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Bevölkerungswachstum in Deutschland schwächt sich ab

Die Kurve steigt weiter an, aber ist flacher. Das zeigt die aktuelle Bevölkerungsschätzung. Dabei ist die Zahl der Köpfe gar nicht so entscheidend, sagt ein Experte. Wichtiger sind andere Faktoren.



Menschenmenge
Dicht gedrängt laufen Menschen über die Königsallee in Düsseldorf.   Foto: Martin Gerten/dpa

In Deutschland leben immer mehr Menschen, aber das Bevölkerungswachstum schwächt sich ab. Wie aus einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, lebten Ende 2019 rund 200.000 Menschen mehr in Deutschland als Ende 2018.

«Mit 83,2 Millionen Menschen erreichte die Einwohnerzahl einen neuen Höchststand», teilten die Statistiker am Freitag in Wiesbaden mit. «Allerdings wuchs die Bevölkerung deutlich schwächer als in den Jahren 2013 bis 2018.» Ähnlich gering war der Zuwachs zuletzt 2012.

Das Bevölkerungswachstum in Deutschland ist ausschließlich auf Zuwanderung zurückzuführen. «Ohne Wanderungsgewinne würde die Bevölkerung bereits seit 1972 schrumpfen, da seither jedes Jahr mehr Menschen starben als geboren wurden», erklärten die Statistiker.

Für 2019 rechnen die Statistiker mit 770.000 bis 790.000 Geborenen und 920.000 bis 940.000 Gestorbenen. Damit ergäbe sich ein Geburtendefizit von 130.000 bis minus 170.000. Zum Vergleich: 2018 hatte das Geburtendefizit 167.400 betragen.

Der Saldo aus Zu- und Fortzügen wird für 2019 auf zwischen 300.000 und 350.000 Personen geschätzt. Der Wanderungssaldo würde damit nach der extrem starken Nettozuwanderung des Jahres 2015 im vierten Jahr in Folge abnehmen. 2018 waren 399.700 Personen mehr nach Deutschland zugezogen als fortzogen.

Grund für die Abschwächung des Wachstums ist, dass der Zuzug nach dem Ausnahmejahr 2015 «auf ein normales Niveau gefallen ist», erklärte Mathias Lerch vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Trotzdem sei Migration «im Moment ganz klar nötig», sagte der Experte für Bevölkerungsforschung mit Blick auf den Arbeitsmarkt. Langfristig wäre es ihm zufolge jedoch wünschenswert, wenn die Geburtenrate stiege - «aber dafür braucht es einen politischen Willen», so Lerch.

Wichtiger als die reine Bevölkerungszahl sei jedoch der sozio-ökonomische Status der Bewohner, sagte Lerch - etwa der Altersdurchschnitt oder der Ausbildungsstand.

Grundlage für die Schätzung bilden Geburten und Sterbefälle bis einschließlich Oktober 2019 sowie für Zu- und Abwanderungen bis einschließlich September 2019. Die Werte für die noch fehlenden Monate wurden mithilfe einer Zeitreihenanalyse berechnet. Die endgültigen Ergebnisse werden erst im Sommer veröffentlicht.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
17. 01. 2020
13:38 Uhr

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17. 01. 2020
13:38 Uhr



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