zuletzt bearbeitet: 24.03.2011 14:31 Uhr
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Zum Geburtstag die Wand hinauf
Klettern | Vereine und Hallenbetreiber
wecken mit guten Angeboten Begeisterung
Klettern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Auch die Kletterhallen und -felsen in Oberfranken werden von immer mehr Menschen genutzt.
Im Sportpark Untreusee steht eine der größten Kletterwände der Region. Sie ist zehn Meter hoch und 20 Meter breit. Gerhard Degen, selbst ein leidenschaftlicher Kletterer, ist verantwortlich für das betreute Klettern im Sportpark. Auch im größten Naherholungsgebiet spüren die Verantwortlichen die Begeisterung. „Etwa 40 Prozent mehr Leute kommen im Vergleich zu früher in die Halle“, schätzt Degen. Über die Gründe kann er nur spekulieren: „Viele wollen ihre Grenzen austesten, das Adrenalin spüren, oder vielleicht den Reiz der Natur erleben“, sagt er. Kurse werden in Hof nicht angeboten, aber betreutes Klettern ab drei Jahren. „Wer mitarbeitet und großes Interesse zeigt, darf auch zu Kletterfahrten ins Gebirge mitreisen. Ab zehn Jahren ist das möglich.“
Kurse in Marktredwitz
In Marktredwitz erhofft sich der Alpenverein, in diesem Jahr sein 1500. Mitglied begrüßen zu dürfen. Natürlich suchen nicht alle die steile Herausforderung, doch Kletterwandbetreuer Alwin Neudert spürt schon seit „vier, fünf Jahren das verstärkte Interesse am Sportklettern“. Eine Prozentzahl will er jedoch nicht nennen. „Manche kommen nur ein Mal im Jahr, andere wiederum sehe ich regelmäßig klettern. Genaue Zuwachszahlen kann ich nicht nennen.“
Im Gegensatz zu Hof werden in Marktredwitz Kurse angeboten. In regelmäßigen Abständen finden Schnupper-, Anfänger- und Fortbildungsveranstaltungen statt. Dass seine Sportart solch einen Boom erlebt, schreibt Neudert auch den ausgebauten und neuen Kletterhallen zu. „Früher herrschte Gedränge. Das schreckte Anfänger ab“, meint er. Der absolute Renner in Marktredwitz sind derzeit Kindergeburtstage in der Kletterhalle. Einen pro Monat verzeichnet der Alpenverein seit einiger Zeit. „Daran war früher nicht zu denken.“ Neudert sieht auch gesellschaftliche Vorteile im Klettern. Nur gemeinsam könne man erfolgreich sein und Spaß in diesem Sport haben. „Auch das Vertrauen zum Partner, der die Sicherungsseile hält, muss vorhanden sein.“ Gefragt sind Mut, Kraft und Kondition. „Deshalb besuchen uns auch immer mehr Schulen.“
„Wir haben vor gut zehn Jahren an der richtigen Stelle investiert“, blickt Wolfgang Neidhardt, Vorsitzender der Alpenvereins-Sektion Selb, zufrieden zurück: „Als es darum ging, eine ordentliche fünfstellige Summe in den Bau einer Kletterwand zu stecken, waren 1997 keineswegs alle Mitglieder davon überzeugt, dass dies sinnvoll sei.“ Als die Sektion vor vier Jahren die Wand auf der Bühne der Jahnturnhalle auf die heutige Größe von 250 Quadratmeter erweiterte, gab es praktisch keine kritischen Stimmen mehr. Die Zahlen haben die Mitglieder überzeugt. „Wir hätten heute ohne die Kletterwand deutlich weniger als tausend Mitglieder“, stellt der Vorsitzende fest.
Leben an Sporteinrichtungen würden, wie überall, aber nur die engagierten Mitarbeiter schaffen. In Selb heißt der Verantwortliche Klaus Rübensal. Der kann mittlerweile auf einen festen Helferstab bauen und hat mit zahlreichen Initiativen dafür gesorgt, dass Klettern auch in Selb boomt. So betreut er selbst nun in der zweiten Saison Klettern als Schulsport im Programm „Sport nach 1“. Und zu den üblichen Trainingsstunden, an drei Abenden pro Woche finden sich bisweilen über 20 Aktive ein. Rübensal führt aus persönlicher Erfahrung noch ein weiteres Argument dafür an, dass Klettern keine kurzfristige Zeiterscheinung ist, sondern eine Sportart, die auf Dauer gesünder hält: „Seit ich intensiver klettere, habe ich keine Kreuzschmerzen mehr.“ S.G. / W.N.
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