Lade Login-Box.
Topthemen: FirmenlaufBilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Brennpunkte

Bisher 373 Tote nach Tsunami in Indonesien

Tausende Helfer in den zerstörten Küstenstreifen der Inseln Sumatra und Java suchen nach weiteren Opfern des Tsunamis. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt - Helfer erreichen erst jetzt alle betroffenen Gebiete.



Vulkan Anak Krakatau
Blick auf den Vulkan Anak Krakatau in der Sunda-Meerenge.   Foto: Nurul Hidayat/Bisnis Indonesia/AP » zu den Bildern

Die Zahl der Toten und Verletzten nach dem Tsunami in Indonesien steigt weiter: Mindestens 373 Menschen kamen ums Leben, wie der Katastrophenschutz mitteilte.

Mehr als 1500 Menschen wurden am Samstag durch die Flutwellen in der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen den Inseln Java und Sumatra verletzt, weitere 128 galten als vermisst. Noch am Montagmorgen war von weniger als 300 Todesopfer die Rede gewesen.

Die Zahl der Toten stieg, während die Retter unermüdlich die vom Tsunami betroffenen Küstengebiete absuchten. «Einige der Gebiete waren schwierig zu erreichen», sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Nugroho. Dank des Einsatzes von schwerem Bergegerät seien diese nun zugänglich gemacht worden. «Wir haben mehr Opfer gefunden», sagte er.

Unterdessen kehrten Tausende Menschen in ihre Häuser zurück. Viele hatten sich aufgrund von Gerüchten über einen weiteren Tsunami in Notunterkünfte geflüchtet.

Indonesien schickte für die Suche nach weiteren Opfern und Überlebenden Tausende Soldaten und Polizisten in die Katastrophengebiete an den Küsten von Java und Sumatra. Auch Freiwillige von Organisationen wie dem Roten Kreuz und Ärzte ohne Grenzen halfen bei der Versorgung der Menschen in den besonders betroffenen Provinzen Lampung im Süden Sumatras und Banten auf Westjava.

Die Kinderhilfsorganisation World Vision bereitet sich ebenfalls auf einen Einsatz vor. Kinder seien besonders betroffen, sagte World-Vision-Expertin Bevita Dwi. Viele hätten Angehörige verloren und seien traumatisiert. Das katholische Hilfswerk Misereor kündigte rasche finanzielle Unterstützung für Partnerorganisationen in Indonesien an.

Die indonesische Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik (BMKG) bestätigte am Montag, dass eine Eruption des in der Sundastraße rund 50 Kilometer von der Küste entfernten Vulkans Anak Krakatau den Tsunami indirekt ausgelöst habe. Demnach kam es zu einer Kettenreaktion, an deren Anfang eine vulkanische Erschütterung stand, die einem Erdbeben der Stärke 3,4 gleichkam.

Die von den Behörden aufgezeichnete Erschütterung habe zu einem Teilkollaps des Kraters geführt, wobei Gesteinsmassen ins Meer gerutscht seien. Dies habe dann den Tsunami ausgelöst, erklärte die Chefin der Agentur, Dwikorita Karnawati, vor Journalisten.

Die Eruption ereignete sich der Agentur zufolge am Samstagabend um 21.03 Uhr Ortszeit (15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen. Die Flutwelle kam ohne Vorwarnung und traf auf Urlaubsresorts, die wegen der Nähe zur indonesischen Hauptstadt Jakarta bei Einheimischen beliebt sind und kurz vor dem Jahreswechsel gut besucht waren.

Das Frühwarnsystem habe nicht gegriffen, weil es nur auf Erdbeben - und nicht auf Unterwasser-Erdrutsche oder Vulkanausbrüche - ausgerichtet sei, schrieb Katastrophenschutz-Sprecher Nugroho auf Twitter.

Es habe eine Warnung gegeben, aber lediglich vor hoher Flut und nicht vor einem Tsunami, sagte eine Sprecherin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) der Deutschen Presse-Agentur. Sie sprach von Tsunami-Wellen mit einer Höhe von 30 bis 90 Zentimetern, die verstärkt durch die hohe Flut im Zuge des Vollmondes auf die Küsten getroffen seien. «Das klingt nicht nach viel (...), doch wir wissen, dass selbst knöchelhohes Wasser einen Erwachsenen umhauen kann».

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Montag, dass nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin keine deutschen Staatsbürger unter den Opfern seien. Ein Sprecher des Touristikkonzerns Tui hatte am Sonntag gesagt, das Unternehmen habe in der Region keine Gäste. Wichtigstes Ziel in Indonesien sei die Insel Bali weiter im Westen. Auch von Alltours hieß es, dass sich keine Gäste in dem Tsunami-Gebiet befänden.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 12. 2018
16:33 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alltours Flugreisen GmbH Auswärtiges Amt Deutsche Presseagentur Deutsches Rotes Kreuz Erdbeben Facebook Klimatologie Küstenstreifen Meeresküsten Rotes Kreuz Tote Touristikkonzerne Tsunamis Twitter Verletzte Zerstörung Ärzte ohne Grenzen Überlebende
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Notunterkunft

23.12.2018

Tsunami-Katastrophe in Indonesien: Mindestens 222 Tote

Wieder trifft ein Tsunami Indonesien. An Stränden auf Sumatra und Java reißen die Fluten mit, was ihnen in den Weg kommt - und wecken böse Erinnerungen an Weihnachten 2004. Diesmal war wohl ein Vulkanausbruch die Ursache... » mehr

Konflikt im Sudan

04.06.2019

Militär im Sudan spricht Machtwort

Nach dem Putsch im Sudan sollten Militär und Opposition gemeinsam einen Weg zur Demokratie finden. Doch die Militärführung entschied anders. Das hat Konsequenzen. » mehr

Niedergerissen

03.05.2019

Schwerer Wirbelsturm fegt über indische Küste hinweg

Mehr als 10.000 Menschen kamen vor 20 Jahren bei einem Zyklon an Indiens Ostküste ums Leben. Der seit damals stärkste Wirbelsturm wütet jetzt in diesem Gebiet. Viele Millionen Menschen sind betroffen. » mehr

Notunterkunft

26.12.2018

Weiter Tsunami-Gefahr durch Vulkan Anak Krakatau

430 Tote, viele Hundert Verletzte: Ein Tsunami richtet vor den Weihnachtsfeiertagen in Indonesien schwere Schäden an. Viele erinnern sich an die verheerende Tsunami-Katastrophe Weihnachten 2004. » mehr

Nach dem Erdbeben in Indonesien

02.10.2018

Neue Bilanz: Mehr als 1300 Tote in Indonesien

Langsam wird das Ausmaß der Tsunami-Katastrophe in Indonesien deutlich: Mehr als 1300 Menschen sind tot. Aber es wird wohl noch schlimmer. Auf der Insel Sulawesi wächst das Chaos. » mehr

Trümmerfeld

01.10.2018

Internationale Hilfe für Indonesien - Mindestens 844 Tote

Die internationale Solidarität nach dem Tsunami in Indonesien ist groß. Auch Deutschland schickt Helfer in die Krisenregion. Doch die Zeit für die Retter, noch Überlebende zu finden, wird immer knapper. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Wiesenfest Selbitz Seniorennachmittag

Wiesenfest Selbitz Seniorennachmittag | 23.07.2019 Selbitz
» 17 Bilder ansehen

Wiesenfest Selbitz Radspitz

Wiesenfest Selbitz Radspitz | 23.07.2019 Selbitz
» 98 Bilder ansehen

Gealan-Triathlon am Hofer Untreusee Hof

Hofer Gealan-Triathlon | 21.07.2019 Hof
» 107 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 12. 2018
16:33 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".