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Regionalsport

Plötzlich ein Spitzenteam

Die SpVgg Greuther Fürth ist das Team der Stunde in der 2. Fußball-Bundesliga. Das Team pirscht sich immer weiter nach oben. Die Erfolgsserie kommt nicht von ungefähr.



Die Fürther Johannes van den Bergh (links) und Niko Gießelmann jubeln über den Sieg ihrer Mannschaft.
Die Fürther Johannes van den Bergh (links) und Niko Gießelmann jubeln über den Sieg ihrer Mannschaft.  

Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft: Noch vor vier Monaten lag die SpVgg Greuther Fürth in der 2. Fußball-Bundesliga am Boden. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern rückten die Abstiegsränge immer näher. Nach einem Sieg gegen Bochum war nach der Niederlage in Dresden für Trainer Stefan Ruthenbeck Schluss. Janos Radoki folgte ihm.

Seit elf Spielen sitzt der ehemalige Trainer der Fürther U 19-Bundesliga-Mannschaft nun auf der Bank der Kleeblätter. Seine Bilanz kann sich sehen lassen: Sechs Siege, vier Unentschieden - seit der Auftaktniederlage des Jahres 2017 beim TSV 1860 München sind die Fürther sogar ungeschlagen. In der Rückrundentabelle liegen die Franken schon auf dem dritten Tabellenplatz. Nur Union Berlin und die gerade bezwungenen Stuttgarter schnitten noch besser ab.

Ausgerechnet jetzt kommt die Länderspielpause. "Wenn wir nach der Länderspielpause so weitermachen, dann können wir noch viele Punkte holen. Dann müssen wir aber im Training und in den Spielen mit einer ähnlichen Intensität antreten wie in den vergangenen Wochen", sagt Veton Berisha, der am Samstag als Torschütze neben Torhüter Balasz Megyeri der Fürther Matchwinner gewesen war.

Auch Megyeri gehört zu den Spielern, die den Fürther Aufwärtstrend am ehesten verkörpern: Nach Jahren, in denen sich am Ronhof die Torwartfrage immer wieder stellte, ist der Ungar eine feste Bank. Und der Torhüter strahlt nach der Erfolgsserie eine große Portion Selbstbewusstsein aus. Seine Ansage: Platz sechs im Gesamtklassement muss keineswegs das Ende sein. "Nach den Siegen gegen Hannover und Stuttgart wissen wir, dass wir auch gegen die Spitzenteams der Liga gewinnen können. Das stärkt selbstverständlich den Glauben an uns", sagt der Keeper.

Doch was macht die Stärke der Fürther aus? Megyeri meint: "Wir haben füreinander gekämpft." Veton Barisha geht einen Schritt weiter: "Wir haben unter dem Strich ein tolles Spiel abgeliefert. Gegen den Tabellenführer ist es bekanntlich nicht einfach und deshalb natürlich ein besonderer Sieg."

Vor 12 660 Zuschauern waren die Gastgeber zu Beginn das deutlich bessere Team und gingen dank eines starken Abschlusses von Berisha in Führung. In der ersten Stunde hätten die Fürther nachlegen können, aber Berisha und Serdar Dursun scheiterten knapp. Stuttgart drängte später auf den Ausgleich. "Ab der 70. Minute war es ein Powerplay", sagte Fürths Trainer Janos Radoki nach dem "Abnutzungskampf". Die beste Chance der Gäste vereitelte Megyeri, der einen Schuss von Kapitän Christian Gentner per Reflex über die Latte lenkte.

"Wenn du einen Teamspirit hast, hast du auch das Glück, wenn du es brauchst", sagte der ungarische Torwart nach dem vierten Heimsieg am Stück. "Wir haben mit Mann und Maus die Führung verteidigt", sagte Marco Caligiuri: "Wir haben ein Selbstbewusstsein entwickelt. Wir wissen aber auch, dass wir dafür hart gearbeitet haben."

Nun stellt sich die Frage, wohin die Reise für die Fürther noch gehen könnte. Angesichts eines Abstands von elf Punkten auf den Relegationsplatz sind Aufstiegsträume wohl fehl am Platze. Dafür haben die Fürther in der Vorrunde zu viele Punkte liegen gelassen.

Umso interessanter ist daher eine Entscheidung, die es am Montag gab: Die beiden Ersatzkeeper, Sascha Burchert und Marius Funk, haben ihre Verträge bis Sommer 2020 verlängert. "Sascha ist ein enorm wichtiger Bestandteil unseres Teams. Er gibt in jedem Training Vollgas, ist ein absoluter Teamplayer und hat in seinen Spielen gute Leistungen gezeigt. Sportlich und als Typ ist er ein absoluter Gewinn für uns", sagt Sportdirektor Ramazan Yildirim. Auf Funk, der aktuell in der Reha an seinem Comeback arbeitet, ruhen die Hoffnungen auf eine erfolgreichen Zukunft. Interessanter als diese beiden Vertragsverlängerungen dürften aber die Gespräche mit den anderen jungen Spielern des Fürther Kaders werden. Gelingt den Kleeblättern dabei, den ein oder anderen länger zu halten, könnten wieder erfolgreiche Zeiten auf die Fürther warten.

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
21:57 Uhr

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20. 03. 2017
21:57 Uhr



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