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Der Südosten der USA kämpft mit den Fluten von «Florence»

Der Regen ist schlimmer als der Sturm. Langsam zeigt sich, welch unbändige Kraft die Wassermassen entfalten. Während erste Regionen aufatmen, heißt es anderswo: «Das Schlimmste steht uns noch bevor.»



Fayetteville
Mitglieder eines Rettungsteams waten durch überschwemmte Straßen auf der Suche nach Bewohnern.   Foto: David Goldman/AP » zu den Bildern

Der Südosten der Vereinigten Staaten kämpft mit riesigen Wassermassen: Das gewaltige Sturmtief «Florence» hat über das ganze Wochenende ergiebigen Regen in die Region getragen.

Große Teile der Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und inzwischen auch Gebiete im Süden Virginias sind überschwemmt.

Sturmfluten im Atlantik haben Flüssen auf Rekordstände angestaut. Ihr Wasser drückt immer weiter ins Inland: Überflutungen wurden am Sonntag selbst aus der Stadt Fayetteville gemeldet, die rund 150 Kilometer landeinwärts liegt. Der Bürgermeister der Stadt, Mitch Colvin, sagte am Sonntag: «Das Schlimmste steht uns noch bevor.» In einigen kleinen Gemeinden herrschte Sorge, dass die Orte ganz ausradiert und nie wieder aufgebaut werden könnten - wie es bereits 2016 nach Hurrikan «Matthew» an einigen Orten geschehen war.

Mehrere Menschen wurden bereits in den Tod gerissen. Die Behörden bestätigten sechs Todesfälle, Medien berichteten von deutlich mehr Opfern: Die «New York Times» schrieb am Sonntag, zwölf Menschen seien ums Leben gekommen, die «Washington Post» zählte elf Tote.

Zahlreiche Straßen waren unpassierbar, Rettungskräfte holten Menschen mit Booten aus ihren überfluteten Häusern. Autofahrer mussten teils Umleitungen von hunderten Kilometern in Kauf nehmen. Die Behörden befürchteten, dass die Wassermassen über die Flüsse bis in die Mittelgebirge gedrückt werden und dort Erdrutsche auslösen könnten.

Andernorts gab es aber erste Anzeichen von Entwarnung. Das Nationale Hurrikan Zentrum nahm seine Sturmwarnungen für weite Teile der Küste zurück. Am Flughafen des Urlauberortes Myrtle Beach wurde am Sonntag der Flugbetrieb wieder aufgenommen.

«Florence» war am Freitagmorgen (Ortszeit) als Hurrikan der niedrigsten Kategorie 1 in North Carolina auf Land getroffen. Die Windgeschwindigkeiten schwächten sich dann weiter deutlich ab. Die Tücke an dem Sturm ist allerdings nicht die Windstärke, sondern die große Menge an Wasser, die «Florence» an die Küste getragen hat.

Ein Problem ist auch, dass der Sturm sehr lange über dem Küstengebiet verweilt. Er bewegte sich am Sonntag nur mit minimalem Tempo von zuletzt acht Kilometern pro Stunde vorwärts, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum mitteilte. Die Region ist dadurch über lange Zeit starkem Regen ausgesetzt.

Bäume knickten um, Häuser und Strommasten wurden beschädigt. Nach Behördenangaben sind derzeit fast eine Million Menschen ohne Elektrizität. Der regionale Stromversorger Duke Energy hatte zeitweise mehr als 10.000 Fachkräfte im Einsatz, um die Stromversorgung wieder herzustellen. Die Experten können jedoch an vielen Orten erst aktiv werden, wenn die Fluten zurückgehen.

Die Behörden hatten hunderttausende Menschen entlang der Südostküste aufgerufen, sich vorsorglich vor dem Wirbelsturm in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen - bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle waren dem Aufruf gefolgt. Zehntausende verharrten in notdürftigen Lagern, etwa in Schulen.

US-Präsident Donald Trump will in der kommenden Woche in das Gebiet an der Südostküste reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Einen genauen Termin dafür gibt es noch nicht. Obwohl operativ nicht zuständig, hatten der Präsident und das Weiße Haus über das gesamte Wochenende das Geschehen rund um «Florence» via Twitter kommentiert und die Arbeit der Rettungskräfte bewertet.

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dpa

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Veröffentlicht am:
16. 09. 2018
21:54 Uhr

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