Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBlitzerwarnerVER Selb

Brennpunkte

Debatte um Kieferorthopädie - Was bringen Zahnspangen?

Für viele Jugendliche und Erwachsene gehört der regelmäßige Gang zum Kieferorthopäden und der Umgang mit Zahnspangen zum Alltag. Die Zähne stehen dadurch gerader - aber wie sieht es mit dem medizinischen Langzeit-Nutzen aus?



Zahnspangen
Positive Auswirkungen auf die Lebensqualität: ja. Medizinischer Nutzen: unklar. Ein Gutachten stellt Fragen zum Sinn kieferorthopädischer Behandlungen.   Foto: Stephanie Pilick

Ein vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebenes Gutachten hält den medizinischen Nutzen von Zahnspangen und kieferorthopädischen Behandlungen für nicht ausreichend erforscht.

Die untersuchten Studien ließen «in Bezug auf die diagnostischen und therapeutischen kieferorthopädischen Maßnahmen keinen Rückschluss auf einen patientenrelevanten Nutzen zu», heißt es in einer Meta-Studie des Berliner IGES-Instituts. Zuerst hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. Ein Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, dass das Ministerium nicht an der Notwendigkeit kieferorthopädischer Leistungen zweifle.

Dem Gutachten zufolge belegen Studien zwar Erfolge bei der Korrektur von falsch stehenden Zähnen und positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten, aber die langfristige Auswirkung etwa auf Zahnausfall oder Parodontitis würden nicht betrachtet.

Dass Zahnspangen Probleme wie Karies, Parodontitis oder Zahnverlust verringern, könne zwar nicht belegt werden, sei aber der Untersuchung zufolge auch nicht ausgeschlossen, teilte das Ministerium dazu mit. «Prinzipiell bewertet den Nutzen einer Therapie nicht der Gesetzgeber», hieß es weiter. Das Ministerium werde mit den Beteiligten «den weiteren Forschungsbedarf und Handlungsempfehlungen erörtern».

Die Analyse beschäftigt sich auch mit den Ausgaben der Krankenkassen für kieferorthopädische Behandlungen. Diese seien über die vergangenen Jahre hinweg kontinuierlich angestiegen und hätten 2017 mit 1,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand erreicht, heißt es in der mehr als 100 Seiten langen Untersuchung. Die verschiedenen Daten dazu seien aber nur eingeschränkt vergleichbar. «Auf Basis der Daten kann daher nicht beurteilt werden, ob die Ausgaben in der kieferorthopädischen Versorgung den Kriterien der Wirtschaftlichkeit genügen», schreiben die Autoren.

Im Frühjahr hatte bereits der Bundesrechnungshof eine unzureichende Erforschung des medizinischen Nutzens kieferorthopädischer Behandlungen wie etwa Zahnspangen bemängelt. «Bild» zufolge gab Minister Spahn anschließend das nun vorliegende Gutachten in Auftrag.

Welche Leistungen der medizinischen Versorgung von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden, legt der sogenannte Gemeinsame Bundesausschuss fest. Darin sind Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen vertreten.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2019
13:15 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesrechnungshof CDU Gutachten Jens Spahn Kieferorthopäden Kieferorthopädie Parodontitis
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Pflegekräfte gesucht

02.12.2019

Staatliche Agentur soll ausländischen Pflegekräften helfen

Deutschland wird nicht jünger, der Bedarf an Altenpflegern und Krankenschwestern steigt. Eine Agentur soll helfen, Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren. » mehr

Annegret Kramp-Karrenbauer

22.11.2019

Kramp-Karrenbauer verschafft sich mit Machtfrage Atempause

Die angeschlagene CDU-Chefin überrumpelt in Leipzig ihre Kritiker und stellt die Vertrauensfrage. Merz und Co. geben sich loyal. Doch Kanzlerkandidatin ist Kramp-Karrenbauer noch lange nicht. » mehr

Minister Spahn

16.11.2019

Jens Spahn will mehr Planbarkeit bei Pflege-Eigenanteilen

Im alternden Deutschland sind immer mehr Menschen auf Pflege angewiesen, auch die Bedingungen sollen besser werden. Doch wer soll das alles bezahlen? Der Minister sieht größeren Handlungsbedarf. » mehr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

15.11.2019

Spahn: Personaldebatten nerven CDU-Mitglieder und Bürger

Vor einem Jahr war Friedrich Merz beim Kampf um den CDU-Vorsitz knapp Annegret Kramp-Karrenbauer unterlegen. Kommt es auf dem Parteitag in Leipzig zum Rückspiel? Der Gesundheitsminister setzt eigene Akzente. » mehr

Impfpass

14.11.2019

Masern-Impfpflicht für Kitas und Schulen kommt

Um gefährliche Infektionen rigoroser einzudämmen, besiegelt der Bundestag eine Impfpflicht gegen Masern. Der staatliche Druck soll dosiert eingesetzt werden. Nicht alle finden das aber gerechtfertigt. » mehr

Armin Laschet

10.11.2019

Kann Laschet Kanzler? Halbzeit für Schwarz-Gelb in NRW

Zweieinhalb Jahre nach ihrem Antritt in Nordrhein-Westfalen ist die CDU/FDP-Regierung dort nicht sonderlich beliebt. Für Ministerpräsident Laschet gilt das Gegenteil. In Berlin wird er schon als möglicher Nachfolger von ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Krampusse in Marktredwitz Marktredwitz

Krampusse begeistern Marktredwitz | 08.12.2019 Marktredwitz
» 74 Bilder ansehen

Q11 MGF pres. Froh und Hacke! Schwingen 06.12.2019

Froh und hacke in Schwingen: Q11 MGF | 07.12.2019 Schwingen
» 65 Bilder ansehen

EC Peiting - Selber Wölfe

EC Peiting - Selber Wölfe | 08.12.2019 Peiting
» 36 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 01. 2019
13:15 Uhr



^