Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

Brennpunkte

Asyl: Viele Türken bekommen Schutz in Deutschland

Seit dem Putschversuch im Sommer 2016 ist es für viele in der Türkei ungemütlich geworden. Die Regierung geht mit aller Härte gegen mutmaßliche Gegner vor. Nicht wenige suchen Schutz im Ausland.



Brandenburger Tor
Mit der Aktion wollte Berlin seine Verbundenheit und Solidarität mit der türkischen Metropole zeigen.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archiv

Etwa jeder zweite Asylbewerber aus der Türkei hat zuletzt Schutz in Deutschland erhalten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken im Bundestag, Sevim Dagdelen, hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

«Die Türkei ist kein sicheres Herkunftsland. Für andersdenkende türkische Staatsangehörige verschlimmert sich die Lage immer mehr», beklagte Dagdelen. «Die Bundesregierung handelt schlicht skrupellos, wenn sie das Erdogan-Regime mit Wirtschaftshilfen und Waffenlieferungen unterstützt, während gleichzeitig jeder Zweite, der vor Erdogan flieht, Schutz in Deutschland erhält. Es muss Schluss sein mit der Hilfe der Bundesregierung für einen Fluchtverursacher.»

Im September erhielten mehr als 40 Prozent der türkischen Antragsteller Schutz in Deutschland, in den beiden Folgemonaten war es dann rund jeder Zweite. Dabei geht es um die so genannte bereinigte Schutzquote, bei der Ablehnungen aus formellen Gründen ausgeklammert bleiben - etwa weil ein anderes EU-Land zuständig ist.

Die Zahl der Türken, die in Deutschland Asyl beantragen, ist seit dem Jahr des Putschversuchs 2016 deutlich gestiegen. So stellen von 2013 bis 2015 jedes Jahr ungefähr 1800 Menschen aus der Türkei hierzulande einen Asylantrag. 2016 waren es nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 5742 Anträge, 2017 insgesamt 8483 Anträge, von Januar bis November 2018 wurden 10.075 Anträge gestellt.

Die türkische Regierung geht seit dem Putschversuch im Sommer 2016 massiv gegen angebliche Staatsfeinde vor. Präsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen für den versuchten Staatsstreich verantwortlich. Offiziellen Zahlen aus dem Innenministerium zufolge haben Sicherheitskräfte 2018 rund 75 200 Menschen wegen Terrorverdachts festgenommen. Nach Angaben des türkischen Justizministers Abdülhamit Gül sind derzeit rund 31 000 Menschen wegen Verbindungen zur Gülen-Bewegung inhaftiert.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
09:05 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesministerium des Innern Deutsche Presseagentur Deutscher Bundestag Fethullah Gülen Putschversuche Recep Tayyip Erdogan Sevim Dagdelen Türkische Regierungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Außenminister Maas in der Türkei

05.09.2018

Deutschland und Türkei auf Versöhnungskurs

Syrienkrieg, Wirtschaftsbeziehungen und Häftlinge - das sind die wichtigsten Themen beim Antrittsbesuch von Außenminister Heiko Maas in der Türkei. Ankara setzt große Hoffnungen auf den Besuch - in Deutschland gibt es au... » mehr

Fethullah Gülen

18.12.2018

Keine Zusage Trumps zur Auslieferung Gülens

Der türkische Präsident Erdogan macht den Prediger Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich - und fordert dessen Auslieferung aus den USA. Ankara erweckt den Eindruck, US-Präsident Trump würde ihr entgege... » mehr

Fethullah Gülen

16.12.2018

Türkei dringt auf Auslieferung Gülens aus den USA

Fast zweieinhalb Jahre ist der Putschversuch in der Türkei her. Seitdem fordert Ankara von den USA die Auslieferung des Predigers Gülen. Nun verlangt die Regierung «konkrete Schritte». » mehr

Erdogan

23.09.2018

Erdogan wünscht sich Ende der Spannungen mit Deutschland

Spannungen abbauen - Der türkische Präsident Erdogan setzt vor seinem Deutschlandbesuch eine klare Priorität. Von der deutschen Seite wünscht er in einigen Fragen Entgegenkommen. » mehr

Kazim Türkmen

16.01.2019

Experten: Kein echter Neuanfang beim Islam-Dachverband Ditib

Es soll ein Neustart werden. Die umstrittene Islam-Organisation Ditib will wieder zur Sacharbeit zurück. Aber strukturell ändern soll sich erst mal nichts. Das lässt viele Zweifel aufkommen. » mehr

Erdogan-Sympathisanten in Berlin

27.09.2018

Erdogan in Berlin - Steinmeier: Noch keine Normalisierung

Es ist der heikelste Staatsbesuch seit langer Zeit. Der türkische Präsident pocht auf einen «Neustart» der Beziehungen zu Deutschland. Aber Zugeständnisse dafür hat Erdogan wohl nicht mitgebracht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

1. Galaabend der Faschingsgesellschaft Rot-Weiß Schirnding

1. Galaabend der Faschingsgesellschaft Rot-Weiß des TSV Schi | 20.01.2019 Schirnding
» 121 Bilder ansehen

Wolfgang Krebs im Festsaal der Freiheitshalle

Wolfgang Krebs in Hof | 20.01.2019 Hof
» 25 Bilder ansehen

EV Lindau Islanders - Selber Wölfe 1:2

EV Lindau Islanders - Selber Wölfe 1:2 | 20.01.2019 Lindau
» 45 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 01. 2019
09:05 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".