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«Raketenmann» Zapata überquert Ärmelkanal

Der erste Versuch scheiterte, der zweite gelingt. Der waghalsige Erfinder Zapata erreicht mit seinem Flugbrett die weißen Klippen von Dover. Neue Träume hat der 40-Jährige auch schon.



«Raketenmann» Zapata
«Raketenmann» Franky Zapata nach der Landung mit seinem Flyboard.   Foto: Steve Parsons » zu den Bildern

Jubel nach dem zweiten Anlauf: Frankreichs «Raketenmann» Franky Zapata hat mit seinem Flugbrett den Ärmelkanal überquert. Er landete am Sonntag nach 22 Minuten in der Nähe von Dover, nachdem er zuvor in Sangatte an der französischen Küste aufgebrochen war. Auf der Hälfte der Strecke legte er einen Zwischenstopp zum Tanken ein.

Der 40-Jährige aus Marseille war Ende Juli während eines ersten Versuchs beim Auftanken ins Meer gestürzt - und dabei mit einer kleinen Kratzwunde davongekommen.

Zapata streckte nach der Landung euphorisch die geballte Faust in die Höhe und umarmte einen Teamkollegen. «Es ist gut gelaufen. Ich bin zufrieden», sagte der Pilot dem französischen Nachrichtensender BFMTV. «Ich hatte keine Angst, war aber etwas gestresst.» Wenn man Angst habe beim Aufsetzen des Helms, solle man besser nicht starten.

Er habe Schmerzen verspürt, auf den letzten Kilometern dann aber ein riesiges Freudengefühl. «Es war wahnsinnig zu sehen, wie sich die Küste näherte», erzählte Zapata französischen Medien. «Seine eigene Maschine zu bauen und den Ärmelkanal zu überqueren - das ist wirklich ein Kindertraum», resümierte er im Radiosender Franceinfo.

Er sei nun müde und brauche Urlaub, fügte Zapata hinzu. Nach dem gescheiterten Versuch hatte er sein Fluggerät komplett repariert. Der Held der Lüfte brach laut Medien in Tränen aus, als ihm sein kleiner Sohn am Telefon sagte, er sei der beste Papa der Welt.

Sangatte liegt in der Nähe der nordfranzösischen Hafenstadt Calais. Zapata hob dort um 08.16 Uhr mit ohrenbetäubenden Lärm ab, Hunderte sahen ihm dabei zu. Von Sangatte bis zum britischen Küstenort St. Margaret's Bay sind es rund 35 Kilometer.

Der professionelle Jetski-Pilot flog mit einer Geschwindigkeit von bis zu 170 Kilometern pro Stunde auf einer Höhe von 15 bis 20 Metern über dem Meer. Das «Flyboard», auf dem er steht, hat fünf Triebwerke. Sie werden - wie bei Flugzeugen - mit Kerosin betrieben.

Mit seinem Flug über den Ärmelkanal wollte Zapata seinem Idol Louis Blériot nacheifern. Dieser hatte vor 110 Jahren als erster Mensch den Ärmelkanal in einem Flugzeug überquert.

Er wolle sich nicht mit dem Flugpionier vergleichen, sagte Zapata dem Sender BFMTV: «Er hat alles ausgelöst», meinte er mit Blick auf die Bedeutung Blériots für die Fliegerei. Zapata hat nach eigenen Angaben sein «Flyboard» erfunden.

Einen neuen Traum hat der Extremsportler auch schon: «Ich will auf 2000 Metern (Höhe) und über den Wolken fliegen. Das ist die nächste Etappe», sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Franceinfo vertraute der Abenteurer an, er arbeite schon seit längerem an dem Projekt eines «fliegenden Autos».

Der Franzose hatte bereits als stehender «Raketenmann» bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 14. Juli in Paris viel Aufsehen erregt. Er hob mit Gewehr und großem Getöse unweit der Ehrentribüne ab, wo Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel saßen. Macron veröffentlichte damals via Twitter ein Video von Zapatas Flug mit dem Kommentar «Stolz auf unsere moderne und innovative Armee».

Die Überquerung des Kanals mit dem selbstgebauten Flugbrett ist laut französischen Medien ohne Vorbild. Zapata hält seit 2016 bei «Guinness World Records» den Titel für den weitesten Flug mit einem Flugbrett - damals waren es in Südfrankreich 2,25 Kilometer.

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen gratulierte dem Piloten. Seine Ausdauer, auch gegenüber den französischen Behörden, habe sich ausgezahlt, teilte sie via Twitter mit. Die französische Seepräfektur hatte sich aufgrund von Sicherheitsbedenken zuerst gegen den ersten Startversuch vor rund eineinhalb Wochen ausgesprochen, dann aber eingelenkt.

Der Ärmelkanal fasziniert seit langem Abenteurer, Technikpioniere und angstfreie Sportler. So surfte der britische Milliardär Richard Branson vor sieben Jahren mit einem Kiteboard von britischen Insel aus nach Frankreich.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
04. 08. 2019
15:32 Uhr

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04. 08. 2019
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