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Weihnachtshäuser strahlen zum Advent

Manch einer ist schon mit einem Holz-Lichterbogen auf der Fensterbank glücklich. Andere verwandeln Haus und Hof in eine glitzernde Weihnachtswelt - manchmal zum Ärgernis der Nachbarn, manchmal auch für einen guten Zweck.



Weihnachtshaus
Seit 15 Jahren verwandeln Gabriele und Harald Muschner ihr Heim in ein buntes Winterwunderland.   Foto: Patrick Pleul » zu den Bildern

Leuchtende Deko gehört heute zur Adventszeit wie Kerzen und Plätzchen. An einigen Orten Deutschlands gehen die Lichter ganz besonders hell an.

Weihnachtsfans verlegen Kilometer von Lichterketten im Vorgarten, bringen Tausende Lämpchen an der Hausfassade an oder wuchten leuchtende Rentiere aufs Hausdach. Mit Glühwein und Keksen locken sie manchmal auch Besucher an, die staunend oder kopfschüttelnd vor der Pracht stehen. Bestenfalls hinterlassen sie eine Spende für Stromkosten oder einen guten Zweck. Hier einige Beispiele bekannter Weihnachtshäuser:

BRANDENBURG

Schon Wochen vor dem ersten Advent sind Harald und Gabriele Muschner aus dem brandenburgischen Berkenbrück im Weihnachtsstress. Ihr 800 Quadratmeter großer Vorgarten und die Hausfassade werden mit rund

15.000 Lichtern geschmückt. «Die richtige Kombination aus Lichterketten und Leuchtfiguren macht den Zauber», sagt die 51-jährige Hausherrin. Bereits seit 15 Jahren gestalten die Muschners ihr Zuhause mit blinkenden, glitzernden, funkelnden Weihnachtsdekorationen. Figuren, Lichternetze und Leuchtdekorationen werden jedes Jahr neu angeordnet - und es kommt auch immer etwas Neues hinzu. Mit ihrem bunten Weihnachtswunderland sind die Muschners zu einer Attraktion in der Region geworden. An den Adventswochenenden ziehen sich lange Autoschlangen langsam an dem Grundstück vorbei, zum Leidwesen der Nachbarn.

BAYERN

Seit der Geburt ihres Sohnes ist Familie Erdle mit dem Weihnachtsvirus infiziert. «Wir haben zuerst nur die Wohnung zum ersten gemeinsamen Weihnachtsfest geschmückt. Und dann hat sich das im Laufe der Jahre vermehrt und ist explodiert», sagt Angelika Erdle über ihr Hobby. Mindestens 50.000 Lichter, rund 40 aufgeblasene Figuren, etwa 200 Hartplastikfiguren, eine Rentierherde mit 15 Tieren - bei den Erdles im Garten in Veitshöchheim bei Würzburg ist seit 26 Jahren ordentlich was los. Selbstgebackene Plätzchen und Glühwein gibt es für die Gäste jeden Abend im Garten - sechs Wochen lang und umsonst oder gegen eine Spende.

In Mainbernheim - ebenfalls bei Würzburg - hat Rosa Krämer vor mehr als zehn Jahren ihr Häuschen erstmals mit Tausenden Lichtern ausgestattet und Hof, Garten, Dach und Mauer geschmückt. Spenden für Glühwein und Lebkuchen gehen nach Abzug ihrer Unkosten an die Uniklinik Würzburg für die Betreuung schwerkranker Kinder.

THÜRINGEN

Seit zwölf Jahren schmückt Mario Leicht aus dem thüringischen Walschleben jedes Weihnachten sein Familienhaus. Dieses Jahr seien es wohl 130.000 Lichtpunkte und sechs Kilometer Lichterketten und -schläuche. Seit Mitte Oktober war er mit dem Aufbau beschäftigt. «Täglich bis zu vier Stunden», sagt Leicht. Auf etwa 7500 Euro fürs Material schätzt er seine bisherigen Kosten. Die Stromrechnung mache ihm in diesem Jahr aber nicht mehr wirklich etwas aus: «Ich habe jetzt eine Solaranlage und bin autark.»

NIEDERSACHSEN

Pünktlich am 1. Advent gingen am Haus von Martina und Sven Borchart in Delmenhorst die Lichter an. Etwa 55.000 sind es in diesem Jahr, die mit vier separaten 16-Ampere-Leitungen versorgt werden. «Angefangen haben wir 2002 mit fünf Lichterketten», erinnert sich das Paar. «Dann hat das so eine Dynamik bekommen.» Auf dem Dach der Garage steht eine große selbstgebaute Krippe, auf dem Hausdach ein leuchtender Engel mit Blasinstrument. Erstmals gibt es in diesem Jahr bewegte Deko: eine etwa 2,75 Meter große Weihnachtspyramide. An einigen Tagen steht eine Spendenbüchse vor dem Weihnachtshaus. Mit dem Erlös unterstützen die Borcharts heiltherapeutisches Reiten für behinderte Kinder in Delmenhorst.

Im Garten von Wilhelm Balke im kleinen Hellendorf in der Gemeinde Wedemark in der Region Hannover ziehen leuchtende Rentiere den Weihnachtsschlitten und auch das Haus selbst erstrahlt in hellem Glanz. «Die Kinder fragen schon immer, wann es wieder leuchtet», sagt Balke. Die Lichterketten verbrauchen rund 3000 Kilowatt Strom - fast so viel wie ein Pärchenhaushalt in einem Jahr. Gut 600 Euro koste ihn das, «trotz LEDs».

SACHSEN

Kurz vor dem ersten Advent verwandeln sich Haus und Garten von Rüdiger Browatzke aus dem sächsischen Städtchen Großröhrsdorf bei Bautzen in eine zauberhafte Märchenwelt. «Jedes Jahr kommt ein anderes Märchen dran», berichtet Browatzke. «In diesem Jahr habe ich mir das Thema Cinderella ausgesucht.» Die Kürbiskutsche, die von mehreren Mäusen gezogen wird, hat er selbst gebastelt - seine Frau die Figuren angemalt. Um die Jahrtausendwende war Browatzke in den USA und hat sich dort von den weihnachtlich geschmückten Häusern inspirieren lassen. «Ich wollte es aber nicht ganz so bunt und flackernd, schließlich soll es ja auch nicht die Nachbarn stören», sagt der 62-Jährige. Vor dem mit Lichterketten geschmückten Haus leuchten zudem ganz klassisch Rentiere, Schnee- und Weihnachtsmänner.

BADEN-WÜRTTEMBERG

Thorsten Grüger hat seinem weihnachtlich beleuchteten Haus in Karlsruhe in diesem Jahr Tausende weitere LEDs hinzugefügt. Insgesamt rund 90.000 LED leuchten und blinken zu Musik computergesteuert im Rhythmus. Die Stromkosten für die Aktion hält der 39-Jährige bei etwa 150 Euro konstant, indem er die Leuchtkraft der LEDs auf 20 Prozent der maximalen Leistung herunterregelt. Die Idee zu musikgesteuerter Weihnachtsbeleuchtung sei ihm vor Jahren durch Videos aus den USA gekommen. Neu ist eine erweiterte Leuchtmatrix in den Fenstern. Dort können jetzt Bilder abgespielt werden. Kaum ist das Lichtspektakel 2018 gestartet, denkt Grüger schon in die Zukunft: «Der Aufbau macht immer noch wahnsinnig Spaß. Aber am Ende heißt es immer, nach der Beleuchtung ist vor der Beleuchtung. Wir planen bereits jetzt das Aussehen für nächstes Jahr und fangen mit den Vorbereitungen an.»

NORDRHEIN-WESTFALEN

Leon Scheepers ist einfach weihnachtsverrückt. Das sagt der 21-Jährige aus Moers am Niederrhein auch selbst. An seinem «Weihnachtshaus» und im Garten leuchten mehr als 35.000 bunte Lichter. Auf eine neue Errungenschaft ist Scheepers besonders stolz: die Krippe aus den USA. Und wenn das Wetter bei der Weihnachtsromantik nicht mitspielt, hilft der junge Mann mit seiner Schneemaschine nach. Schon im September hat er mit dem Aufbau begonnen. Zwölf Kilometer Kabel wollen erst einmal verlegt und 750 Steckdosen platziert sein. Der Stromverbrauch wird in den nächsten Wochen wieder nach oben schnellen, wenn das Weihnachtshaus in seiner Pracht vier Stunden am Tag leuchtet. Scheepers rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von 600 Euro für Strom. Vieles von der Dekoration baut er jedes Jahr zwar selbst. Aber an einigen «Versuchungen» kommt er trotzdem nicht vorbei: 2500 Euro gibt er pro Jahr für neue Schmuckstücke aus. «Dafür spart man ja», sagt er.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Seit 2010 haben Heinrich und Brunhilde Rahlfs ihr Haus in Barnitz bei Bad Oldesloe in der Adventszeit in ein glitzerndes Weihnachtswunderland verwandelt. Doch bald ist damit Schluss. «Wir hören aus Altersgründen auf», sagt Heinrich Rahlfs. In diesem Jahr lassen es der 68 Jahre alte Fuhrunternehmer und seine 67 Jahre alte Frau jedoch noch mal so richtig krachen. Rund 100 Lichterketten und 80 Steckdosenleisten verbaut Rahlfs jedes Jahr. In diesem Jahr ist noch ein Schneemobil auf dem Dach des Carports hinzugekommen. Mit dem Aufbau haben sie wie immer schon im Oktober begonnen, seit Totensonntag gehen jeden Tag pünktlich um 16.30 Uhr die Lichter an. Die zum größten Teil aus Schweden importierte Pracht soll am 2. Januar endgültig im Lager verschwinden. «Wir werden die Deko einlagern und auf Nachfrage verleihen», sagt Rahlfs. «Doch bis es soweit ist, werden meine Frau und ich uns noch mal so richtig an unserem Weihnachtshaus erfreuen.»

Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
07:41 Uhr

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dpa

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06. 12. 2018
07:41 Uhr



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