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Internationaler Man-Booker-Preis an Jokha Alharthi

Ein Buch, das nach Jury-Angaben Kopf und Herz gewinnt: Die omanische Autorin Jokha Alharthi hat den gewonnen. Ihre Themen sind Romanlesern in aller Welt vertraut.



Jokha Alharthi + Marilyn Booth
Jokha Alharthi (l) teilt sich den Preis mit ihrer Übersetzerin Marilyn Booth.   Foto: Man Booker International Prize

Der renommierte Literaturpreis Man Booker International geht in diesem Jahr erstmals an eine Schriftstellerin, die auf Arabisch schreibt.

Jokha Alharthi aus dem Oman gewann den Preis am Dienstagabend für ihren Roman «Celestial Bodies» (Himmelskörper) über die Lebensgeschichte von drei Schwestern im Oman, die in der Liebe verschiedene Wege gegangen sind.

Das Preisgeld von 50.000 Pfund (etwa 57 000 Euro) teilt sich Alharthi mit ihrer Übersetzerin Marilyn Booth. In der engeren Auswahl für den Preis war auch die deutsche Autorin Marion Poschmann mit ihrem Roman «Die Kieferninseln» aus dem Jahr 2017. Fünf der sechs Romane in der engsten Auswahl wurden von Frauen geschrieben.

Der Man-Booker-Preis International zählt zu den bedeutenden Literaturpreisen Großbritanniens. Er wird für ins Englische übersetzte Werke vergeben. Im vergangenen Jahr hatte ihn die polnische Autorin Olga Tokarczuk gewonnen. Mit dem noch bekannteren Man-Booker-Preis wird dagegen jedes Jahr ein in englischer Sprache erschienener Roman ausgezeichnet.

In Alharthis Buch geht es um die Erinnerungen von drei Schwestern an Familienbande und Schicksale, verknüpft mit der postkolonialen Geschichte des Landes auf der arabischen Halbinsel. Alharthis Werk sei kunstvoll und greife «tiefgreifende Fragen von Zeit und Sterblichkeit sowie verstörende Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte» auf, urteilte die Jury. «Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt und es wert ist, darüber zu verweilen.»

«Ich wollte das Leben so darstellen, dass junge Omaner etwas damit anfangen können, und auch ein Bild des Oman im 21. Jahrhundert zeichnen, vor allem für diejenigen, die diesen Teil der Welt nicht so gut kennen», sagte Alharthi in einem Interview mit den Veranstaltern. «Omaner laden andere Menschen durch ihr Schreiben ein, mit offenem Geist und Herz auf den Oman zu schauen. Egal, wo man ist, Liebe, Verlust, Freundschaft, Schmerz und Hoffnung sind überall die gleichen Gefühle.»

Alharthi hat in Schottland klassische arabische Literatur studiert und das Studium dort 2010 mit einem Doktortitel abgeschlossen, wie sie auf ihrer Webseite schreibt. Sie lehrt demnach heute an einer Universität im Oman. Seit 2001 hat sie Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, von denen nach ihren Angaben einige in Übersetzungen in europäischen Literaturmagazinen veröffentlicht wurden.

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dpa

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Veröffentlicht am:
22. 05. 2019
11:28 Uhr

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22. 05. 2019
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