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Glanzvoller Auftakt von Kulturhauptstadt-Jahr in Plowdiw

Antike Geschichte und europäische Gegenwart verschmelzen in Bulgariens Plowdiw. Die 8000 Jahre alte Siedlung feiert nun das Kulturhauptstadt-Jahr. Viele Tausende Menschen kommen zur großen Feier in der kleinen Stadt. Jeder kann sich wie ein Star fühlen.



Plowdiw
Mit einer grandiosen Show hat die südbulgarische Stadt Plowdiw das europäische Kulturhauptstadt-Jahr eröffnet. Foto: AP   Foto: dpa

Grandioses Feuerwerk, 200 Chorsänger, bulgarische Dudelsackmusik und Volkstänze: Die Eröffnung des Kulturhauptstadt-Jahres in Plowdiw auf einer 30 Meter hohen mehrfarbigen Multi-Media-Bühne war ein beeindruckendes Spektakel.

Eine Open-Air-Show dieser Art hatte die Stadt mit rund 350.000 Einwohnern und auch ganz Bulgarien noch nie erlebt. Tausende Zuschauer, auch aus anderen Städten, strömten trotz Winterkälte und bei eisigem Wind am Samstagabend zu dem Mega-Event, das von dem Berliner Künstlerkollektiv phase7 performing.arts inszeniert wurde.

Das südbulgarische Plowdiw zählt mit seiner vermutlich 8000 Jahre langen Geschichte zu Europas ältesten durchgehend bewohnten Siedlungen. Das Stadtbild wird von antiken Sehenswürdigkeiten, einer Moschee, einer Synagoge, orthodoxen Kirchen und einer katholischen Kathedrale geprägt. Die Eröffnungsshow «Wir sind alle Farben» wurde ganz in der Nähe eines römischen Theaters veranstaltet.

Die antike Geschichte der Region und seine Gegenwart waren in der Show untrennbar. Der weltbekannte bulgarische Flötist Teodossij Spassow eröffnete die Feier mit einer Melodie, die an Orpheus, den Sänger aus der griechischen Mythologie, erinnerte: Südöstlich von Plowdiw, bei dem Dorf Tatul, soll sich ein Grab von Orpheus befinden.

In dem rund 140 Kilometer östlich der Hauptstadt Sofia gelegenen Plowdiw leben slawischstämmige orthodoxe Bulgaren, Katholiken, Juden, Armenier, Roma und Türken friedlich nebeneinander. «Zusammen» lautet denn auch passend das Motto der Multi-Kulti-Stadt als Europas Kulturhauptstadt 2019. Dieses Motto wurde während der Eröffnung in jenen Sprachen ausgerufen, die heute in Plowdiw gesprochen werden.

Plowdiws Motto «Zusammen» sei ein Schlüsselwort auch für die Europäische Union, betonte die EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Maria Gabriel, aus Bulgarien. «Gerade hier verstehen wir, dass die Kultur keine Beilage, sondern von grundlegender Bedeutung zur Stärkung unserer europäischen Identität ist», betonte sie.

Am Tag von Plowdiws Eröffnungsshow wurde auch Europas neueste Geschichte nicht vernachlässigt: Am Römischen Stadion im Zentrum wurde eine Ausstellung mit Teilen der Berliner Mauer geöffnet, um an den 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November zu erinnern.

Die Auftritte bei der Mega-Show gaben einen Vorgeschmack auf die Akzente von Plowdiws Programm als Kulturhauptstadt: vielfältige Musik, Theater, Oper, ethnische Toleranz, Zusammenwirken und Zusammenerleben. Entsandte aus der anderen europäischen Kulturhauptstadt 2019, dem italienischen Matera, kamen ebenfalls zur Eröffnungsfeier in Plowdiw. Die offizielle Eröffnung in Matera ist am kommenden Samstag.

Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Initiative der Europäischen Union. Jedes Jahr werden zwei Städte ernannt - eine aus den alten EU-Staaten und eine aus den neuen. 2020 sind Rijeka in Kroatien und Galway in Irland Kulturhauptstädte.

Veröffentlicht am:
13. 01. 2019
14:20 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
13. 01. 2019
14:20 Uhr



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