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Abschiebeflug aus Deutschland in Afghanistan eingetroffen

Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, Grund ist die schlechte Sicherheitslage. Trotzdem sind erneut 42 abgelehnte Asylbewerber dorthin ausgeflogen worden.



Abgeschobene Asylbewerber
Fawad Sadat, ein aus Deutschland abgeschobener Asylbewerber, verlässt nach seiner Rückkehr nach Afghanistan das Flughafenterminal. Er gehört zu einer Gruppe von 42 Asylbewerbern die aus Deutschland zurück nach Afghanistan geflogen wurden.   Foto: Mohammad Jawad » zu den Bildern

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Mittwochmorgen ein weiterer Abschiebeflug aus Deutschland eingetroffen. An Bord waren 42 abgelehnte Asylbewerber, wie Beamte am Flughafen mitteilten.

Es war die 18. Sammelabschiebung seit dem ersten Flug im Dezember 2016. Damit haben Bund und Länder bisher 425 Männer nach Afghanistan zurückgebracht.

Laut der Sprecherin des Bundesinnenministeriums, Eleonore Petermann, sind zehn «Haftfälle» unter den Abgeschobenen. An der Maßnahme hätten sich Bayern, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Baden-Württemberg, das Saarland, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hessen beteiligt.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil in Afghanistan radikalislamische Talibankämpfer und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) immer stärker werden, Regierungstruppen angreifen und Anschläge auf Zivilisten verüben. Rund 35 Sicherheitskräfte der Regierung sterben täglich bei Gefechten und Anschlägen, wie es aus Militärkreisen heißt. Erst Anfang der Woche wurden bei einer Gewaltwelle in mehreren Provinzen und einem Selbstmordattentat in Kabul mehr als 100 Menschen getötet.

Laut einem UN-Bericht erreichte die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten von Januar bis Ende September mit fast 2800 den höchsten Stand für denselben Zeitraum seit dem Jahr 2014. Militärangaben zufolge kontrolliert die Regierung nur noch wenig mehr als die Hälfte der Bezirke des Landes, weitere rund 30 Prozent sind umkämpft.

Im Juli hatte der Fall eines Afghanen bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt, der sich nach einer Sammelabschiebung kurz nach seiner Ankunft in Kabul das Leben genommen hatte. Der Mann hatte zuvor rund acht Jahre in Deutschland verbracht. Er war am 3. Juli aus Hamburg abgeschoben worden, weil er mehrere Straftaten begangen hatte.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
13:51 Uhr

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