Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Brennpunkte

Bernie Sanders will bei US-Präsidentenwahl antreten

2016 hat Bernie Sanders es schon mal versucht. In der Vorauswahl der Demokraten für die Präsidentschaftswahl sorgte der linke Senator damals für Furore. Am Ende ohne Erfolg. Nun will es der 77-Jährige noch mal wissen. Welche Chancen hat er in dem großen Bewerberfeld?



Bernie Sanders
Er will es nochmal wissen: US-Senator Bernie Sanders.   Foto: Alex Brandon/AP

Die Konkurrenz im Feld der demokratischen Bewerber für die US-Präsidentenwahl wächst: Der unabhängige Senator Bernie Sanders will 2020 erneut als Kandidat antreten.

Der 77-Jährige schrieb am Dienstag auf Twitter, er wolle eine «nie da gewesene historische Graswurzelbewegung» in Gang setzen. Der Senator für den Bundesstaat Vermont, der sich selbst einen demokratischen Sozialisten nennt, war 2016 im Vorwahlkampf der Demokraten im Rennen gegen Hillary Clinton gescheitert. Seine Ankündigung für einen zweiten Anlauf verband Sanders mit scharfer Kritik an Amtsinhaber Donald Trump. Sanders nannte Trump einen Lügner, Rassisten und Sexisten.

Im Präsidentschaftsrennen 2016 hatte Sanders Clinton schwer zugesetzt, obwohl der weißhaarige Herr lange als Außenseiter galt und zu Beginn der Vorwahlen wenig ernst genommen wurde. Doch wurde Sanders zu einer Art Ikone der linken Jugend. Im Vorwahlkampf liefen ihm die Studenten in Scharen zu.

Sanders erklärte, er wolle das Land verändern, gerechter machen, vereinen. Er hat eine klar linke Agenda. Zu seinen Hauptthemen gehören die immer ungleichere Vermögensverteilung in den USA, eine Reform des Gesundheitssystems hin zu einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung, die Abschaffung von Studiengebühren, schärfere Waffengesetze sowie der Klimawandel und die Abkehr von Öl, Kohle und Gas. Mit seinen Positionen hat Sanders auch die demokratische Partei als Ganzes nach links gerückt.

Sanders stammt aus Brooklyn in New York. Sein Vater war ein jüdischer Einwanderer aus Polen, die Verhältnisse der Familie waren bescheiden. Er präsentiert sich als Gegenentwurf zum Establishment, dabei ist er tief in Washington verwurzelt und hat jahrzehntelange politische Erfahrung. Vor seiner Zeit als Senator, die 2007 begann, saß er 16 Jahre lang im Repräsentantenhaus.

Sanders verkündete seine Bewerbung am Dienstag auf diversen Kanälen - in Interviews, sozialen Medien und direkten Botschaften an seine Anhänger. In einer Mail an seine Unterstützer schrieb Sanders von einem «entscheidenden und gefährlichen Moment» in der US-Geschichte. Sanders mahnte: «Wir treten an gegen einen Präsidenten, der ein krankhafter Lügner ist, ein Betrüger, ein Rassist, ein Sexist, ein Ausländerfeind und jemand, der die amerikanische Demokratie untergräbt, indem er uns in eine autoritäre Richtung führt.» Trump sei der gefährlichste Präsident in der jüngeren Geschichte der USA.

Sanders reiht sich nun ein in ein diesmal sehr großes und vielfältiges Bewerberfeld bei den Demokraten - es könnte das größte in der Geschichte der Partei werden. Die kommenden parteiinternen Vorwahlen der Demokraten beginnen erst Anfang 2020. Aber elf Demokraten haben ihren Hut bereits in den Ring geworfen. Die linke Senatorin Elizabeth Warren ist darunter, ihre Senatskollegen Kamala Harris, Cory Booker, Amy Klobuchar und Kirsten Gillibrand sowie die Abgeordnete Tulsi Gabbard und der frühere Arbeitsminister Julian Castro. Weitere stehen in den Startlöchern. Auch mit der Kandidatur des Ex-Vize-Präsidenten Joe Biden rechnen viele. Bei den Republikanern hat bislang nur Trump erklärt, dass er wieder antritt.

Die vielen demokratischen Kandidaten sprechen zum Teil sehr ähnliche Wählermilieus an und machen sich hier gegenseitig Stimmen streitig. Eher linke und eher moderate Kandidaten sind darunter, manche eher reserviert, manche offensiv-aggressiv in ihrer Rhetorik gegenüber der Regierung. Die entscheidende Frage wird sein, was die Demokraten für das richtige Rezept halten, um Trump abzulösen.

Sanders' Vorteile: Er hat viel Erfahrung, gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Politikern im demokratischen Lager, kommt bei Umfragen gut weg. Er hat ein großes Netzwerk, eine Schar an loyalen Unterstützern und hat schon ein Bewerbungsrennen mitgemacht. Aber er ist auch: ein «alter weißer Mann» von 77 Jahren, der nicht unbedingt für Aufbruch steht und etwa bei Schwarzen keine überragenden Zustimmungswerte hat. 2016 punktete er damit, dass er so was wie der Gegenentwurf zu Clinton war, diesmal gibt es unter den vielen demokratischen Anwärtern mehrere, die linksausgerichet sind. Außerdem ist Sanders eben einer, der bei seinem jüngsten Versuch gescheitert ist.

Auf die Frage, was diesmal anders sein werde als bei seiner erstem Anlauf im Präsidentschaftsrennen 2016, sagte Sanders dem Sender CBS: «Diesmal werden wir gewinnen.»

Veröffentlicht am:
19. 02. 2019
22:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsminister Bernie Sanders Columbia Broadcasting System Cory Booker Demokratie Donald Trump Hillary Clinton Joe Biden Julian Castro Kamala Harris Loyalität Präsidentschaftswahlen Repräsentantenhaus Senatoren Twitter USA - Geschichte Vermögensverteilung Vorwahlen Waffengesetze
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Sanders und Biden

13.09.2019

TV-Debatte der US-Demokraten: Biden gegen Warren und Sanders

Bei der Fernsehdebatte der US-Demokraten in Detroit knöpften sich die Präsidentschaftsbewerber den Favoriten Joe Biden noch kollektiv vor. Bei Runde drei in Houston gab es weniger direkte Attacken und mehr inhaltlichen S... » mehr

Elizabeth Warren

16.10.2019

US-Demokratin Warren ist neues Ziel parteiinterner Attacken

Elizabeth Warren hat sich im Präsidentschaftsrennen der US-Demokraten nach ganz vorne geschoben. Das macht sie nun zum Ziel von heftigen Seitenhieben ihrer Mitbewerber. Und was ist mit dem vorher so klaren Favoriten Joe ... » mehr

Harris, Sanders und Biden bei TV-Debatte

28.06.2019

Harris vs. Biden: US-Demokraten liefern sich Schlagabtausch

Dieser Auftritt hatte es in sich: In der zweiten Runde der TV-Debatte bei den Demokraten zeigen sich die Teilnehmer meinungsstark und streitlustig. Besonders eine von ihnen kann überzeugen - im Nahkampf mit dem Spitzenre... » mehr

Joe Biden

25.04.2019

Joe Biden will Trump bei Wahl 2020 herausfordern

Monatelang hat Joe Biden das Land zappeln lassen. Nun verkündet der ehemalige Vize-Präsident offiziell seine Kandidatur für das Weiße Haus. In Umfragen schneidet der 76-Jährige bislang gut ab. Aber das Rennen ist lang - ... » mehr

Beto O'Rourke

14.03.2019

Hoffnungsträger O'Rourke will demokratischer Kandidat werden

Beto O'Rourke gilt als aufstrebende Kraft bei den Demokraten. Nun will er für die Partei bei der Präsidentschaftswahl kandidieren. Aber seine Konkurrenz ist groß. » mehr

Joe Biden

01.08.2019

Biden gerät bei TV-Debatte der US-Demokraten unter Druck

Es geht hoch her bei der zweiten Runde der TV-Debatten unter den US-Demokraten. Die Präsidentschaftsbewerber schießen sich auf den bislang führenden Kandidaten ein: Joe Biden. Es geht um die Migrationspolitik zu der Zeit... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Traktor-Demo Bindlach

Traktor-Demo rollt nach Bayreuth | 22.10.2019 Bindlach
» 30 Bilder ansehen

2000er-Party Weißenstadt

2000er-Party Susi Weißenstadt | 19.10.2019 Weißenstadt
» 46 Bilder ansehen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu Plauen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu | 19.10.2019 Plauen
» 69 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
19. 02. 2019
22:22 Uhr



^