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Impressionisten in der Hamburger Kunsthalle

Flirrende Landschaften und einfühlsame Porträts: Die Impressionisten revolutionierten Ende des 19. Jahrhunderts die Malerei. Wie, das zeigt jetzt eine Ausstellung in Hamburg.



Hamburger Kunsthalle
Das Gemälde "Frau mit Fächer" von Berthe Morisot in der Hamburger Kunsthalle.   Foto: Christian Charisius/dpa » zu den Bildern

Es sind wohlklingende Namen, die jeder kennt: Édouard Manet, Edgar Degas, Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir. Zu ihrem 150. Jubiläum zeigt die Hamburger Kunsthalle bis zum 1. März eine große Ausstellung mit Meisterwerken des Impressionismus aus der dänischen Sammlung Ordrupgaard.

«Die Schau bietet erstmals die Gelegenheit, Spitzenwerke sämtlicher führender Vertreter des französischen Impressionismus in der Hansestadt zu erleben», sagte Direktor Alexander Klar am Mittwoch in Hamburg. Nach Hamburg ist die Ausstellung noch in Prag und London zu sehen.

Die Gemälde sind Leihgaben des Museum Ordrupgaard bei Kopenhagen, dessen Sammlung auf die Schätze des Versicherungsdirektors Wilhelm Hansen und seiner Frau Henny zurückgeht. Nachdem das Ehepaar Hansen seit den 1890er-Jahren zunächst auf dänische Kunst setzte, widmete es sich von 1916 an gezielt dem Aufbau einer Sammlung französischer Malerei. «Anhand der ausgestellten Werke lassen sich die malerischen Revolutionen, die sich ab den 1860er-Jahren auf der Leinwand ereigneten, nachvollziehen», sagte Kurator Markus Bertsch.

Die Ausstellung beginnt mit den Anfängen der französischen Malerei im 19. Jahrhundert. Während der Klassizist Jean-Auguste-Dominique Ingres auf die Kraft der Umrisslinie setzte, wurde Eugène Delacroix mit unscharfen Konturen, intensiven Farben und einem leichten Pinselstrich «eine Art Ahnherr der impressionistischen Bewegung». Zu sehen ist sein einfühlsames Porträt der französischen Schriftstellerin George Sand (1838). Camille Corot (1796-1875) wurde mit seinen Landschaftsbildern «zu einer Ikone der Freilichtmalerei in Frankreich, der sich als Erster mit seiner Staffelei in die Wälder gesetzt hat», erläuterte Assistentin Amelie Baader.

Camille Pissarro, Alfred Sisley und Claude Monet konzentrierten sich vor allem auf die Landschaftsmalerei. «Den Künstlern ging es vor allem darum, die Atmosphäre einzufangen», sagte Baader. Ein Großteil ihrer Werke entstand daher «en plein air» - unter freiem Himmel - dabei war es den Malern besonders wichtig, das Licht überzeugend wiederzugeben. Charakteristisch ist neben der Verwendung heller, intensiver Farben eine auffallend skizzenhafte Malweise und kurze Pinselstriche, die oft deutlich sichtbar bleiben. «Unser Auge nimmt häufig ein Flirren wahr, das wir mit dem momentanen Eindruck des Dargestellten verbinden», sagte Bertsch.

Insbesondere die serielle Malerei - die Darstellung ein und desselben Motivs bei unterschiedlichen atmosphärischen Bedingungen - hatte es den Impressionisten angetan. So hielt Claude Monet die «Waterloo Bridge» (1903) in London in mehr als 40 Versionen fest. «Am liebsten war Monet in London, wenn es grau und kalt war, weil man dann den Rauch der Schlote besser sehen konnte», erläuterte Baader. Die beiden Impressionistinnen Berthe Morisot und Eva Gonzalès malten dagegen lieber Menschen. In ihren Werken ist die Nähe zwischen Modell und Malerin deutlich zu spüren - verbunden mit einer psychologischen Durchdringung ihrer Figuren.

Am Ende gibt Paul Gauguin (1848-1903) einen Ausblick, wie es weitergehen kann: Ist seine «Landschaft bei Pont-Aven» (1888) noch stark impressionistisch geprägt, haben «Die blauen Bäume» (1888) schon nichts mehr mit einer realistischen Landschaft zu tun - die Bäume sind blau, die Weinberge rot und der Boden gelb-orange.

Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
15:40 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
06. 11. 2019
15:40 Uhr



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