Lade Login-Box.
Topthemen: Hof-GalerieBilder vom WochenendeKinderfilmfestBlitzerwarner

Boulevard

Bei den Emmys siegt die Tradition

Laue Gags und unpolitische Preisträger: Die 70. Emmys drückten sich um Aussagen zu Donald Trump und wurden dem eigenen Wunsch nach mehr Vielfalt nicht gerecht. Einen ganz besonderen Höhepunkt gab es dann aber doch.



Emmys
Emmy-Preisträger Glenn Weiss hält um die Hand seiner Freundin Jan Svendsen an.   Foto: Chris Pizzello/Invision » zu den Bildern

Gleich zu Beginn haben sich die Produzenten der 70. Emmy Awards selbst ihr Zeugnis gegeben: «Wir haben's gelöst» («We solved it») hieß es in einer Tanznummer mit Stars mehrerer Minderheiten, die in Film und Fernsehen immer noch unterrepräsentiert sind.

Die schwarzen Schauspieler und Comedians Sterling K. Brown («This is Us») und Kenan Thompson («Saturday Night Live»), Latinosänger Ricky Martin und die kanadisch-koreanische Schauspielerin Sandra Oh waren zu sehen und bemühten sich, dem Abend von Anfang an einen Anstrich von Vielfalt mitzugeben - doch in den folgenden drei Stunden machten die Juroren der Television Academy diesem Versprechen einen Strich durch die Rechnung. Es siegten alte - und vorwiegend weiße - Bekannte.

In den Comedykategorien mussten beispielsweise die innovativen Schwarzen-Dramadies «Atlanta» und «Insecure» zurückstecken. Weder in den Darsteller- noch in den Hauptkategorien gewannen sie, stattdessen war die melancholische 50er-Jahre-Serie «The Marvelous Mrs. Maisel» der große Abräumer. Neben dem Preis als beste Comedyserie gewann auch Rachel Brosnahan in der Titelrolle als aufstrebende Comedian Midge Maisel im New Yorker East Village den Emmy als beste Schauspielerin in einer Comedyserie. Weitere Preise gab es für Regisseurin und Autorin Amy Sherman-Palladino und Nebendarstellerin Alex Borstein. Die charmante Serie kam auf insgesamt acht Preise; sie läuft in Deutschland im Streaming-Angebot von Amazon.

In den Dramakategorien wurde die Fantasyreihe «Game of Thrones» zum dritten Mal als beste Serie ausgezeichnet. Der Schauspieler des «Gnoms» Tyrion Lennister, Peter Dinklage, gewann auch den Preis als bester Nebendarsteller in einer Dramaserie. Insgesamt kam die Sky-/RTL2-Serie auf neun Auszeichnungen, viele davon allerdings bereits in den am vergangenen Wochenende vergebenen kleineren Sparten wie Make-up und Spezialeffekte.

Großer Verlierer bei den Dramen war der Vorjahressieger «The Handmaid's Tale»: 20 Mal war das dystopische Drama über eine nahe Zukunft, in der Frauen brutal unterdrückt werden, nominiert, nur drei Siege gab es. Auch der komplexe Sci-Fi-Western «Westworld» gewann nur vier Preise bei 21 Nominierungen - beide wären mutigere Sieger als «Game of Thrones» gewesen.

Gewohnt gut lief es dagegen für «Saturday Night Live» mit acht Auszeichnungen. Künstlerisch muss das Team um Produzent Lorne Michaels sich aber Kritik gefallen lassen: Zum ersten Mal seit den späten 80er Jahren wurden sie für die Gags und Laudationen der chronisch quotenschwachen Emmys angeheuert, doch die dreistündige Show litt unter einigen Hängern, die beim Star-Publikum im Microsoft Theater sichtliche Ratlosigkeit hinterließen.

Auffällig auch die Abwesenheit des derzeit häufigsten unsichtbaren Gasts bei US-Award-Zeremonien: Donald Trump. Hatte Robert De Niro noch beim Theaterpreis Tony «Fuck Trump!» in die Mikrofone geschrien, so blieben die Fernsehstars am Montag ungewohnt zahm. Einzig Late-Night-Moderatorin Samantha Bee gönnte sich einen bissigen Seitenhieb und sagte: «Ich schaue gerade immer dieses sehr schockierende dystopische Drama namens «Die Nachrichten». Aber sie müssen wirklich mal die Hauptrolle neu besetzen.»

Mehr Eindruck hinterließ da schon Regisseur Glenn Weiss. Er gewann einen Preis für die Inszenierung der Oscarverleihung und nutzte seine Dankesrede für einen Heiratsantrag. An seine im Publikum sitzende Freundin Jan Svendsen gerichtet, sagte er: «Du fragst Dich, warum ich Dich nicht 'meine Freundin' nenne. Ich will Dich 'meine Frau' nennen.» Sie nahm an und er gab danach hinter der Bühne vor der internationalen Presse zu, keinen Plan B gehabt zu haben. Immerhin er löste seine Aufgabe.

Veröffentlicht am:
18. 09. 2018
09:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amazon Donald Trump Fernsehpreise Game of Thrones Microsoft Oscarpreis Preisträger Ricky Martin Robert De Niro Schauspielerinnen Traditionen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
"Game of Thrones"

17.07.2019

«Game of Thrones» mit 32 Emmy-Nomierungen

Was ist wichtiger für einen Fernsehpreis: Erfolg beim Zuschauer oder Liebe von professionellen Kritikern? Die Television Academy in den USA hat bei den Nominierungen für die Emmy-Awards eine deutliche Antwort gegeben. » mehr

Emmy Awards

21.09.2019

Fantasy ganz vorn: «Game of Thrones» hofft auf Emmy-Rekord

Spannung vor der Verleihung des wichtigsten TV-Preises der Welt am Sonntag: Wird «Game of Thrones» den eigenen Emmy-Rekord als meistprämierte Serie eines Jahres einstellen? » mehr

Sam Mendes

13.01.2020

«Joker», Mafioso und Soldaten - Oscars feiern Männerthemen

Mit dem Comic-Thriller «Joker», dem Kriegsdrama «1917», «The Irishman» und Tarantino gibt es viele männliche Oscar-Favoriten. Das geht auf Kosten von Frauen in Hollywood. Erneut ist keine Regisseurin nominiert. » mehr

Bad Banks

26.11.2019

Falscher Umschlag: Panne bei den International Emmys

Bei den International Emmys hätte mit «Bad Banks» zum zweiten Mal eine deutsche Produktion den wichtigsten Preis als «Beste Dramaserie» gewinnen können. Dass daraus nichts werden würde, war schon zu Beginn der Show klar ... » mehr

Robert De Niro

20.01.2020

Robert De Niro bei den SAG Awards ausgezeichnet

Robert De Niro hat am Sonntag in Los Angeles den SAG Life Achievement Award erhalten. Der US-Filmstar nutzte die Bühne für ein politisches Statement. » mehr

Martin Scorsese

25.11.2019

Scorsese bei Netflix: Grünes Licht für teures Gangster-Epos

«Taxi Driver», «Good Fellas», «The Wolf of Wall Street»: Seit Jahrzehnten liefert Martin Scorsese großes Kino. Doch mit dem Mafia-Epos «The Irishman» landet der Regisseur bei dem Streamingdienst Netflix. Was ist passiert... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Ausgebrannter Schwertransport A9 bei Münchberg

Lkw-Brand A9 bei Münchberg |
» 24 Bilder ansehen

Tina Turner Show - Simply the Best

Tina Turner Show - Simply the Best | 27.01.2020 Hof
» 60 Bilder ansehen

Selber Wölfe - EV Füssen

Selber Wölfe - EV Füssen | 26.01.2020 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
18. 09. 2018
09:15 Uhr



^