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Online-Petition gegen Konzerte von R. Kelly

Der R&B-Sänger R. Kelly steht im Verdacht, Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Deshalb wollen viele Menschen seine geplanten Deutschlandkonzerte verhindern. Einer der beiden Auftritte ist nicht abgesagt, aber örtlich verlegt worden.



R. Kelly
Sänger Kelly bei den BET Awards 2013.   Foto: Frank Micelotta

Zehntausende haben in den vergangenen Tagen eine Online-Petition gegen die beiden geplanten Deutschland-Konzerte des Popmusikers R. Kelly unterschrieben.

Bis zum Freitagnachmittag hatten fast 30.000 Menschen ihren Namen unter die Online-Petition gesetzt, um die Konzerte in Ludwigsburg bei Stuttgart (12. April) und in Hamburg (14. April) zu verhindern. Mehrere deutsche Medien hatten zuvor über die Petition berichtet.

Am Freitag wurde bekannt, dass das Konzert in Ludwigsburg durch den Veranstalter abgesagt wurde. Als Grund dafür wurden allerdings nicht die Vorwürfe gegen den Musiker genannt. «Er hat das Konzert aus Kapazitätsgründen verschoben», sagte ein Sprecher der Stadt Ludwigsburg der Deutschen Presse-Agentur zur Entscheidung des Veranstalters. Das Konzert soll am gleichen Tag stattdessen im etwa 35 Kilometer entfernten Sindelfingen stattfinden. Am neuen Veranstaltungsort, dem Glaspalast, sollen bis zu 5000 Besucher Platz haben. In Ludwigsburg gab es laut Stadtsprecher gut 4700 Plätze.

Gegen den R&B-Künstler («I Believe I Can Fly») waren Anfang Januar in einer amerikanischen TV-Dokumentation massive Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erhoben worden. Die Vorwürfe reichen bis in die 90er Jahre zurück. Kelly hat die Vorwürfe mehrfach abgestritten.

Unter dem Titel «#RKELLYSTUMMSCHALTEN - Sexualverbrechern keine Bühne geben» will die Petition erreichen, dass beide Deutschland-Konzerte des Musikers abgesagt werden. Die Urheber der Initiative schreiben sich die Verlegung des Konzertes als Teilerfolg auf ihre Fahnen. «Wir appellieren nochmals an den Veranstalter (..), die Veranstaltungen abzusagen und den Gegenwind von inzwischen knapp 30.000 Menschen ernst zu nehmen», schrieben die Petitionsstarterinnen auf der Internetseite Change.org unter ihren Aufruf.

In Hamburg hat das Bezirksamt Hamburg-Nord einen Vertrag mit dem Veranstalter für das Konzert in der Sporthalle abgeschlossen. Damit sei die Behörde vertraglich gebunden, sagte ein Sprecher dazu. Sie sehe derzeit auch keine rechtliche Handhabe, den Vertrag einseitig zu kündigen. «Es obliegt dem deutschen Veranstalter die Wertung, ob es opportun erscheint, das Konzert wie geplant am 14. April stattfinden zu lassen», hieß es weiter. In die Hamburger Sporthalle passen dem Bezirksamt zufolge bis zu 7000 Besucher.

Der Veranstalter wollte indes zu den Vorwürfen gegen R. Kelly keine Position einnehmen. «Wir sind Veranstalter von Beruf und buchen den Künstler aufgrund seiner nicht bestreitbaren musikalischen Karriere und Leistung», sagte er der dpa. Der Sänger habe weltweit zahlreiche Fans, die ihn gern live erleben möchten. Jeder könne frei entscheiden, ob er das Konzert besuchen wolle oder nicht. Es sei nun an Ermittlern, Anwälten und Richtern, anhand der Fakten in diesem Fall ein Urteil über Schuld und Unschuld der Privatperson R. Kelly zu fällen. «Solange hier kein rechtsgültiges Urteil gefällt wird, sind wir an unseren Vertrag mit dem Künstler gebunden.»

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dpa

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Veröffentlicht am:
25. 01. 2019
17:33 Uhr

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17:33 Uhr



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