Lade Login-Box.
zum Digital-Abo
Topthemen: Urlaub daheimJubiläumsgewinnspiel "75 Jahre Frankenpost"WohnzimmerkunstBlitzerwarnerCoronavirus

Brennpunkte

Der AfD-«Flügel» geht offline - sein «Geist» bleibt

Der «Flügel» ist jetzt Geschichte. Was das für die AfD in der Praxis bedeutet, wird sich noch erweisen müssen. Höcke spricht von einer «Erfolgsgeschichte» und betont, der «Geist» des «Flügels» sei weiter Teil der Partei. Das sieht auch der Verfassungsschutz so.



Björn Höcke
Björn Höcke Anfang März im Thüringer Landtag in Erfurt.   Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte «Flügel» der AfD hat seine für Ende April angekündigte Selbstauflösung formal vollzogen.

Die Internetseite der rechtsnationalen Strömung in der Partei war am Freitag nicht mehr online. Auch die Social-Media-Auftritte der Bewegung, die der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke vor knapp fünf Jahren ins Leben gerufen hatte, existieren nicht mehr. Neben Höcke gehörte vor allem Andreas Kalbitz, Brandenburger AfD-Vorsitzender und Bundesvorstandsmitglied, zum Führungspersonal des «Flügels».

Nach Einschätzung des brandenburgischen Verfassungsschutzchefs Jörg Müller übt der informelle Zusammenschluss aber weiterhin wachsenden Einfluss auf die Gesamtpartei aus. «Für uns ist die Ankündigung von Björn Höcke und Andreas Kalbitz eine Scheinauflösung», sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Diese Führungsfiguren des «Flügels» übten weiter erheblichen Einfluss auf den Kurs der AfD aus. «Insbesondere in Brandenburg ist die AfD durch und durch verflügelt», sagte Müller.

Brandenburgs Verfassungsschutzchef geht davon aus, dass sich die Anhänger des «Flügels» weiterhin treffen und vernetzen werden. «In diesem Fall wird der Verfassungsschutz diesen rechtsextremistischen Teilbereich der AfD weiter beobachten.»

CSU-Generalsekretär Markus Blume schrieb auf Twitter: «Die Auflösung des Flügels ist ein Nichtereignis. Mit dem rechtsextremen Gedankengut geht's jetzt einfach mitten in der AfD weiter.»

Der AfD-Bundesvorstand hatte verlangt, dass sich die in der AfD einflussreiche Gruppierung bis zum 30. April auflöst. Daraufhin hatten Höcke und Kalbitz die Anhänger des «Flügels» aufgerufen, die Aktivitäten des Netzwerks einzustellen. Höcke ließ in einem Video die Geschichte des «Flügels» Revue passieren und sagte: «Der Flügel ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte und eine Erfolgsgeschichte, die zwar jetzt formal abgeschlossen wird, die aber in gewisser Weise weitergeschrieben wird, weil der Geist des Flügels natürlich in der Partei bleiben wird.»

Die Selbstauflösung der rechtsnationalen Strömung soll nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auch bei einer Besprechung des AfD-Bundesvorstandes diesen Monat noch einmal Thema sein.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 05. 2020
18:03 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
AfD-Vorsitzende Alternative für Deutschland Björn Höcke CSU-Generalsekretär Deutsche Presseagentur Jörg Müller Markus Blume Rechtsnationalismus Rechtsradikalismus Twitter Verfassungsschutz Verfassungsschutzchefs
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
AfD-Logo

15.06.2020

AfD Brandenburg steht unter Extremismusverdacht

In Brandenburg wird der AfD-Landesverband von Verfassungsschützern überwacht - wie auch in Thüringen. Nach Einschätzung der Geheimdienste werden beide Landesverbände von Rechtsnationalen dominiert und haben Verbindungen ... » mehr

Benjamin Strasser

26.07.2020

FDP: AfD bleibt der parlamentarische Arm der Rechtsextremen

Für den Rechtsaußen Kalbitz aus Brandenburg ist in der AfD kein Platz. So hat es das Bundesschiedsgericht der Partei entschieden. Doch das ändert aus Sicht anderer Parteien nichts am rechtsextremen Charakter der AfD. » mehr

Björn Höcke und Andreas Kalbitz

17.04.2020

AfD: Kalbitz soll Extremisten-Kontakte auflisten

Höcke ist wieder einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Dass er einige Parteifreunde am liebsten «ausgeschwitzt» sehen würde, stösst zwar auch in der AfD auf massive Kritik. Doch für Ordnungsmaßnahmen ist es aus Sic... » mehr

Kalbitz bleibt ausgeschlossen

25.07.2020

AfD-Schiedsgericht bestätigt Kalbitz-Ausschluss

Er hatte es wohl kommen sehen: Das Bundesschiedsgericht der AfD hat den Ausschluss des rechtsnationalen Brandenburger Politikers Andreas Kalbitz bestätigt. Zieht jetzt Ruhe in die Partei ein? Kaum. Denn Kalbitz macht ein... » mehr

Björn Höcke

22.03.2020

Höcke lenkt in Streit um «Flügel» ein

Das Votum der AfD-Spitze war eindeutig: Der Rechtsaußen-«Flügel» soll weg. Die öffentlich sichtbare Vereinigung und das interne Netzwerk. Frontmann Höcke lehnt das nicht kategorisch ab. Was das in der Praxis bedeutet, mu... » mehr

Höcke und Kalbitz

20.03.2020

AfD-Vorstand erwartet Auflösung des «Flügels»

Der Inlandsgeheimdienst hält den «Flügel» der AfD für rechtsextrem. Auch etliche Funktionäre der Partei haben mit der Vereinigung ein Problem. Nun könnte der «Flügel» bald Geschichte sein. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

DHL-Anhänger kippt auf A9 um Bindlach

DHL-Anhänger kippt auf A9 um | 15.08.2020 Bindlach
» 20 Bilder ansehen

2. Rehauer Stuhlkonzert

2. Rehauer Stuhlkonzert | 14.08.2020 Rehau
» 50 Bilder ansehen

FC Trogen - SG Regnitzlosau Trogen

FC Trogen - SG Regnitzlosau |
» 62 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
01. 05. 2020
18:03 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.