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«Lindenstraße» mit Topquote beim Finale

Die «Lindenstraße» ist jetzt Geschichte. In der letzten Folge der Kultserie gab es noch einmal Spiegeleier von Mutter Beimer - und ein offenes Ende. Fans daheim reagierten mit Tränen und Applaus.



Lindenstraße
Marie-Luise Marjan vor dem «Restaurant Akropolis».   Foto: Steven Mahner/WDR/dpa

Die «Lindenstraße» ist jetzt Geschichte - mit einer Topquote hat sich die ARD-Kultserie nach fast 35 Jahren verabschiedet.

Die Schlussszene am Sonntagabend war tragisch, aber versöhnlich: Helga Beimer (Marie-Luise Marjan) steht auf der Straße und lässt ihren Blick verklärt lächelnd über die Hausfassaden schweifen. Dann geht sie ins Restaurant «Akropolis» zu ihrer Geburtstagsfeier, zu der alle «Lindenstraße»-Bewohner gekommen sind. Am Bildschirm versammelten sich 4,09 Millionen zum Lebewohlsagen. Laut Branchendienst dwdl.de waren es zuletzt im Januar 2011 so viele. Zu Beginn der 90er Jahre waren es noch über zehn Millionen gewesen.

Viele Fans taten auf der offiziellen Facebook-Seite ihre Trauer kund. «Vielen Dank liebe Lindenstrasse für die gemeinsamen Jahre», schrieb eine Userin. «Im Abspann bin ich aufgestanden und habe geklatscht. Danke, ihr werdet mir alle so sehr fehlen.» Ein Facebook-Nutzer stimmte ein: «ganz ehrlich bin zwar ein Mann aber ich hab heute Tränen in den Augen gehabt.» Viele andere erzählten auf Facebook ebenso von ihrem Schlussapplaus für die Serie.

Dass ausgerechnet Helga auf den letzten Metern möglicherweise das Schicksal des Hauses Nummer 3 besiegelt hat, ahnt sie nicht. Denn sie hat einen verschwundenen Vorvertrag aus dem Altpapier gefischt, der Angelina Dressler (Daniela Bette) zur neuen Besitzerin eines nebenan geplanten Hotels macht. Und Angelina hat einen perfiden Plan: Bei den Bauarbeiten für eine Tiefgarage soll das Fundament des Nachbarhauses beschädigt werden, so dass alle Bewohner «leider, leider» ausziehen müssen.

Doch ob es tatsächlich so gekommen wäre? Die Zuschauer werden es nie erfahren. Denn die 1758. Folge mit dem Titel «Auf Wiedersehen» endete - wie alle Folgen zuvor - mit einem Cliffhanger.

Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD hatte sich 2018 mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags für die «Lindenstraße» entschieden. Das Zuschauerinteresse und die Sparzwänge seien nicht vereinbar mit den Produktionskosten, hieß es zur Begründung. Schauspieler und Fans reagierten schockiert. Produzent und Serienvater Hans W. Geißendörfer sagte vor wenigen Wochen der Deutschen Presse-Agentur, er sei wütend und habe «nach wie vor totales Unverständnis für die Entscheidung, die mir willkürlich erscheint».

Die in Köln produzierte «Lindenstraße», deren erste Folge am 8. Dezember 1985 lief, zeigte von ihrer Grundidee den Alltag einer Nachbarschaft. Vor allem in ihren Anfangsjahren sorgte sie für manchen Skandal, etwa mit dem ersten Schwulen-Kuss im deutschen TV.

Eine Stärke der Serie war ihre Aktualität. In längeren Handlungssträngen griff sie immer wieder strittige Themen auf, zum Beispiel den Umgang mit Flüchtlingen oder Rechtsextremismus. In der Schlussfolge waren Radionachrichten zu hören, in denen die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus erwähnt wurde - obwohl die Dreharbeiten bereits kurz vor Weihnachten 2019 geendet hatten.

Zum Abschluss briet Mutter Beimer ein letztes Mal ihre berühmt-berüchtigten Spiegeleier. Zudem krachte es noch einmal heftig zwischen Helga und ihrer ewigen Rivalin Anna Ziegler (Irene Fischer) - ehe die beiden sich schließlich doch noch in die Arme fielen.

Im Abspann wurde ein kurzer Text eingeblendet, mit dem sich Team und Ensemble der Serie bei den Zuschauern für deren jahrelange Treue bedankten. Dazu erklang der Applaus der «Lindenstraße»-Bewohner aus dem «Akropolis». Offenbar taten es ihnen viele am Bildschirm gleich.

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dpa

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Veröffentlicht am:
30. 03. 2020
16:50 Uhr

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