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Die Art Basel sorgt sich um den Kunstmarkt

Verkäufe in Millionenhöhe, Superreiche aus aller Welt: Die Art Basel ist die Messe der Extreme. Doch zeigt sich die weltweite größte Kunstmesse erstmals besorgt um den Markt.



Kunstmesse Art Basel
Das Kunstwerk "Life Dress" (2018) von Alicia Framis auf der Art Basel.   Foto: Georgios Kefalas » zu den Bildern

Von Jeff Koons und Georg Baselitz bis hin zu einer Autoreinigungsanlage: Auf der Art Basel werden wieder Werke von Stars der internationalen Szene gezeigt, aber auch Arbeiten junger Talente, außerdem Klassiker der Moderne, von denen in Basel noch so viele zu finden sind wie sonst wohl auf keiner anderen Kunstmesse.

Rund 2000 Künstler sind dieses Jahr auf der weltweit größten Branchenmesse zu sehen, an der bis zum Sonntag 290 Galerien aus 34 Ländern teilnehmen.

Auch 2019 demonstriert die Art Basel wieder, dass sie die Messe der Extreme ist, auf der sich Superreiche aus aller Welt ein Stelldichein geben. Doch etwas ist dieses Jahr anders. Messechef Marc Spiegler hat vor der Publikumseröffnung an diesem Donnerstag (13. Juni) nicht von Expansionsprojekten und neuen Märkten geredet. Erstmals sprach der Messeleiter von härteren Zeiten für den Kunstmarkt.

Für bestimmte Galerien seien schwierige Zeiten angetreten, sagte der 51-Jährige auf der traditionellen Pressekonferenz. Erstmals habe man deshalb ein Preismodell eingeführt, das die kleineren und mittleren Aussteller fördern solle. Damit spielte Spiegler auf das Sterben der Galerien im unteren und mittleren Segment an.

Doch diese sind wichtig für die Messe, um sicherzustellen, dass alle Sammler entsprechende Angebote finden. «Das ist keine symbolische Maßnahme», betonte Spiegler. Sie werde auch für die Art-Basel-Ableger in Miami und Hongkong greifen, die jährlich jeweils im Dezember und März stattfinden.

Die Art Basel verstehe sich als Plattform, um Machtkonzentrationen auszugleichen, betonte Spiegler auch in Interviews. Konkret sieht das neue Modell unter anderem vor, dass solche Galerien, die erstmals im Hauptsektor der Messe ausstellen wollen, einen Rabatt von 20 Prozent im ersten Jahr und von 10 Prozent im zweiten Jahr der Teilnahme erhalten.

Vor allem dort herrschte bei den VIP-Besichtigungen am Dienstag und Mittwoch reger Andrang. Branchengrößen wie Gagosian, White Cube, David Zwirner und Thaddaeus Ropac buhlten mit Werken von Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Albert Oehlen und Jeff Koons um die Gunst der Sammler, die die Nischen der Mega-Galerien in Basel wortwörtlich stürmten.

Gagosian & Co. sind jene Flaggschiffe, die mit einer Handvoll Künstlern viel Geld machen und zusammen mit den Auktionshäusern von dem boomenden Kunstmarkt am meisten profitieren. Laut dem von der Art Basel und der Schweizer Großbank UBS vor kurzem herausgegebenen «Art Market Report» haben sich 2018 die Umsätze der Auktionshäuser und Galerien mit Kunst weltweit auf rund 67,4 Milliarden Dollar (59,4 Mrd. Euro) summiert, 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Repolitisierte Kunst und Werke mit Millionenwert: Das sind auch dieses Jahr wieder die Trends der Art Basel. Auf der Unlimited, wie der Sektor mit monumentalen Skulpturen und raumfüllenden Installationen heißt, finden sich zahlreiche Arbeiten, die Rassismus, Sexismus und Gewalt ins Visier nehmen.

Hinter der weißen und ansprechenden Ästhetik von «LifeDress» der Spanierin Alicia Framis verbirgt sich das Thema sexueller Missbrauch und Gleichberechtigung von Frauen. Die Installation besteht aus Puppen, die schicke Kleider tragen. Sobald man sie jedoch anfasst, entfalten sie sich ähnlich wie Airbags.

Um die Metoo-Debatte geht es auch Andrea Bowers in «Open Secret». Auf langen roten Bahnen präsentiert die US-Amerikanerin rund 100 Texte, die unter anderem Namen und Beruf von Personen enthalten, die des sexuellen Übergriffs beschuldigt werden.

Natur und Mensch stehen in den Arbeiten von Giuseppe Penone im Vordergrund, der prominent mit «Cedro di Versailles» vertreten ist. Die Skulptur hat der italienische Vertreter der Arte Povera aus einer mehr als 190 Jahre alten Zeder erschaffen, die der Orkan «Lothar» Ende 1999 im Park von Versailles bei Paris entwurzelt hatte.

Um den Umgang mit der Natur geht es auch dem Schweizer Enzo Enea, der am Rande der Messe bis zu 700 Jahre alte Olivenbäume zeigt, deren Wurzeln mit Seilen nach einer bekannten Samurai-Technik «gefesselt» sind. Enea hat vor mehreren Jahren ein Baummuseum in der Nähe von Zürich gegründet, wo er über 50 Bäume zu Naturkunstwerken inszeniert.

Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
14:49 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
14:49 Uhr



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