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«The Spur»: Letztes Teilstück der High Line öffnet

Einst eine vergammelte Hochbahntrasse, ist die High Line längst ein blühender Park und gehört zu den beliebtesten Touristenattraktionen New Yorks. 2,5 Kilometer sind schon länger geöffnet, jetzt wird mit der Abzweigung «The Spur» auch das allerletzte Teilstück freigegeben.



«The Spur»:
Einst eine vergammelte Hochbahntrass, heute ein blühender Park und Touristenattraktion in New Yorks.   Foto: Christina Horsten

Die Spur führt heute ins Nichts, aber das war nicht immer so. Mitte der 1930er Jahre wurde im Südwesten Manhattans eine Hochbahntrasse gebaut, damit Güterzüge ihre Ware direkt in die oberen Stockwerke der dort ansässigen Fabriken und Lagerhäuser liefern konnten.

Die Trasse ist rund 2,5 Kilometer lang, meist gerade mit einer großen Kurve im Nordteil - und einem einzigen kurzen Seitenabstecher etwa auf Höhe des Empire State Buildings: «The Spur». Gebaut wurde der Abstecher, der heute ins Nichts führt, damit Güterzüge Briefe und Pakete in das einst angrenzende Verteilerzentrum der US-Post bringen und von dort abholen konnten.

Die restlichen 2,5 Kilometer der einstigen Gütertrasse sind längst zum blühenden Park umgebaut worden, und am Mittwoch (5. Juni) kommt auch der kleine Abstecher über der 10th Avenue endlich dazu. «The Spur» wird als allerletzter verbliebener Teil der alten Hochbahntrassenstruktur nun auch Teil der High Line, die mittlerweile zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Stadt gehört. Mehr als sieben Millionen Menschen spazieren jedes Jahr über das inzwischen weltweit nachgeahmte Erfolgsprojekt - so viele, dass an sonnigen Tagen fast schon eine Art Dauerstau herrscht.

«The Spur» soll da neuen Platz bringen, zum Spazieren, Sitzen, Sehen und Gesehenwerden, für Blumen und Bäume - und für Kunst, schon seit längerem ein Fokus der Betreiber der High Line. Den Auftakt macht «Brick House», eine fast fünf Meter hohe Büste einer afro-amerikanischen Frau, die die Künstlerin Simone Leigh eigens für diesen Ort angefertigt hat und die bis September dort zu sehen sein soll. «Ich habe mir gedacht: Was gibt es für einen besseren Ort für eine weibliche, afro-amerikanische Figur?», sagt Leigh. «Nicht unbedingt aus Trotz, sondern um eine andere Vorstellung von Schönheit dort zu haben.»

In den 80er Jahren war die Trasse zur Brache geworden, die Verbindung zwischen der «Spur»-Abzweigung und dem Post-Verteilerzentrum wurde gekappt. Immer mehr Lastwagen wurden eingesetzt, und 1980 fuhr der letzte Zug über die heutige High Line - an Bord gefrorene Truthähne. Die Trasse vergammelte und mit ihr die Viertel um sie herum, bald geprägt von stinkender Fleisch-Industrie, Abfallbergen, Straßenstrich, Kriminalität und Drogen.

Der Abriss der Trasse war schon beschlossene Sache, aber Joshua David und Robert Hammond hatten andere Pläne. Die Nachbarn hatten sich auf einem Gemeinde-Treffen kennengelernt und eine Vision entwickelt: Die High Line sollte zum Park werden. Sie klagten gegen den Abriss, mobilisierten Prominente wie Schauspieler Edward Norton und Designerin Diane von Fürstenberg, sammelten Millionen - und hatten schließlich Erfolg.

2009 eröffnete der südliche Teil der High Line als Park, 2014 kam der nördliche hinzu. Die Schienen der Trasse sind vielerorts geblieben, aber dazwischen blühen Astern, Petunien oder Goldruten, führen Wege und stehen Bänke - und eröffnen sich Panoramablicke etwa auf das Empire State Building oder die Freiheitsstatue. Es gibt Essensstände, Führungen durch die Blumenbeete, kostenlose Sportkurse, gemeinsames Sterne-Gucken, Konzerte und Angebote für Kinder. «Wir haben eine neue Art und Weise geschaffen, wie man in New York und überall sonst über öffentlichen Raum nachdenkt», sagt Gründer David.

Der «Spur»-Abstecher war einst mit am meisten vom Abriss bedroht. Unter anderem mit roten T-Shirts mit «Save the Spur»-Aufdruck protestierten die High-Line-Betreiber immer wieder dagegen - und hatten nun Erfolg. «"The Spur" ist eine wichtige Erinnerung an das industrielle Erbe New Yorks», sagt Mitgründer Hammond. «Es gibt immer noch viel zu tun, aber das hier zeigt, was passieren kann, wenn Mitglieder einer Gemeinschaft sich zusammentun.»

Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
09:22 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 06. 2019
09:22 Uhr



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