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Corona-Pandemie behindert auch Integrationsmaßnahmen

Corona trifft die ganze Gesellschaft von der Wirtschaft bis tief ins Privatleben hinein. Auch die Integration von Zuwanderern wird durch die Pandemie ausgebremst. Um Gegenmaßnahmen ging es am Montag beim «Integrationsgipfel» mit Kanzlerin Merkel.



Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Integrationsgipfel im Kanzleramt.   Foto: Fabrizio Bensch/Reuters-Pool/dpa

Wegen Corona sind auch viele Maßnahmen zur Integration von Zuwanderern in Deutschland ins Stocken geraten.

Darauf haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), am Montag hingewiesen und gleichzeitig zu Integrationsanstrengungen auch in schwierigen Zeiten der Pandemie aufgerufen.

Anlass war der 12. Integrationsgipfel. Merkel, Widmann-Mauz und rund 130 Vertreter von Migrantenorganisationen, Religionsgemeinschaften, aus Wirtschaft, Politik und Sport berieten diesmal per Videokonferenz über aktuelle Themen der Integrationspolitik. Die Integrationsgipfel wurden 2006 ins Leben gerufen. Konkret ging es diesmal unter anderem darum, wie etwa Sprachkurse auch unter Pandemiebedingungen stattfinden können.

Merkel rief dazu auf, das Thema Integration auch in Corona-Zeiten im Blick zu behalten. «So aufmerksam wie wir sein müssen, um Gesundheit und das Leben unserer Mitmenschen zu schützen, so aufmerksam müssen wir eben zugleich sein, dass auch der Zusammenhalt in dieser schwierigen Zeit stark bleibt», sagte die Kanzlerin. Das diene gerade auch denjenigen, die erst seit kurzem in Deutschland lebten. Die Phase unmittelbar nach der Ankunft sei für die Integration von entscheidender Bedeutung.

Widmann-Mauz sagte, das «Herzstück der Integrationsmaßnahmen», die Integrationskurse habe man zu Beginn der Pandemie nahezu komplett herunterfahren müssen. Zwar seien sie nun langsam wieder angefahren worden, aber nach wie vor erreiche man nicht alle. Merkel sprach davon, dass auch die Integrationsarbeit im Sport momentan leide. «Wir müssen jetzt alles tun, damit Corona unsere Integrationserfolge nicht zurückwirft», so Widmann-Mauz. Bei den Kursen wird ihren Angaben zufolge auch auf digitale Angebote umgestellt. Träger von Integrationskursen erhielten etwa eine Pauschale zur Beschaffung von entsprechenden Geräten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) äußerte die Befürchtung, dass Corona die Integration von Migranten zurückwirft. Die Pandemie bringe alte Missstände wieder auf die Tagesordnung und habe unverhältnismäßig große Auswirkungen auf Migranten, hieß es in einem Bericht, der am Montag vorgestellt wurde. Verwiesen wird etwa darauf, dass Diskriminierung in Zeiten eines schwachen Arbeitsmarktes wieder zunehme. Netzwerke - von denen Migranten im Schnitt weniger hätten - würden für die Arbeitssuche relevanter.

Der Vertreter der Migrantenverbände Memet Kilic vom Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat, verurteilte bei der Pressekonferenz nach dem Integrationsgipfel am Montag zunächst den «abscheulichen islamistischen Anschlag in Frankreich», bei dem ein Lehrer ermordet wurde. Man stehe fest zu den europäischen Werten wie Meinungsfreiheit, sagte Kilic. Mit Blick auf Corona sagte er, die Pandemie werde ein Ende nehmen. «Doch wir sind noch weit davon entfernt, in einer offenen und inklusiven Einwanderungsgesellschaft zu leben.» Die aktuelle Konzentration auf Corona-Maßnahmen dürfe nicht davon abhalten, Integration und Migration «zukunftsgewandt zu überdenken».

Merkel teilte nach den Gesprächen außerdem mit, dass sie bereits am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und mehreren Migrantenverbänden über das Thema Corona beraten habe. Dabei ging es ihren Angaben zufolge um die Einhaltung der Corona-Regeln. «Und auf der anderen Seite haben wir natürlich auch darüber gesprochen, dass es sehr viele große Familien auch unter den Migrantinnnen und Migranten gibt». Es sei sehr offen darüber gesprochen worden, wie wichtig es sei, dass auch dort die Regeln eingehalten würden.

© dpa-infocom, dpa:201019-99-998762/5

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 10. 2020
19:53 Uhr

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19. 10. 2020
19:53 Uhr



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