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Brände in Kalifornien: Mindestens 56 Tote und 300 Vermisste

Während anderswo in Kalifornien die Flammen weiter wüten, werden im Norden immer mehr verkohlte Leichen aus Ruinen geborgen - und die Zahl der Vermissten wächst. Rund um Malibu versuchen derweil Prominente, ihre betroffenen Gemeinden zu unterstützen.



Feuerwehrleute im Einsatz
Die Großbrände in Kalifornien sind noch lange nicht unter Kontrolle und fordern jeden Tag mehr Opfer.   Foto: Noah Berger/AP » zu den Bildern

Die Großbrände in Kalifornien sind noch lange nicht unter Kontrolle - und es werden immer mehr Todesopfer geborgen. Das «Camp»-Feuer im Norden des US-Bundesstaats hat mindestens 56 Menschen das Leben gekostet.

Zuletzt seien acht weitere Leichen in den Trümmern gefunden worden, wie der Sheriff von Butte County, Kory Honea, am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Die Zahl der Vermissten stieg dort auf rund 300 Menschen an.

Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in Kalifornien sind so viele Menschen bei einem Feuer in dem Bundesstaat ums Leben gekommen. Von dem kleinen Ort Paradise blieben nur qualmende Ruinen übrig. Der Chef der Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long, sagte, der Wiederaufbau und die vorübergehende Versorgung der Menschen dort seien eine enorme Herausforderung.

Im Süden Kaliforniens bei Malibu nordwestlich von Los Angeles wütet weiter das «Woolsey»-Feuer. Beide Brände haben bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser zerstört. Im Süden belief sich die Zahl der Todesopfer am Donnerstag auf zwei. Insgesamt starben also mindestens 58 Menschen durch die verheerenden Feuer. Die Polizei in Los Angeles untersuchte derweil einen dritten Todesfall, der «anscheinend» mit dem Feuer zusammenhänge.

Nach Angaben der Behörden war am Mittwochabend (Ortszeit) mehr als die Hälfte des «Woolsey»-Feuers unter Kontrolle. Für Südkalifornien teilte der Nationale Wetterdienst mit, man hoffe, dass die Bedrohungslage an diesem Freitag abnehme.

In Südkalifornien fraßen sich die Flammen durch die pittoreske hügelige Gegend rund um den Prominenten-Wohnort Malibu. Tausende Bewohner mussten sich in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Auch die Villen mehrerer in und um Malibu ansässiger Stars brannten ab - darunter die Häuser von Popstar Miley Cyrus und ihrem Lebensgefährten Liam Hemsworth sowie von Schauspieler Gerard Butler und TV-Moderator Thomas Gottschalk. In einige betroffene Teile von Malibu können Bewohner nach Behördenangaben inzwischen zurückkehren.

Stars, teils selbst betroffen, riefen zu Spenden für die Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen auf. Auch Schauspieler Til Schweiger spendete mit seiner Familie über die Plattform GoFundMe insgesamt umgerechnet 11 500 Euro an die Feuerwehr in Malibu. Seine Ex-Frau Dana und Tochter Emma (16) mussten aus deren Haus in Malibu vor dem Feuer flüchten. US-Popstar Lady Gaga versorgte Menschen in einer Notunterkunft mit Pizza.

Einen fragwürdigen Beitrag zur Malibu-Gemeinschaft leistete Carey Hart, Ehemann der Sängerin Pink: Er sorgte mit einem Instagram-Foto für Aufregung, das ein Dutzend bewaffnete Männer vor einer Wohngegend zeigte. Sie posierten vor einem Schild mit der Aufschrift «Plünderer werden vor Ort erschossen». Unter dem Post warnte er etwaige Kriminelle, «sich zweimal zu überlegen, noch mal nach Malibu zu kommen».

Das Sheriff-Büro des Los Angeles Countys sagte dem «Los Angeles Magazine», dass es bislang nicht zu Plünderungen in Malibu gekommen sei. Es rief die Bürger dazu auf, den Schutz der Bevölkerung und ihrer Besitztümer den professionellen Einsatzkräften zu überlassen.

Seit einer Woche sind mehrere tausend Feuerwehrleute im Einsatz, um die Flammen im Norden und im Süden Kaliforniens zu bekämpfen. Im Ort Paradise nördlich von Sacramento arbeiten sich Suchteams und Spürhunde durch Trümmer, um nach Leichen zu suchen. Mehrere Todesopfer seien noch nicht identifiziert, sagte Sheriff Honea am Mittwochabend (Ortszeit). Die Zahl der Todesopfer könnte weiter steigen. 130 Menschen werden dort derzeit noch vermisst.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown äußerte sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. «Es sieht aus wie ein Kriegsgebiet», sagte er. US-Innenminister Ryan Zinke, der die betroffenen Regionen am Mittwoch (Ortszeit) besuchte, sprach von einer verheerenden Tragödie. Er betonte: «Das ist das schlimmste Feuer, das ich je gesehen habe.»

Derzeit sind viele Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die Behörden sind besorgt, dass sich dort Krankheiten schnell ausbreiten könnten. Die Gesundheitsbehörde im Butte County rief die Bevölkerung auch auf, sich und besonders Kinder vor der rauchverschmutzten Luft zu schützen und drinnen zu bleiben.

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dpa

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2018
17:42 Uhr

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15. 11. 2018
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