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„Alles, nur nicht den Sport im Kopf“

Kritik wächst

Die VGF Marktredwitz ist in der 2. Volleyball-Bundesliga auf dem besten Weg, den Kredit bei den Fans zu verspielen. Für Rudi Liebscher (59) ist auch Trainer Pavel Barborka „zu weich“ gegenüber den Aktiven.

  • fpsp_am_Milan_und_Joschi_01 Unterschiedliche Ansichten: Milan Cernousek (rechts) und Joschi Liebscher. Fotos: Peter Perzl
     
  • fpsp_mwa_am_rudi-liebscher_ Rudi Liebscher, der Mannschaftsverantwortliche.
     
  • fpsp_am_Pavel_Barborka_0104 Soll endlich auf auf den Putz hauen: Trainer Pavel Barborka.
     
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Herr Liebscher, erst mal herzlichen Glückwunsch zum Amt des stellvertrettenden Vorsitzenden, das sie nun mit ihrer Funktion als Mannschafts-Verantwortlicher ausüben. Wie haben Sie denn auf die katastrophale Vorstellung gegen Durmersheim reagiert?

Das Schlimme ist, ich kann kaum etwas tun. Wenn ich zwölf Leute hätte, säßen jetzt sechs auf der Bank. Aber wir sind ja gerade spielfähig. Wie soll ich da Druck ausüben? Das einzige was mir bleibt, ist mit den Spielern zu reden. Das habe ich bereits am vergangenen Mittwoch getan und werde es diese Woche noch einmal in verschärfter Form tun. Ansonsten bin auch ich machtlos.

Einige überschätzen sich

Wie lässt sich dieses von den meisten Zuschauern als „unterirdisch“ empfundene Spiel erklären?

Die Jungs denken offenbar an alles, nur nicht an Volleyball. Die waren ja auf dem Feld gar nicht anwesend. Dazu kommt, dass es Spieler gibt, die sich noch maßlos überschätzen.

Aber wenn es schon nicht läuft, kann ich doch zumindest kämpfen?

Da gebe ich Ihnen recht. Allesamt wollten doch in der 2. Liga spielen, also müssen sie auch alles geben und dafür investieren. Doch kein Einziger hat in der gesamten Saison das gezeigt, was er letztes Jahr geboten hat. Damals waren alle sechs auf dem Feld 100- bis 120-prozentig bei der Sache. Da gab es kaum Ausfälle. Jetzt spielen vielleicht mal zwei gut, zwei schlecht und zwei noch mittelmäßig. Das ist der ganz große Unterschied.

Dabei präsentierten sich die Durmersheimer gar nicht gerade in überragender Verfassung?

Beileibe nicht. In der Form des Vorjahres hätten wir die, ohne überheblich zu klingen, klar gepackt. Was am Samstag abging, war absolut nicht normal.

Müssen die Zuschauer befürchten, dass die letzten drei Saisonpartien, davon zwei zu Hause, in ähnlicher Form ausklingen?

Das hoffe ich mal nicht. Ich erwarte, dass sich endlich alle zusammenreißen. Bedauerlich ist, dass die Truppe am Sonntag in Friedrichshafen wahrscheinlich zu sechst anreisen muss. Der Joschi (Liebscher) hat an der Uni in Würzburg Prüfungen für seine Ausbildung zum Techniker. Lukas (Zakrzewski) klagt über Knieprobleme und Jan (Liebscher) ist seit seinem Bänderriss nicht mehr richtig fit geworden. Ihm tut zudem das Handgelenk weh. Dazu kommen die unerklärlichen Viruserkrankungen von Andreas Söllner und Jan Forst, der wieder mit Fieber ins Krankenhaus musste. Beide spielen wohl in der Saison nicht mehr.

Mit der Autorität des Trainers scheint es auch nicht zum Besten zu stehen?

Deshalb bin ich ja runter an den Spielfeldrand im zweiten Satz, weil die Leute oben auf der Tribüne stinksauer waren. Dann sagt er mir, dass Schimpfen nichts bringe. Aber es kann doch nicht sein, dass bei so einer Leistung auf dem Feld noch Ruhe herrscht. Die Jungs muss einer aufwecken. Der Milan Cernousek wäre damals in seiner Zeit als verantwortlicher Trainer explodiert und hätte sich so etwas niemals nicht bieten lassen. Jetzt hält er sich verständlicherweise zurück. Der Pavel (Barborka) ist da einfach zu weich. Im Training verhängt er konsequent seine Strafen, aber im Spiel haut er einfach nicht auf den Tisch. Das kann nicht sein. Was sollen denn die Zuschauer denken?

Ein Pfeifkonzert wäre verdient

Es scheint, als wäre die Mannschaft auf dem besten Wege, sich das mühsam erarbeitete gute Image in wenigen Wochen kaputt zu machen?

Wenn es so weitergeht, dürfte jeglicher Kredit bald verspielt sein. Normalerweise hätte die Mannschaft ein gellendes Pfeifkonzert verdient gehabt. Doch die Zuschauer sind nach Spielschluss einfach nur aufgestanden und unzufrieden nach Hause gegangen. Wir können wirklich stolz auf unsere Fans sein. Trotz der langen Niederlagenserie kamen im Schnitt 300 in die Halle. Das Gespräch führte

Peter Perzl

    
    

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