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Weihnachtsalben: Von Eric Clapton bis John Legend

Weihnachtsklassiker neu aufgelegt: Das ist alljährlich die ewige Wiederkehr des Gleichen. Und doch gibt es immer wieder auch Aufregendes, Überraschendes und Ungewöhnliches zu entdecken.



Eric Clapton
Dieses Jahr kann man mit Eric Clapton Weihnachten feiern.   Foto: Uwe Anspach » zu den Bildern

Was haben Eric Clapton, John Legend, Lyambiko und Jessie J gemeinsam? Sie alle sind in diesem Jahr ganz besonders in Weihnachtsstimmung.

«Clapton is God», schrieben seine Fans einst auf die Mauern, jetzt feiert «Mister Slowhand» seine Wiederkunft als Christkind. Mit 73 Jahren hat ERIC CLAPTON mit «Happy Xmas» sein erstes Weihnachtsalbum mit zahlreichen Klassikern («Silent Night»), einigen eher unbekannteren Fest-der-Liebe-Songs und einer Eigenkomposition («For Love On Christmas Day») aufgenommen.

Ein lautes Rockspektakel ist es nicht geworden - im Gegenteil. Clapton hat die 16 Songs ordentlich mit Blues grundiert, Geigen mit verhaltenem Gitarrenspiel kombiniert und mit «Happy Xmas» ein stimmungsvolles und besinnliches Werk für die gedämpften und nachdenklichen Momente im Schatten des Weihnachtsbaumes vorgelegt.

Für Clapton-Fans ist dieses Album ein Muss, weil der Gitarrengott hier Charles Browns «Merry Christmas Baby» und andere Hits seiner afro-amerikanischen Lehrmeister singt.

Den Blues hat auch US-Retro-Rocker JD MCPHERSON mit seiner Band im Programm. «Ugly Sweater Blues» heißt seine zauberhafte Absage an hässliche Weihnachtspullover. Eine Absage an alle traditionellen Weihnachtslieder ist auch sein Album «Socks (A Christmas Album By JD McPherson)». Kein «Silent Night» und auch kein «Little Drummer Boy».

Dabei atmet JD McPhersons Rock'n'Roll-Album den rebellischen Geist der 60er Jahre - weg mit dem Nikolausmantel, her mit dem Petticoat. Ein herrlich beschwingter und augenzwinkernder Vintage-Spaß, der Weihnachten zu einer großen Party werden lassen kann.

Während JD McPherson dem Weihnachtsmann eine Nase dreht, hat die Echo-Jazz-Preisträgerin LYAMBIKO ihre weihnachtlichen Lieblingslieder aufgenommen. Das Akustik-Album «My Favourite Christmas Songs» besticht durch wunderbare Jazz-Balladen mit Pop-Anklängen, die durch Lyambikos samtene Stimme wie eine flauschige Winterlandschaft verzaubern.

Und mit «Driving Home For Christmas» (Chris Rea), «Last Christmas» (Wham!) und «All I Want For Christmas» (Mariah Carey) hat sie auch gleich drei Top-Klassiker der Moderne auf ihrem Album vereint. Ein wärmendes Best-of-Weihnachten, das keine Wünsche offen lässt.

Einen anderen Weg hat CLAUDIA KORECK eingeschlagen, die sich ihre Lieblingslieder für ihre «Weihnachtsplatte» gleich selbst geschrieben hat. In den letzten Jahren hat die Songwriterin gezeigt, dass ihre Wurzeln zwar in Bayern liegen, ihr Horizont aber sehr viel weiter reicht und sie längst zu einer Singer-Songwriterin von internationalem Format gereift ist.

Und so finden sich auf ihrer Weihnachtsplatte ganz harmonisch bayerische Lieder («Wenn da Winter koid is») neben englischen Songs («Christmas In Our Hearts»). Beim Sound hatte Koreck ganz konkrete Vorstellungen: «Musikalisch ehrlich und erdig sollte es klingen, zeitlos folkig mit Americana-Elementen», sagte sie laut Mitteilung ihrer Plattenfirma.

Dabei schlägt sie auch viele nachdenkliche Momente an: In dem sehnsüchtigen «Reindeers» geht es um das Vermissen des Liebsten, in «Weihnachten ohne di» erinnert sie an ihre zu früh verstorbene Großmutter. Sehr berührend.

Und auch für die Kinder hat Claudia Koreck etwas im Programm: Auf ihrer zweiten Kinderplatte «Weihnachten im Wald» feiert sie das Fest der Liebe mit Liedern und Geschichten. Natürlich sind Stinktier Rudi und die Kakerlake Karla von ihrer ersten Kinderplatte wieder mit an Bord.

Claudia Koreck hat ihre «Weihnachtsplatte» in einer abgeschiedenen Hütte in Schweden komponiert. Aus Schweden kommt auch der berühmte Posaunist NILS LANDGREN, der mit seiner Reihe «Christmas With My Friends» bereits bei der sechsten Ausgabe angelangt ist.

Jeanette Köhn, Ida Sand, Jessica Pilnäs und Sharon Dyall tragen zu dem erhaben-feierlichen Charakter des Albums bei, das Klassiker, schwedische Traditionals, Abba und Bach harmonisch miteinander vereint. Mit mehr Blues-Feeling als in den Jahren zuvor und mit der gewohnten Coolness hinterfragt Landgren klassische, volkstümliche und poppige Xmas-Musik.

Ganz auf Gesang dagegen verzichtet DELICATE STEVE, der auf «The Christmas Album» vor allem seine Gitarre singen lässt. Mit seiner nah am Rand des Kitsches sich entlanghangelnden Version von «Silent Night» startet er herzerweichend in die Weihnachtssaison.

Aber der US-Amerikaner ist hier nicht angetreten, um den Ricky-King-Gedächtnispreis zu gewinnen. Zug um Zug entfesselt er auf den neun Weihnachtsliedern seine Gitarre, um in dem fast 15-minütigen «Frosty the Snowman» ein gnadenloses Rock-Inferno zu entfesseln, das den Schneemann zum Schmelzen bringt

Sein erstes Weihnachts-Album hat auch Oscar-Preisträger JOHN LEGEND aufgenommen, der für den Opener «What Christmas Means To Me» niemand anderen als Stevie Wonder an der Mundharmonika gewonnen hat, der den Song vor 51 bereits auf seiner eigenen Christmas-Platte veröffentlicht hat.

Mit seinem Retro-Soul, Jazz, Blues und Swing fängt John Legend auf dem äußerst geschmackvollen Album «A Legendary Christmas» mit Coverversionen und neuen Songs den Geist der Weihnacht ein und lässt an vergangene Zeiten denken, als die Welt noch nicht aus den Fugen war.

JESSIE J gehört zu den erfolgreichsten Popsängerinnen Großbritanniens. Hits wie «Price Tag» oder «Masterpiece» wurden nicht nur in ihrer Heimat zu großen Hits. Zuvor schrieb die Londonerin bereits Songs für Miley Cyrus, Justin Timberlake oder Alicia Keys.

Und jetzt weihnachtet es auch bei der Sängerin. Auf «This Christmas Day» erinnert sie mit Klassikern wie «Santa Claus Is Comin'To Town» oder «Silent Night», die mit schwungvollen Orchester-Arrangements groß aufbereitet wurden, an die legendären Swing-Jazz-Zeiten der 50er und 60er Jahre.

Zu einer lieb gewonnenen Tradition ist inzwischen auch das Weihnachtskonzert der TV-Reihe «SING MEINEN SONG» geworden. Inzwischen ist man bei «Volume 5» angelangt.

Für festliche Stimmung sorgen diesmal Mary Roos («Lass es schnein»), Rea Garvey («Perfect Day»), Leslie Clio («What A Wonderful World»), Marian Gold («Love Will Find A Way»), Judith Holofernes & Johannes Strate («Baby, It's Cold Outside») - und Mark Forster, der sich an «Last Christmas» von Wham! versuchen durfte.

Anfänglich hielt sich seine Begeisterung durchaus in Grenzen: «Böse Stimmen behaupten: Das ist der Zonk unter den Weihnachtsliedern! sagte er. Aber für den Mann scheint es momentan keinerlei Hürden zu geben.

Liebe und Frieden waren vielleicht die wichtigsten Anliegen von John Lennon, der mit dem Antikriegslied «(Happy Xmas) War Is Over» 1971 einen Weihnachtsklassiker aufgenommen hat, der alljährlich immer wieder in den Charts auftaucht.

Jetzt ist eine neue Fassung erschienen: MILEY CYRUS und MARK RONSON haben zusammen mit SEAN ONO LENNON ihre Vision und Version einer friedlicheren und besseren Welt vorgelegt. Berührend.

An John Lennon erinnert auch der Country-Musiker RODNEY CROWELL. In dem Titelsong seines Albums «Christmas Everywhere» geht es um den Wunsch nach einer Zeitmaschine, um den Mord an Lennon zu verhindern.

Aber auch über die Kommerzialisierung und die Einsamkeit macht sich der Grammy-Preisträger Gedanken, dem es gelingt, in fast jedem Titel seiner zwölf Eigenkompositionen das Wort «Christmas» unterzubringen.

Und welch ein verwegener Gedanke: In dem Rock'n'Roller «Let's Skip Christmas This Year» macht Crowell seiner Liebsten glatt den Vorschlag, Weihnachten einfach ausfallen zu lassen.

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19. 12. 2018
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