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Ergün Aydinli ist wieder da! Der in Oberfranken bestens bekannte Torjäger wollte, wie berichtet, Profi im Land seiner Väter werden und heuerte bei einem 150 Kilometer von Istanbul entfernten Drittliga-Klub an. Nach anderthalb Monaten warf der ehrgeizige Aydinli das Handtuch. "Die haben mich nur noch hinhalten wollen und boten zuletzt weniger Geld als ausgemacht war." Da spielte der in Deutschland geborene Stürmer nicht mehr länger mit und flog zurück.
Und er war, sagt er, froh, dass es letztendlich nicht geklappt hat. "Es ist eine Riesenumstellung. Zwischen der türkischen und deutschen Mentalität liegen Welten. Ich weiß nicht, ob ich zurechtgekommen wäre." In Deutschland fiel ihm gleich ein Stein vom Herzen. Er erfuhr nämlich, dass der TV Selb-Plößberg die Lücke in der Zwischenzeit schließen konnte, die er ziemlich plötzlich hinterlassen hatte. Mit Marco Gruber war einer verpflichtet worden, dessen Lieblingsbeschäftigung auch das Toreschießen ist. "Ich hatte permanent ein schlechtes Gewissen. Ich wollte den TV in der höheren Liga nicht im Stich lassen. Schließlich hatte ich mit meinen Toren maßgeblich mitgeholfen, den Aufstieg zu schaffen."
"Es war keine verlorene Zeit"
Als er dem verlockenden Angebot der Türken zusagte, versprach er den Selb-Plößbergern, dass sie bei seiner eventuellen Rückkehr "der erste Ansprechpartner" sein würden. Weil aber der TV inzwischen Gruber und mit Andreas Heinrich (zuletzt ATS Hof West) noch einen offensiven Mittelfeldspieler geholt hatte, war der Bedarf in Selb-Plößberg gedeckt.
Wie bereits kurz berichtet, hat sich Ergün Aydinli kurzerhand dem Landesliga-Klub SpVgg Selbitz angeschlossen. Wie kam dieser Kontakt zustande? Aydinli: "Ich kenne viele, die in Selbitz spielen. Da lag es nahe, dass ein Gespräch geführt wird." Ein Gespräch, das beide Seiten zufriedenstellte. Jetzt soll Ergün Aydinli mithelfen, die zuletzt durch zwei Niederlagen gerupften Selbitzer wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. Vorsitzender Gerhard Färber: "Im Sturm klemmt es gewaltig. Spieler wie Klein und Lawall geben sich zwar Mühe, sind aber noch nicht ganz soweit. Aydinli hat das Zeug dazu, uns sofort weiterzuhelfen."
Der 23 Jahre junge Stürmer, der beim FC Bayern Hof in der Jugend begann, dann in Regnitzlosau, Röslau und zuletzt beim TV Selb-Plößberg spielte, traut sich diese Rolle in der Selbitzer Mannschaft auch zu. "Es war keine verlorene Zeit in der Türkei. Ich habe sechs Wochen lang unter Profibedingungen bis zu drei Mal am Tag trainiert. Ich bin fit!"


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