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Tears For Fears erstmals seit dem Mauerfall in Berlin

Fast 30 Jahre mussten Fans darauf warten. Am Samstagabend spielte die britische Pop-Band Tears For Fears wieder ein Live-Konzert in Berlin. Es war der erste von nur zwei Gigs in Deutschland, bei dem die Briten nicht nur eigene Songs präsentierten.



Tears for Fears
Die Sänger und Gitarristen Roland Orzabal (l) und Curt Smith im Tempodrom.   Foto: Annette Riedl

Welcome to your life» rezitiert eine Frauenstimme aus dem dem Off, kurz bevor die Band die Bühne betritt. Die Zeile stammt aus dem 1985er Hit «Everybody wants to rule the world» von Tears for Fears - der zugleich der Opener des Abends ist.

Der rund 3000 Menschen fassende große Saal des Tempodrom am Anhalter Bahnhof in Berlin ist komplett bestuhlt. Doch schon mit den ersten Tönen der Arpeggio-Gitarre von Tears-For-Fears-Mastermind Roland Orzabal erheben sich die Zuschauer von ihren Plätzen, die allermeisten werden sich bis zum Ende des rund anderthalbstündigen Konzerts auch nicht wieder setzen.



Nach einem warmen Applaus des Publikums folgt «Secret World» von dem letzten Studioalbum der Briten, «Everybodys Loves A Happy Ending» von 2004, wobei Sänger Orzabal (57) ein paar Zeilen des Paul McCartney Wings-Songs «Let 'em in» einstreut. Nicht die einzige Huldigung an berühmte Kollegen - einige Songs später gibt die Band eine Coverversion des Radiohead-Krachers «Creep» zum Besten.



Fast 30 Jahre ist es her, dass Tears For Fears das letzte Mal in Berlin auftraten, erinnert sich Orzabals Bandpartner Curt Smith - und daran, dass damals gerade die Mauer gefallen war. Nun solle an anderer Stelle eine neue Mauer entstehen, fährt Smith in Anspielung auf Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine Mauer an der Grenze zum Nachbarland Mexiko fort: «Wir wissen, das funktioniert nicht.»



Ein Höhepunkt des Abends ist der Titel «Mad World» vom Debütalbum «The Hurting» von 1983. Die Pop-Hymne ist nicht zuletzt deshalb noch heute präsent, weil sie rund 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung mit einer Neuaufnahme von Michael Andrews und Gary Jules - als Titelmelodie für den Film «Donnie Darko» - die britischen Charts anführte.

Die beiden Frontmänner der sechsköpfigen Band, Orzabal und Smith sind heute beide ergraut, wie auch ein Teil der Zuschauer, die das Konzert später als «Zeitreise» in ihre Jugend beschreiben. Enge Freunde sind sie wohl nicht mehr, seit sie sich kurz nach dem großen Erfolg mit dem dritten Album «The Seeds Of Love» für fast zehn Jahre trennten und jeden Kontakt vermieden.



Aber sie begegnen sich mit Respekt, «jammen» eng bei einander stehend beim jazzigen «Badman's Song» - noch mehr Nähe suchen sie offensichtlich nicht. So ist es vielleicht auch kein Zufall, dass die Band ausgerechnet bei diesem Song für ein paar Takte ins Schwimmen gerät, sich dann aber doch professionell wieder fängt. Orzabal quittiert es mit einem nachsichtigen Lächeln in Richtung der Bandkollegen.

Nach dem gelungenen Gig bleiben seelige Gesichter. Eine Zuschauerin aus Sachsen erklärt: «Absolut stimmig. Am besten gefiel mir das Finale, das letzte Lied.» Der Schlusssong «Shout» war der wohl größte Hit von «TFF», wie ihre Fans die Band aus Bath in Großbritannien nennen und bei dem meisten Zuschauer in Berlin zumindest den Refrain mitsingen.



Auch der TV-Satiriker und Tears For Fears-Fan Oliver Kalkofe ist im Publikum, zieht das Live-Konzert am Samstagabend der Berlinale-Preisverleihung vor. Das Konzert sei «großartig» gewesen, sagt er der Deutschen Presse-Agentur: «Richtig geil - zu mega hätte einfach noch eine Zugabe mehr gehört, aber sonst perfekt.»

Veröffentlicht am:
17. 02. 2019
12:40 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
17. 02. 2019
12:40 Uhr



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