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Lukas Nelsons Aufstieg zum Star

Country-Ikone Willie Nelson ist sein Vater. Als Ziehsohn von Neil Young und im Lady-Gaga-Film «A Star Is Born» wurde er bekannt. Nun steht Lukas Nelson kurz davor, selbst ein Topstar zu werden.



Lukas Nelson
Lukas Nelson hatte ziemlich gute Lehrmeister.   Foto: Steve C. Mitchell/EPA

Lukas Nelson hat eine Menge Talent - aber auch Glück gehabt: Sein Vater ist der seit über 60 Jahren unermüdlich aktive US-Country-Rebell Willie Nelson.

Mit Papas kanadischem Langzeitkumpan Neil Young steht Nelson junior als Gitarrist auf der Bühne. Der 30-Jährige schreibt selbst zeitlos schöne Folk- und Countryrock-Songs, die kürzlich sogar zu Hollywood-Ehren kamen. Und dann hat dieser junge Mann auch noch ein Filmstar-Gesicht, gerahmt von Bart und langen Haaren. Kurzum: ein klassischer Siegertyp.

Seit «A Star Is Born» (2018), dem mehrfach Oscar-nominierten Filmdrama mit Popsängerin Lady Gaga und Schauspieler und Regisseur Bradley Cooper, ist Lukas Nelson über den Geheimtipp-Status weit hinaus. Dort spielte er eine Rolle in der fiktiven Band der beiden Hauptdarsteller und steuerte mehrere Lieder zu dem Soundtrack bei, der Ende vorigen Jahres in den USA und Großbritannien die Albumcharts anführte.

Diese Entwicklung hat ihn, der als Teil der Nelson-Musikdynastie nach eigener Erinnerung bereits seit seinem zehnten Lebensjahr Songs schreibt, etwas überrumpelt. «Nicht wirklich» habe er jemals damit gerechnet, in einem Hollywood-Film mitzuspielen, sagt Lukas Nelson im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Und fährt fort: «Ich nehme die Welle jetzt einfach mit.»

Natürlich sei der Film-Job «fantastisch» gewesen, betont Nelson. «Eine Ehre, mit diesen beiden unglaublichen Künstlern und dem ganzen Produktionsteam zu arbeiten, (...) eine schöne Sache.» Als damals noch eher unbekannter Rock-Songwriter mit einem Pop-Superstar wie Lady Gaga Musik zu komponieren, sei eigentlich auch ganz einfach gewesen: «Wir sind beide ausgebildete Musiker. Wir sprechen dieselbe Sprache. Es war sehr natürlich, mit ihr Songs zu schreiben.»

Überhaupt scheint Lukas Nelson vieles leicht zu fallen. Das fünfte Studioalbum mit seiner 2008 gegründeten Band Promise Of The Real - das Mitte Juni veröffentlichte «Turn Off The News (Build A Garden)» - verströmt wieder eine Westcoast-Lässigkeit, die viel mit gutem Folkrock-Handwerk, aber auch mit persönlicher Ausstrahlung zu tun hat.

Vielleicht liegt es ja an den Genen. Wer als Sohn von Willie Nelson (inzwischen stolze 86), dem Weltstar der US-Countrymusik, aufwächst, wer im Elternhaus früh mit Rock-Ikonen wie Neil Young (73) in Berührung kommt, der hat schon ein paar Startvorteile. «Mein Vater hat mich stark beeinflusst, er war ein großartiger Förderer», sagt Lukas Nelson. «Ich sehe das aber nicht als Drucksituation - sondern mich als Schüler und ihn als Lehrer.» Gelegentlich begleiten sich Vater und Sohn auch auf ihren jeweiligen Platten.

Ähnliche Wertschätzung gilt Altmeister Young, mit dem Lukas Nelson & Promise Of The Real seit 2015 vier Alben eingespielt haben und regelmäßig um die Welt touren - gewissermaßen als jüngere Begleitband-Version der legendären Rock-Rabauken Crazy Horse. «Er gehört zur erweiterten Familie, wir mögen einander sehr. Ich habe viel von Neil gelernt und fühle mich von ihm stets inspiriert», betont der Youngster im dpa-Interview.

Lukas Nelsons neue Lieder auf «Turn Off The News (Build A Garden)» haben aber ihren eigenen Charme. Dennoch setzen sie sich nicht krampfhaft von Papa Willie ab, der in «Civilized Hell» als Gast mitsingt (und fast zeitgleich mit Lukas sein neues Album «Ride Me Back Home» herausbrachte). Auch Ziehvater Neil ist in den 13 aktuellen Songs von Promise Of The Real als Einfluss herauszuhören, ferner der Sound von Traveling Wilburys, Glen Campbell, The Byrds oder Crosby Stills & Nash.

Es ist höchst ehrenwerter, massentauglicher Americana-Poprock, der die neu gewonnenen Fans von «A Star Is Born» nicht verschrecken, dem Aufstieg in die erste Liga also nicht im Wege stehen dürfte. Dass Lukas Nelson auch härter rocken kann, wird er Anfang Juli bei vier Konzerten auf deutschen Bühnen an der Seite von Neil Young beweisen.

Und danach? Der 30-Jährige möchte sich seine Lockerheit bewahren, auf eigenen Füßen stehen, fleißig und kreativ bleiben: «Ich schreibe die ganze Zeit.»

Konzerttermine von Neil Young & Promise Of The Real (mit Lukas Nelson) in Deutschland: 02.07. Dresden, Filmnächte am Elbufer, 03.07. Berlin, Waldbühne, 05.07. Mannheim SAP Arena, 06.07. München, Olympiahalle

Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
15:58 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
15:58 Uhr



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