Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Brennpunkte

Can Dündar kritisiert nach Haftbefehl «neue Hexenjagd»

Die türkische Regierung will wissen, wer hinter den regierungskritischen Massenprotesten von 2013 steckte. Im Visier: der in Deutschland im Exil lebende Ex-Chef der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet», Can Dündar.



Can Dündar
Der türkische Journalist Can Dündar, Ex-Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» auf der Frankfurter Buchmesse.   Foto: Arne Dedert/Archiv

Der in Deutschland lebende Ex-Chef der türkischen regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» kritisiert nach einem weiteren Haftbefehl gegen ihn eine «neue Hexenjagd» der Regierung.

Ein Istanbuler Gericht hat das Dokument in der Nacht auf Donnerstag ausgestellt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte gemeldet, die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den großen regierungskritischen Gezi-Protesten von 2013.

In einer im Internet verbreiteten Stellungnahme schrieb Dündar am Donnerstag: «Jeder, der im Vordergrund der Gezi-Bewegung stand, muss damit rechnen, aus immer schwachsinnigeren Gründen festgenommen zu werden.» Er bestritt die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, wonach er die Proteste mitorganisiert, «Chaos gestiftet» und «Terroristen ermutigt» hätte.

Er habe sich Gezi als friedlichen Protesten von Millionen «mit seinem Stift angeschlossen». Darauf sei er stolz. Gegen Dündar läuft in der Türkei bereits ein Prozess zu Terrorvorwürfen wegen regierungskritischer Artikel in der Zeitung «Cumhuriyet».

Die Gezi-Proteste begannen im Mai 2013 - zunächst allein gegen ein umstrittenes Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park. Sie weiteten sich dann zu landesweiten Demonstrationen gegen die regierende islamisch-konservative AKP aus. Der damalige Ministerpräsident und heutige Staatschef Recep Tayyip Erdogan ließ sie brutal niederschlagen. Mindestens sieben Menschen wurden getötet. Laut Amnesty International starben mindestens vier an den Folgen von Polizeigewalt.

Mehr als fünf Jahre nach den Protesten geht die türkische Regierung seit etwa drei Wochen erneut massiv gegen angebliche Organisatoren vor. Staatlichen Angaben zufolge haben sich die Proteste nicht spontan entwickelt, sondern waren von türkischen und ausländischen Verschwörern geplant und organisiert worden. Es gibt Razzien und Festnahmen, die vor allem Aktivisten aus der Zivilgesellschaft treffen.

In dem Zusammenhang gerieten neben von Deutschland unterstützten NGOs auch deutsche politische Einrichtungen wie die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung in die Kritik.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
14:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Amnesty International Friedrich-Ebert-Stiftung Friedrich-Naumann-Stiftung Gezi-Proteste Haftbefehle Kritik Massenproteste Recep Tayyip Erdogan Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungskritik Türkische Regierungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Can Dündar

05.12.2018

Gezi-Proteste: Türkei stellt Haftbefehl für Can Dündar aus

Die türkische Regierung will wissen, wer hinter den regierungskritischen Massenprotesten von 2013 steckte. Im Visier: der in Deutschland im Exil lebende Ex-Chef der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet». Mitbetroffen... » mehr

Erol Önderoglu

17.07.2019

Türkei-Vertreter von Reporter ohne Grenzen freigesprochen

Erleichterung bei Reporter ohne Grenzen: Ihr Türkei-Vetreter wurde in Istanbul vom Terrorvorwurf freigesprochen. Allerdings gibt es noch einen Prozess gegen ihn und weitere Menschenrechtler. » mehr

Memet Kilic

10.09.2019

Grünen-Politiker wegen Beleidigung Erdogans angeklagt

Vier Jahre und acht Monate Haft ist die Höchststrafe für Präsidentenbeleidigung in der Türkei. Jedes Jahr gibt es Tausende Ermittlungsverfahren. Jetzt hat es einen deutschen Politiker getroffen. » mehr

Joshua Wong

30.08.2019

Demokratieaktivisten in Hongkong auf Kaution wieder frei

Joshua Wong und Agnes Chow lassen sich nicht einschüchtern. Die prominenten Hongkonger Aktivisten sind kurz nach ihrer Festnahme wieder frei. Obwohl die Proteste für Samstag offiziell abgesagt wurden, könnte es dennoch e... » mehr

Türkisches Militär

vor 21 Stunden

Pence verhandelt mit Erdogan über Waffenruhe in Nordsyrien

Kann US-Vizepräsident Pence dem türkischen Präsidenten in Ankara eine Waffenruhe in Nordsyrien abringen? Auch Bundeskanzlerin Merkel fordert erneut ein Ende der türkischen Offensive gegen Kurdenmilizen. Aus Syrien kommen... » mehr

Trump kündigt Sanktionen gegen Türkei an - Stahlzölle steigen

15.10.2019

Trump kündigt Sanktionen gegen Türkei an

Die USA können die türkische Wirtschaft stilllegen, wenn sie wollen - das war die Drohung der US-Regierung an die Türkei. Wegen der umstrittenen Militäroffensive in Nordsyrien will sie nun Ernst machen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Lkw kracht auf A 9 in Warnleitanhänger: Fahrer verletzt Gefrees/Münchberg

A9/Münchberg/Gefrees: Lkw kracht in Warnleitanhänger | 17.10.2019 Gefrees/Münchberg
» 25 Bilder ansehen

Michael Mittermeier - Lucky Punch

Michael Mittermeier - Lucky Punch | 16.10.2019 Hof
» 28 Bilder ansehen

"Trails 4 Germany" in Kulmbach

"Trails 4 Germany" in Kulmbach | 14.10.2019 Kulmbach
» 10 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 12. 2018
14:17 Uhr



^