Leiter der Eintracht Frankfurt Fußball- Akademie und trainiere eine Mannschaft. Dort verfolgen wir ähnliche Ziele und haben Erfolg damit.

Um Profi zu werden, müssen allerdings auch schon in der Jugend Entbehrungen hingenommen werden.

„Ja, aber bei einem Zehnjährigen schon an Profifußball zu denken, ist irrsinnig. Das sind Kinder. Die harte Schiene bringt gar nichts. Trainer und Eltern sollten ein gutes Mittelmaß zwischen Leistungsdenken und Kindheit finden.“

Die Kinder sollen also nicht überfordert werden?

Ja, denn wenn sie zu sehr unter Druck gesetzt werden, verlieren sie die Lust. Fußball ist ein Spiel und Spiele sollen Spaß machen. Ich finde die Mini-EM einen guten Vergleich von europäischen Spitzenteams, aber die Reisestrapazen sollte man Kindern nicht so oft zumuten.

Was haben Sie bei den Spielen der fünften Mini-EM beobachtet?

Es wird guter Fußball gespielt und es geht wahnsinnig zur Sache. Wie intensiv in diesem Alter schon die Zweikämpfe bestritten werden ist der Wahnsinn. Besonders beeindruckt hat mich die Cleverness von einigen Spielern.

Gibt es neue Überlegungen des DFB für den Jugendfußball in Deutschland?

Sie steckt noch in den Kinderschuhen, wird aber kommen, die Zertifizierung von Fußballschulen- und -camps. Es ist aber noch nichts konkret.“

    
    

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