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Schauspielerin Sonja Ziemann gestorben

Als «Schwarzwaldmädel» begeisterte Sonja Ziemann das Kinopublikum der Nachkriegszeit. Später überzeugte sie auch in Charakterrollen.



Sonja Ziemann
Sonja Ziemann ist tot.   Foto: Frank Mächler/dpa

Sie war einer der Leinwandstars der 50er Jahre: Sonja Ziemann. In den Rollen lebensfroher, mädchenhafter, unkomplizierter Frauen traf sie den Geschmack der Zuschauer.

Heimatfilme wie «Schwarzwaldmädel» und «Grün ist die Heide» wurden zu Kassenschlagern. Private Schicksalsschläge überschatteten die glanzvolle Karriere Ziemanns. Am Montag starb sie im Alter von 94 Jahren, wie ihr Bruder am Mittwoch sagte. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet.

Nachdem sie viele Jahre in Bad Wiessee am Tegernsee gelebt hatte, wohnte sie zuletzt in München. Geboren wurde Sonja Ziemann nahe Berlin, wo sie auch erste Erfolge feierte. Schon im Alter von 15 Jahren hatte sie erste kleine Engagements als Tänzerin im Berliner «Plaza» und trat bald darauf als Soubrette in Operetten auf. Von 1942 an bekam sie erste Rollen in Ufa-Filmen. Ihren Durchbruch feierte sie 1950 an der Seite von Rudolf Prack mit der Operettenverfilmung «Schwarzwaldmädel», wofür sie mit einem Bambi ausgezeichnet wurde.

1951 heiratete sie den Strumpf-Fabrikanten Rudolf Hambach. 1953 kam Sohn Pierre zur Welt. Die Ehe mit Hambach zerbrach später. Beruflich löste sie sich 1958 von ihrem mädchenhaften Image und wagte sich mit dem polnischen Film «Der achte Wochentag» ins Charakterfach. Bei den Dreharbeiten lernte sie ihren zweiten Mann kennen, den polnischen Autor Marek Hlasko. Drei Jahre später heirateten sie.

Nach «Der achte Wochentag» spielte Ziemann in anspruchsvolleren Filmen wie «Hunde, wollt ihr ewig leben» (1959), «Menschen im Hotel» (1959) oder «Frühstück mit dem Tod» (1964). In ausländischen Produktionen wie «Geheime Wege» (1960), «Der Tod fährt mit» (1962) und «Die Brücke von Remagen» (1969) war sie ebenfalls zu sehen.

Seit Mitte der 60er Jahre konzentrierte sich Ziemann zunehmend auf Theater und Fernsehen. Großen Erfolg auf der Bühne hatte sie als Eliza in dem Musical «My Fair Lady» in München (1962) oder in Tennessee Williams' Drama «Endstation Sehnsucht», für das sie 1973 zusammen mit Götz George auf Europatournee ging. Für ihr Schaffen wurde Ziemann 1984 mit dem «Filmband in Gold» geehrt, 1990 erhielt sie einen zweiten Bambi.

Privat musste die Schauspielerin einige Schicksalsschläge verkraften: Ihre Ehe mit Hlasko scheiterte. Kurz nach der Scheidung im Jahr 1969 starb Hlasko an einer Überdosis Schlafmittel. Ziemanns Sohn starb 1970, kurz vor seinem 17. Geburtstag, an einem Tumor. Der Schmerz über den Tod des einzigen Kindes blieb. Die Seele lasse sich nicht reparieren, sagte sie. Ihrem Sohn widmete Ziemann ihre 1998 erschienene Autobiografie «Ein Morgen gibt es immer».

1989 heiratete die Schauspielerin ihren langjährigen Freund und Kollegen Charles Regnier, mit dem sie in Zürich und später am Tegernsee lebte. Regnier starb im September 2001 nach einem Schlaganfall. Aus der Öffentlichkeit hatte sich Sonja Ziemann in den vergangenen Jahren weitgehend zurückgezogen.

Veröffentlicht am:
19. 02. 2020
11:41 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 02. 2020
11:41 Uhr



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