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Schluss mit «Veep»: Nach sieben Jahren endet die Serie

Unter Politcomedy-Fans gilt die Serie «Veep» als Aushängeschild des Genres. Am 9. Juli zeigt Sky das Finale der siebten Staffel. Das aktuelle Weltgeschehen scheint eine Fortsetzung zu verbieten.



Veep
Julia Louis-Dreyfus als Senatorin Selina Meyer in der ersten Episode der siebten Staffel der Serie «Veep».   Foto: Home Box Office/Sky

Die erste Folge von «Veep» zeigte HBO in den USA am 22. April 2012. Nur wenige Tage später bestellte der Sender eine weitere Staffel. Kritiker belohnten die Polit-Comedy-Show mit überragendem Feedback, Zuschauer mit starken Einschaltquoten.

Im Jahresrhythmus ließ der «Game of Thrones»-Sender neue Episoden folgen. Ähnlich regelmäßig heimste Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus für ihre Rolle der US-Vizepräsidenten Seline Meyer den US-Fernsehpreis Emmy ein - fünf Jahre in Folge. Nun ist nach sieben Jahren Schluss. Am 9. Juli ist das Finale bei Sky parallel zur US-Ausstrahlung zu sehen. Doch so schmerzvoll das für die Fans der Serie sein mag, so konsequent ist der Schritt.

Als im Februar 2013 die Netflix-Show «House of Cards» an den Start ging, waren die Medien voller Lobeshymnen. Für den Streaminggiganten war es einer der ersten großen Coups. «Veep» dagegen blieb - zumindest in Deutschland - eher ein Geheimtipp. Dabei ist die von Armando Iannucci erdachte Comedyserie auf den ersten Blick deutlich leichter zu verdauen als die Dramen, die sich zwischen den Underwoods im Weißen Haus abspielen.

Die Machenschaften in der von «Sieben»-Regisseur David Fincher produzierten Serie «House of Cards» ereignen sich im Schatten der Macht. Mit ihren hell ausgeleuchteten, minimalistischen Sets setzten die «Veep»-Macher den Amtssitz der Vizepräsidentin dagegen immer schon eher wie eine klassische Sitcom in Szene.

Dennoch behandeln beide Serien die gleichen Themen, denn ob man mit gewissenhafter Ernsthaftigkeit oder mit bitterer Ironie die Bigotterie der US-amerikanischen Politik entlarvt, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und im Kontrast zu den hier verhandelten Themen wirkt der Comedy-Anstrich nochmal besonders zynisch.

Dass sich die Produzenten ausgerechnet im November 2017 dazu entschlossen, «Veep» nach sieben Staffeln zu beenden, scheint aus der Sicht von HBO grob fahrlässig. Zum damaligen Zeitpunkt verabschiedete sich der US-Kabelkanal von seinem sprichwörtlich besten Pferd im Stall. Übrigens nicht zum ersten Mal: Auch die Mafia-Show «Sopranos» und die frauenaffine Dramaserie «Sex and the City» wurden auf dem Zenit ihres Erfolges beendet.

Doch 2017 wurde nicht nur das Ende von «Veep», sondern auch die erste Amtszeit Donald Trumps als US-Präsident eingeläutet. Die Produzenten nannten ihre Serie damals «auserzählt». In Wirklichkeit hat die Realität die in «Veep» zelebrierte Absurdität des Politzirkus längst eingeholt. Vielleicht könnte man heute einfach nicht mehr darüber lachen, was Seline Meyer und ihr Team hier fabrizieren - es könnte schließlich wirklich bald soweit sein.

Veröffentlicht am:
06. 07. 2019
11:25 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
06. 07. 2019
11:25 Uhr



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