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Berliner Museen sollen wieder öffnen

Für die in der Corona-Krise darbende Kulturszene gibt es erste Hoffnungen auf eine vorsichtige Öffnung bisher verschlossener Türen. Einige Museen könnten bald wieder zugänglich sein - unter Bedingungen.



Coronavirus - Berliner Museen
Säulengang vor der Alten Nationalgalerie und dem Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel.   Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Museen in Berlin mit der berühmten Museumsinsel können vermutlich in Kürze wieder öffnen. Auch in anderen Bundesländern wird über Lockerungen für bisher geschlossene Museen in der Corona-Krise beraten.

Nach dpa-Informationen sieht eine Vorlage für den Berliner Senat den 11. Mai als Datum vor. Dann sollen ebenfalls Bibliotheken der Stadt ihren Betrieb zumindest in Teilen wieder aufnehmen können. Sämtliche Schritte stehen unter dem Vorbehalt, dass die jeweiligen Häuser die hygienischen Voraussetzungen und die während der Corona-Krise geltenden Distanzregelungen erfüllen können.

Die gut 170 staatlichen, städtischen und privaten Museen Berlins sind seit Mitte März geschlossen. Allein zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

Die Hamburger Kulturbehörde hat Gespräche mit den Museen aufgenommen, um zu erörtern, wie Konzepte für einen Betrieb aussehen könnten. «Die Ministerpräsidenten hatten angekündigt, darüber beim nächsten Treffen Ende April sprechen zu wollen. Da wollen wir dann vorbereitet sein, um schnell wieder anfangen zu können», sagte Kultursenator Carsten Borsda (SPD).

In Bayern steht noch nicht fest, wann die Museen wieder öffnen. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU), der auch Vorsitzender der Kulturministerkonferenz ist, will sich für eine Öffnung der Museen unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen einsetzen. In Bayern gibt es viele berühmte Häuser, darunter die Pinakotheken und das Deutsche Museum in München oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg.

In Frankfurt/Main wünschen sich die Verantwortlichen, «dass wir Anfang Mai wieder die Türen zum Städel Museum und der Liebieghaus Skulpturensammlung öffnen können». Für den Museums- und  Ausstellungsbetrieb gibt es einen Hygieneplan. Die Zahl der Besucher soll durch den Verkauf von Zeitfenstertickets im Onlineshop begrenzt werden, die Besucherführung im Museums verändert und mehr gereinigt werden.

In Sachsen sind Museen zumindest bis nächste Woche weiter geschlossen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hoffen nun auf den 4. Mai und bereiten sich auf eine schrittweise Öffnung ihrer Museen vor. Die Landesregierung will am 30. April über mögliche weitere Lockerungen ab dem 4. Mai beraten.

Museen können aus Sicht des Deutschen Museumsbundes beispielhaft vorangehen bei der Rückkehr von kulturellen Angeboten. Der Verband verweist dazu auf Erfahrungen beim Besuchermanagement. Zudem ist durch verschiedene Maßnahmen eine Öffnung unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln möglich.

Für die Museen hat der Verband eine Liste zusammengestellt, die bei der Vorbereitung einer Wiedereröffnung helfen soll. Darin geht es um Fragen der schrittweisen Öffnung, Begrenzung der Besucherzahlen, Besucherführung, Zeitfenster für Risikogruppen oder erweiterte Öffnungszeiten.

Auch Kunstkritiker plädieren für eine «behutsame Wiedereröffnung» der Museen. Beim Besuch von Kunstmuseen gebe es schon immer bestimmte Verhaltensregeln zum Schutz der ausgestellten Werke, sagte die Präsidentin der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA, Danièle Perrier, in Köln. Wie bei Blockbuster-Ausstellungen üblich, könne zum Beispiel eine nur begrenzte Besucherzahl pro Stunde zugelassen werden. Eine maximale Verweildauer und Schutzmasken könnten vorgeschrieben werden.

Der Deutsche Bühnenverein fordert eine «schrittweise Normalisierung» des Spielbetriebs der Theater und Orchester. Es sei nun an der Zeit, auch bei der Kultur «vorsichtig nach vorne zu blicken», teilte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne am Dienstag in Köln mit. Auch die Künste seien gerade in diesen Zeiten «systemrelevant», sagte Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon. «Sie können der Gesellschaft Halt geben und dabei helfen, wieder Hoffnung zu schöpfen.» Die neuen digitalen Theaterkonzepte seien langfristig kein Ersatz für den Kontakt zum Publikum.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 04. 2020
15:54 Uhr

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